Dank Übernahme: Stada-Aktie erreicht neues Mehrjahreshoch

Das Pharma-Unternehmen Stada hat heute angekündigt, dass der britische Pharma-Hersteller Thornton & Ross übernommen werden soll. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Das Pharma-Unternehmen Stada hat heute angekündigt, dass der britische Pharma-Hersteller Thornton & Ross übernommen werden soll. Mit dem auf rezeptfreien Arzneien spezialisierten Unternehmen sollen exklusive Übernahme-Gespräche stattfinden.

Ein Deal ist zwar noch nicht sicher, doch vieles spricht dafür, dass der Zukauf klappt. Stada plant, dass die Übernahme bereits in diesem Quartal abgeschlossen wird. Schon ab September soll der Kauf die Stada Ergebnisse beeinflussen.

Investoren begrüßen den Deal

An der Börse kamen die Übernahme-Pläne gut an. Normalerweise verliert die Aktie des Bieters bei einem Deal, da die Ergebnis-Prognose schwieriger wird und Geld für den Kauf aus dem Unternehmen abfließt.

Bei Stada sind die Investoren indes zufrieden. In einem leicht schwächeren Markt marschiert die im MDAX-gelistete Aktie um 1,2% auf 36,15 Euro vor. Zuletzt notierte die Aktie im Jahr 2008  über 36 Euro.

Dank-Übernahme: Marge rauf, ausgeglicheneres Geschäft, bessere regionale Aufteilung 

Ein Zukauf des Pharma-Unternehmens aus Bad Vilbel wurde erwartet. Thornton & Ross galt auch als mögliches Ziel, sodass die Übernahme keine große Überraschung ist. Ebenso wenig überrascht die positive Reaktion der Investoren.

Denn nicht nur, dass der Deal sehr schnell über die Bühne geht ist zu begrüßen, sondern auch die hohe Gewinnmarge der Briten, die oberhalb der Stada-Marge liegt. Das bedeutet: Die Übernahme macht Stada schon in diesem Geschäftsjahr effizienter.

Zudem kauft Stada neues Wachstumspotenzial und stärkt die Geschäftssäule „Markenprodukte“. Thornton & Ross ist in 80 verschiedenen Ländern aktiv und verfügt über eine starke Stellung im britischen Heimatmarkt.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr konnten die Umsätze um 11% auf 66 Mio. britische Pfund (77 Mio. Euro) gesteigert werden.

Unter den rezeptfreien Medikamenten befinden sich namhafte Größen wie etwa Zoflora oder Covonia. Stada finanziert den Deal mit Barmitteln und bestehenden Kredit-Linien.

Hier erwarten wir eine Übernahme-SchlachtKopien müssen nicht immer schlechter sein als das Original. Manchmal sind Nachahmer sogar äußerst begehrt. Hier mehr zu STADA: › mehr lesen

Übernahme-Kandidat Stada: Bieter haben noch nicht angebissen

Stada kauft nicht nur Übernahme-Kandidaten sondern wird von vielen Analysten selbst als Übernahme-Ziel gesehen. In früheren Interviews wiederholte der Stada-Konzernchef Hartmut Retzlaff, dass er einer Übernahme offen gegenüber steht wenn der Preis stimmt.

Ende vergangenen Jahres kamen Gerüchte auf, wonach der indische Pharma-Riese Sun Pharmaceuticals ein Auge auf die Deutschen geworfen hat, um in den europäischen Markt einzutreten.

Bisher haben sich die Gerüchte jedoch nicht bestätigt. Hinterher wurden auch noch potenzielle amerikanische Bieter genannt, doch auch von der Seite ist noch nichts konkretes rausgesprungen.

Übernahme-Spekulanten liegen weit im Plus

Stada-Übernahme-Spekulanten können verschmerzen, dass ein Deal bisher ausgeblieben ist. Die Aktie hat auch ohne Übernahme seit Jahresbeginn um gute 35% zugelegt.

Denn Stada ist operativ wieder in der Erfolgsspur nachdem in den beiden Vorjahren das Osteuropa-Geschäft belastete.

Mit den Lesern meines Börsendienstes „Der Übernahme-Gewinner“ investieren wir gezielt in unterbewertete Übernahme-Kandidaten.

Die Doppel-Chance hat uns im ersten Halbjahr 2013 sehr hohe Gewinne beschert, mit der der Vergleichsindex deutlich geschlagen wurde.

 

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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