Danone setzt auf vegane Ernährung

Gestern habe ich Ihnen einen Foto-Spezialisten vorgestellt, der sich im laufenden Jahr an der Börse sehr gut entwickelt hat und auch nach dem Brexit aussichtsreich bleibt:

Cewe, einen mittelständischen Konsumgüter-Hersteller aus Deutschland .

Heute stelle ich Ihnen mit dem französischen Nahrungsmittel-Riesen Danone einen weiteren Konsumgüter-Hersteller vor, der nicht unter den Folgen des Brexits leiden wird.

Im Gegenteil: Danone kauft einen amerikanischen Sojamilch-Produzenten und setzt damit auf einen der großen Trends in Sachen Ernährung.

Denn: Whitewave wird von Danone für 12,5 Mrd. US-Dollar übernommen und ist stark im Bereich veganer Ernährung (Ernährung ohne tierische Produkte) positioniert.

Und genau in diesem Wachstumsmarkt will Danone in Zukunft zulegen.

Details zur Whitewave-Übernahme

Das französische Unternehmen Danone, das u. a. für Joghurt der Marken Actimel oder Activia bekannt ist und derzeit auf einen Börsenwert von rund 40 Mrd. € kommt, übernimmt das US-Unternehmen Whitewave Foods.

Whitewave setzte im vergangenen Jahr mit Marken wie Alpro-Sojamilch und Provamel 3,9 Mrd. US-Dollar um und verdiente 168 Mio. US-Dollar.

Das Unternehmen wurde 2012 von Dean Foods abgespalten und ist seit 2013 an der New Yorker Börse notiert. Zuletzt wuchs Whitewave um knapp 20% pro Jahr – und damit deutlich schneller als die Branche.

Der Markt für vegane Produkte wird in den USA aktuell auf 43 Mrd. US-Dollar veranschlagt. Ein großer Vorteil: Die Kundschaft ist größtenteils sehr kaufkräftig. Das macht das Geschäftsmodell besonders interessant.

Danone verdoppelt mit der Übernahme den Umsatz-Anteil in den USA

Whitewave hängt bisher zu 86% am amerikanischen Markt, soll aber künftig über den weltweiten Vertrieb von Danone auch in anderen Regionen stärker zulegen.

Mit dem Kauf von Whitewave verdoppelt Danone, das zuvor wie seine Hauptkonkurrenten Nestlé und Unilever v. a. auf die Schwellenländer gesetzt hatte, seinen Umsatz-Anteil in den USA. Künftig wird Danone rund 22% seiner Erlöse von zuletzt 22,4 Mrd. € in den USA erzielen.

Da Danone, wie die Konkurrenz auch, in Schwellenländern wie Brasilien und Russland Schwierigkeiten hatte, ist die stärkere Fokussierung auf den US-Markt eine nachvollziehbare Strategie.

Bewertet wird Whitewave, das nach eigenen Angaben wachstumsstärkste amerikanische Unternehmen aus der Branche, inklusive Netto-Schulden mit dem 21,2-Fachen des für 2016 erwarteten operativen Gewinns.

Danone bietet eine vergleichsweise geringe Übernahme-Prämie von 24% bezogen auf den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage. Die Übernahme wird zu 100% fremdfinanziert.

Danone-Chef Emmanuel Faber sagt, dass die Fremdfinanzierung eines solchen Deals mit einem Zinssatz von knapp über 1% attraktiver sei als Investitionen in organisches Wachstum (also in Wachstum aus eigener Kraft).

Die Übernahme soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Danone geht davon aus, Synergien im Umfang von 300 Mio. € realisieren zu können.

Die Whitewave-Übernahme kann eine strategisch sinnvolle Ergänzung des Produkt-Portfolios von Danone werden. Das sieht offenbar auch die Mehrzahl der Börsianer so. Denn: Die Danone-Aktie legte zuletzt deutlich zu.

12. Juli 2016

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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