Danone und Emmi: Wachstumsmotor Asien

Beide Unternehmen sind auf Expansion getrimmt, besonders in Asien laufen die Geschäfte sehr gut. Die Wachstumsraten in der Region liegen im zweistelligen Bereich. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Dank guter Geschäfte in China und mit Babynahrung ist Danone im 1. Halbjahr wieder profitabel gewachsen.

Im 2. Quartal hat sich das Wachstum sogar beschleunigt. Vor allem das Kerngeschäft mit Milchprodukten zog nach einem schwachen Jahresauftakt wieder an. Der Spartenumsatz kletterte um 2% auf 5,9 Mrd €.

Die Umsätze mit Getränken stiegen um 7,3% auf 2 Mrd € und mit medizinischer Kost um 5,9% auf 661 Mio €. Wachstumstreiber Nummer 1 war aber die Sparte Kindernahrung, die mit einem Plus von 14% auf 2,38 Mrd € die Markterwartungen übertraf.

Regional überzeugten Nordamerika und die Schwellenländer, allen voran China. Die Schwäche in Europa konnte Danone somit mehr als wettmachen. Allerdings scheint sich das Europa-Geschäft zu stabilisieren. Jedenfalls war der Rückgang im 2. Quartal nicht mehr so heftig wie im ersten.

Die Jahresprognose wurde bestätigt. Der Konzern erwartet auf bereinigter Basis ein Umsatzwachstum von mindestens 5%. Im 1. Halbjahr waren es 6%. Den Gewinn sehen wir bei gut 1,8 Mrd €.

Die Expansionsstrategie überzeugt

Der Konzern hat in den letzten Monaten einige Wachstumsinitiativen eingeleitet, die sich ab 2014 auszahlen sollten:

Ein Kooperationsvertrag mit Starbucks sieht den Verkauf von Danone-Joghurt in den US-Filialen der Kaffeehauskette vor. Im Erfolgsfall wird die Kooperation auf andere Regionen ausgeweitet.

Zudem stärkt Danone seine Position in China mit einem Joint Venture mit COFCO, dem größten chinesischen Nahrungsmittel-Hersteller. Und in den USA hat Danone den Babynahrungshersteller Happy Family (Umsatz: 60 Mio $) übernommen.

Unternehmensporträt

Danone ist nach Nestlé und Unilever der drittgrößte Nahrungsmittelproduzent Europas und weltweit die Nummer 1 bei Frischmilchprodukten sowie die Nummer 2 im Bereich Mineralwasser (Evian, Volvic). Randaktivitäten wie Saucen, Gewürze und die Gebäck-Sparte wurden verkauft. Dagegen wird das Geschäft mit Milchprodukten ausgebaut.

Emmi präsentiert solide Halbjahreszahlen

Der Umsatz stieg akquisitionsbedingt um 17%, operatives, und Nettoergebnis gingen aber zweistellig zurück. Im Vorjahr fiel allerdings ein Sonderertrag von 16 Mio SFr an.

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Auf bereinigter Basis konnte sich Emmi verbessern. Dennoch hat sich der Wettbewerbsdruck bei gestiegenen Milchpreisen auf die Ertragslage ausgewirkt.

Denn Preiserhöhungen konnten in vielen Märkten nur zeitlich verzögert durchgesetzt werden. Wachstumstreiber im internationalen Geschäft waren Käse, Frischkäse und Frischprodukte. In der Schweiz war vor allem Emmi Caffè Latte gefragt.

Der Milchkaffee-Drink erzielte einen Zuwachs von über 10%. Im weiteren Jahresverlauf wird sich die Lage kaum ändern.

In der Schweiz wird das Geschäft durch den hohen Importdruck, den Einkaufstourismus, die Einbußen im Bereich Food Service und den Preisdruck geprägt bleiben.

Hohe Wachstumsraten in Asien

Besser dürfte es außerhalb Europas laufen. Besonders in China und anderen Ländern Asiens verkaufen sich Milch- und Käseprodukte von Emmi sehr gut. Die Wachstumsraten betragen 20 bis 30%.

Vor diesem Hintergrund hat Emmi seine Jahresprognose bestätigt: ein Umsatzwachstum von 8 bis 10%, ein operatives Ergebnis von 140 bis 155 Mio SFr sowie eine Nettomarge von 3%. Entsprechend erwarten wir einen Gewinn von 97,5 Mio SFr, der den bereinigten Vorjahreswert um 8% übertrifft.

Angesichts der begrenzten Wachstumschancen auf dem Heimatmarkt wird die Auslandsexpansion forciert. Mittelfristig soll der Auslandsanteil auf 50% erhöht werden. Produkte und Strategie überzeugen.

Unternehmensporträt

Die 1993 gegründete Emmi AG gehört zu den führenden Milchverarbeitern in Europa. Der Konzern konzentriert sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Molkerei- und Frischprodukten sowie auf die Herstellung von und den Handel mit Schweizer Käse.

Die Kunden von Emmi sind der Einzelhandel, der Bereich Food Service (Großhandel, Gastronomie und Hotellerie) und die Lebensmittelindustrie.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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