Darauf sollten Sie beim Aufbau Ihres Aktien-Depots achten

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Wenn Sie in Einzelaktien investieren, sollten Sie Ihr Risiko streuen. Einige grundlegende Dinge sollten Sie beim Depotaufbau beachten. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Aktien sind erwiesenermaßen auf lange Sicht die mit Abstand lukrativste Anlageklasse. Gerade im anhaltenden Umfeld niedriger Zinsen – an dem sich auf absehbare Zeit nichts ändern wird – kommen Sie als Anleger an Aktien nicht vorbei, wenn Sie eine vernünftige Rendite erzielen wollen.

Für diejenigen unter Ihnen, die noch relativ neu im Aktiengeschäft sind, möchte ich heute einige grundlegende Dinge erläutern, die Sie beim Aufbau Ihres Aktien-Depots beachten sollten.

Der Traum eines jeden Anlegers – Highflyer wie Amazon

Der Traum eines jeden Anlegers ist es, einen Highflyer wie Apple oder Amazon frühzeitig zu „erwischen“. Wer vor 15 Jahren bei Amazon eingestiegen ist, kann sich heute über einen Gewinn von über 6.000% freuen. Aus einem Kapitaleinsatz von 10.000 Dollar wurden bis dato rund 620.000 Dollar.

Wer so eine Aktie in seinem Depot hat, muss sich über die Zusammensetzung seines Portfolios wenig Gedanken machen. Doch die Chance, bei so einem Highflyer so früh dabei zu sein, ist äußerst gering. Wohl noch geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anleger die Aktie tatsächlich so lange hält. Viel zu groß ist schließlich die Versuchung, die schönen Gewinne auch einmal zu realisieren.

Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb

Genauso gut kann es jedoch passieren, dass Sie in eine Aktie investieren, die sich enttäuschend entwickelt und Ihnen Verluste einbringt. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie nicht nur in einen Wert investieren, sondern in mehrere, und so Ihr Kapital – und damit Ihr Risiko – streuen. Der Fachbegriff dafür lautet Diversifikation oder Diversifizierung.

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Konzentrieren Sie sich auf zu wenige Positionen, wirken sich Verlierer zu stark auf Ihr Gesamtdepot aus. Nehmen Sie sehr viele verschiedene Werte auf, sinkt zwar das Risiko. Gleichzeitig wird es aber zunehmend schwieriger, auch alle Positionen zu beobachten. Daher drängt sich an dieser Stelle die Frage auf, wie viele verschiedene Aktien nötig sind, um eine gute Diversifikation zu erreichen.

15 bis 20 Werte reichen für eine gute Streuung vollkommen aus

Wie so oft empfiehlt sich ein gesunder Mittelweg. Wenn Sie in Einzelaktien investieren, sollten Sie Ihr Kapital auf mindestens zehn Werte verteilen. Ich empfehle Ihnen, sich auf 15 bis maximal 20 Titel zu konzentrieren. Für eine vernünftige Risikostreuung reicht das vollkommen aus. Gleichzeitig sind Sie noch in der Lage, Ihre Werte im Auge zu behalten.

Ich habe schon viele Depots von Anlegern gesehen, in denen sich 50, 60 oder noch mehr Werte tummeln. Davon kann ich Ihnen nur abraten. Zum einen verlieren Sie hier den Überblick. Zum anderen bringt Ihnen ein derartiges Sammelsurium von Aktien keinen Vorteil, was die Streuung angeht.

Die Alternative zu Einzelwerten: Aktienfonds

Wie viele Positionen Sie aufnehmen, hängt natürlich auch davon ab, über wieviel Kapital Sie verfügen. Können Sie nur 5.000 Euro investieren, macht es keinen Sinn, 20 Werte zu kaufen. Dann fressen die Transaktionskosten Sie nämlich auf.

Doch auch wenn Sie nur über wenig Kapital verfügen oder einfach nicht die Zeit haben, sich um Ihr Depot zu kümmern, müssen Sie nicht auf Aktieninvestments verzichten. In diesem Fall ist ein Aktienfonds eine vernünftige Alternative. So können Sie Ihr Kapital auf einen Schlag breit streuen und müssen nicht auf die Chancen, die Ihnen die Aktienmärkte bieten, verzichten.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.