Darum ist SMT Scharf kein Kauf

Der nach eigenen Angaben Technologie- und Weltmarktführer für Monorails im Bergbau unter Tage leidet weiterhin unter der schwachen Nachfrage auf dem Markt für Bergbauausrüstungen. Daher ist es fraglich, ob bei der für den 7. Mai 2014 terminierten Hauptversammlung für das laufende Jahr eine Dividende vorgeschlagen werden kann.

Drastischer Gewinneinbruch

Die Geschäfte bei SMT Scharf haben aufgrund rückläufiger Investitionen in Bergbauausrüstungen an Dynamik verloren. Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten 2013 entsprechend deutlich um 15% auf 46,6 Mio. € zurückgegangen. Ein hoher Fixkostenanteil sowie besondere Belastungen führten zu einer Halbierung des operativen Ergebnisses (EBIT) auf 5,1 Mio. €. Der Gewinn unterm Strich brach um rund 79% auf 2,2 Mio. € ein.

Zu wenig Neugeschäft

Der Umsatzrückgang ist auf ein schwächeres Neuanlagengeschäft (-31%) zurückzuführen, dagegen hat das Servicegeschäft sogar leicht zugelegt. Der Rückgang liegt zum überwiegenden Teil an der schwachen Entwicklung im Segment Vortriebstechnik, in dem das Geschäft der Tochtergesellschaft Dosco abgebildet wird. Dieser Bereich wurde jedoch im Mai vollständig veräußert. Die Einnahmen aus dem Ersatzteil-, Reparatur- und Servicegeschäft konnten in Russland und China gesteigert werden, dagegen haben sie sich in den übrigen Absatzmärkten verringert.

In China ist der Dampf raus…

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war der Umsatzrückgang in den wichtigsten Märkten China mit -32% und Russland mit -21 % am stärksten. Das Geschäft in Amerika wurde in den zurückliegenden Zeiträumen durch die Nachfrage nach Dosco-Produkten bestimmt. Jetzt konnte dort SMT Scharf auch mit eigenen Produkten Fuß fassen.

… dafür steigt die Nachfrage in Polen

Deutlich gestiegen ist die Nachfrage in Polen (+25%) – allerdings auf niedrigem Niveau. Zudem beträgt der Umsatzanteil nur 20%. Mit Blick auf die Verteilung nach Segmenten zeigt sich, dass der überwiegende Teil des Umsatzes von 92,7% auf das Segment Bahnen entfällt, während Sessellifte lediglich 7,3% der Umsätze ausmachen.

Schwacher Ausblick

Das Unternehmen geht für das Gesamtjahr 2013 von einem Umsatz unter 70 Mio. € aus, verglichen mit 77 Mio. €  im Vorjahr. Zudem rechnet SMT Scharf mit einem schwachen, aber noch positiven Konzernergebnis. Das bietet wenig Spielraum für eine ordentliche Dividende. Ich gehe weiterhin davon aus, dass sich das konjunkturelle Umfeld für die Bergbauindustrie nicht vor Mitte 2014 bzw. Anfang 2015 aufhellen wird. Ein Engagement bietet sich derzeit nicht an.

Unternehmensprofil

Die SMT Scharf Gruppe ist der führende Anbieter von schienengebundenen Transportsystemen. Umfassendes Know-how, weltweite Präsenz, leistungsstarke Produkte und eine langjährige Kompetenz als Lösungsanbieter für schwierige Transportaufgaben begründen den guten Ruf der Unternehmensgruppe im Bergbau, im Tunnelbau und anderen Industrien.

18. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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