Darum wird die Wall Street-Hausse noch lange andauern – Teil 2

Im gestrigen 1. Teil hatte ich Ihnen aufgedeckt, welches Gewinn-Potenzial für die Aktien aus einer Steigerung der Unternehmens-Eergebnisse resultiert: Bei […] (Foto: Imilian / Shutterstock.com)

Im gestrigen 1. Teil hatte ich Ihnen aufgedeckt, welches Gewinn-Potenzial für die Aktien aus einer Steigerung der Unternehmens-Eergebnisse resultiert:

Bei einer konstanten Bewertung anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) entspricht die Gewinn-Wachstumsrate dem Kurs-Potenzial der Aktie.

Ein Gewinn-Wachstum von beispielsweise +25% erlaubt eine +25% höhere Notierung, ohne dass sich das KGV verändert.

Q1-Zahlen liegen signifikant über den Erwartungen

Was für die Aktien im Einzelnen gilt, passt natürlich auch für die Aktien im Gesamten.

Deshalb sind die Ergebnisse jeder Quartalsberichts-Saison ein entscheidender Faktor für die künftige Entwicklung der Aktienmärkte.

Per Ende vergangener Woche hatten 463 der 500 im S&P 500 enthaltenen Aktiengesellschaften, also fast 93%, ihre Berichte über den Verlauf des 1. Jahresviertels 2017 vorgelegt.

Hier noch einmal die bislang bekannten durchschnittlichen Resultate, die somit dem Endergebnis sehr nahe kommen dürften:

Die 463 Konzerne des S&P 500 berichteten (im Vergleich zum Vorjahr) +13,4% höhere Gewinne und um +7,3% verbesserte Umsätze.

Fast ¾ der Quartalsberichte (73%) übertrafen die Gewinn-Erwartungen und beinahe 66% die Umsatz-Schätzungen der Analysten.

Es winkt das beste US-Quartal seit mehr als 5 Jahren

In meiner 1. Analyse der Quartalszahlen vor 4 Wochen lautete das Fazit:

„Selbst wenn am Ende für das 1. Quartal 2017 „lediglich“ das von den Analysten prognostizierte Gewinn-Wachstum von +8,7% herausschaut, so reden wir immerhin über eine Steigerungsrate von +17,5% im Vergleich zum 4. Jahresviertel 2016 (+123% gegenüber dem 3. Quartal 2016).“

Wir können wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass wir die Analysten-Schätzungen für das 1. Quartal 2017 mit der derzeit erreichten Marke von +13,4% Gewinn-Wachstum SIGNIFIKANT übertreffen werden.

Das bedeutet: Jede Steigerungsrate oberhalb von +11% ist der höchste Wert, den wir seit dem 3. Quartal 2011 (+19%), also seit mehr als 5 Jahren, erleben!

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Geringere Bewertung trotz Index-Anstieg seit Jahresbeginn

Verdeutlichen wir uns die Bewertung noch einmal mit Hilfe des Kurs-Gewinn-Verhältnisses:

Zu Jahresbeginn erzielten die im S&P 500 enthaltenen Unternehmen einen Gewinn pro Aktie von kumuliert etwa 122,00 USD.

Bei einem Index-Stand von 2.238 errechnete sich mithin ein KGV von 18,3.

Eine Gewinn-Wachstumsrate von +13,4% entspricht somit einem aktuellen kumulierten Ergebnis der S&P 500-Aktiengesellschaften von 138,35 USD.

Gestern schloss der US-Leitindex bei 2.398, woraus sich ein KGV von 17,3 ergibt.

Fazit und Empfehlung

Sie sehen es also schwarz auf weiß:

TROTZDEM der S&P 500 seit Jahresbeginn um 160 Punkte oder +7,1% zugelegt hat, ist die BEWERTUNG – gemessen an den bisher vorliegenden Zahlen des 1. Quartals – um einen ganzen Punkt GESUNKEN!

Wenn Sie nun unterstellen, dass der S&P 500 demnächst – wie schon zu Jahresbeginn – mit einem KGV von 18,3% bewertet wird, errechnet sich daraus ein Kursziel von 2.532 Punkten.

Das klingt jetzt nicht nach allzu viel, Sie sollten jedoch eines nicht vergessen:

Die in den letzten 2 Quartalen vorgelegten, überraschend starken Unternehmens-Zahlen lassen auch für den weiteren Jahresverlauf ein dynamisch steigendes Gewinn-Wachstum erwarten.

Und das erlaubt dann wiederum noch deutlich höhere Index-Stände, OHNE dass sich die Bewertung deshalb großartig nach oben verschieben müsste.

Das hier Beschriebene stimmt natürlich erst recht für die US-Firmen, die ja im Einzelfall noch ein weit höheres Gewinn-Wachstum erreichen können!


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.