Das 3. Hilfspaket für Griechenland ist zum Scheitern verurteilt

Jetzt erreicht die Griechenland-Hilfe die nächste Stufe: Morgen stimmt der Bundestag über das 3. Hilfspaket für das krisengeschüttelte Euroland ab.

Immerhin lernen unsere Politiker hinzu; Die vollmundigen Versprechungen beim 2. Hilfspaket sind jetzt nicht mehr zu hören.

Damals erklärten sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Bundesfinanzminister Minister Wolfgang Schäuble, dass es kein 3. Hilfspaket für Griechenland geben werde.

Im Vorfeld der aktuellen Abstimmung lässt sich Finanzminister Schäuble nicht mehr auf solche Äußerungen ein. Er schließt jetzt ein 4. Hilfspaket für Griechenland nicht mehr aus. Damit passt er sich nur der vorherrschenden Realität an.

Sehr spannend ist aktuell allerdings der große Widerstand in der eigenen Fraktion gegen das Griechenland-Hilfspaket.

Es wird wirklich spannend sein zu sehen, wie viele Abgeordnete der Unions-Fraktion aus CDU und CSU tatsächlich gegen das Hilfspaket stimmen werden.

Die ersten Versuche der Einschüchterung durch den Fraktions-Vorsitzenden der Union, Volker Kauder, liefen auf jeden Fall ins Leere.

Weitere 86 Mrd. € für Griechenland – das kann nicht funktionieren

Im Grunde sind es auch nur kleine politische Strategie-Spielchen, die wir derzeit erleben.

Auf europäischer Ebene sind die Verantwortlichen nun einmal gewillt, Griechenland zu helfen – koste es was es wolle. Schon weit mehr als 300 Mrd. € an Hilfsgeldern sind nach Griechenland geflossen.

Und anstatt den Deckel auf dieses Fass ohne Boden zu machen und dem Land keine neuen Hilfsgelder zu geben, werden nun weitere 86 Mrd. € ins krisengeschüttelte Griechenland transferiert.

Und dieses Mal soll nun alles besser werden? Einige Experten trauen Griechenland nun tatsächlich wieder ein eigenständiges Wirtschaftswachstum zu.

Doch dabei geht es immer um einen primären Haushalts-Überschuss. In der Praxis bedeutet das: Die griechische Wirtschaft schafft offensichtlich einen Überschuss.

Allerdings wird der größte Posten bei den Ausgaben einfach herausgerechnet. Bei der Betrachtung des Primär-Überschusses fallen nämlich die Zins-Zahlungen nicht ins Gewicht.

Unter den aktuellen Voraussetzungen sind die Probleme Griechenlands jedenfalls mit weiteren Hilfs-Zahlungen nicht zu lösen. In den vergangenen Jahren ist trotz der Milliarden-Hilfen der Schuldenstand des Landes weiter deutlich angestiegen.

Seit 3 Jahren verpflichtet sich Griechenland eigentlich schon zu massiven Reformen. Bislang ist jedoch noch nicht viel passiert.

Mir ist schleierhaft, woher die verantwortlichen Politiker in Brüssel oder auch Berlin die Zuversicht nehmen, dass es dieses Mal komplett anders laufen wird.

Immerhin wird jetzt das mögliche 4. Hilfspaket nicht mehr ausgeschlossen. Das zeigt wenigstens einen kleinen Lerneffekt an.

18. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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