Das alte Spiel: Der DAX mit dem Kampf um die 12.500 Punkte

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Die FED hat in die steigenden Kurse noch einen Bonus oben drauf gelegt: Sie wird 60 Milliarden US-Dollar pro Monat in die Anleihemärkte pumpen. (Foto: Deutsche Börse AG)

Was war das für ein Kursfeuerwerk am Freitag! Über 12.555 Punkte schoss der DAX nachbörslich noch nach oben. Ab 21 Uhr 30 wurden am Freitag dann aber Gewinne mitgenommen und es ging Richtung 12.470 Punkte.

Somit war auch das angekündigte Abwärtsgap schon erfüllt. Genauso kam es heute dann auch. Aber bei weitem nicht so dramatisch, wie viele schon gedacht haben. Denn die FED hat in die steigenden Kurse noch einen Bonus oben drauf gelegt: Sie wird 60 Milliarden US-Dollar pro Monat in die Anleihemärkte pumpen. Wir rasen auf den Abgrund zu und schalten noch einen Gang höher…

Die FED will damit die schwache Liquidität ausgleichen und hilft natürlich auch dem Aktienmarkt damit die Kurse stabil zu halten. Genau vor der Berichtssaison. Ein gutes Zeichen für Anleger. Ob das langfristig auch so ist, werden wir sehen.

DAX in der Chartanalyse 14.10.2019

Sie sehen den Xetra-Chart der vergangenen zwei Monate. Der September lief ruhig und stabil nach oben. Ab Oktober wurde es mehr als holprig. 600 Punkte herunter. 600 Punkte herauf. Am Ende steht der DAX heute wieder vor der 12.500 Punkte-Marke, an der er schon dreimal gescheitert ist.

Heute kommt Tag 4 dazu. Denn die Kurse machten keine Anzeichen auch nur kurz über 12.500 klettern zu wollen. Das offizielle Xetra-Hoch im DAX liegt heute bei 12.495,24 Punkten. Es fehlt nie viel, aber vor der 12.500 wird immer wieder verkauft – warum auch immer.

Handelskonflikt ist Geschichte

Falls Sie es nicht mitbekommen haben: China kauft jetzt für etwa 50 Milliarden US-Dollar Agrarprodukte aus den USA und dafür lässt Trump die Leine ein bisschen locker, wenn es um Urheberrechte und anderen Themen geht. Somit ist alles besprochen, eingetütet und wird auch so kommen.

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Ach so. Schriftlich gibt es dazu übrigens noch nichts. Das ganze Theater inklusive sensationeller Einigung fand am Wochenende erst einmal nur mündlich statt. Hatte wohl keiner einen Stift dabei. Tja, Pech habt. Aber vielleicht gibt es dann noch eine zweite Rallye an den Märkten, wenn das verbal verhandelte dann auch schriftlich und vielleicht sogar unterschrieben wird. Verrückt! Wer hätte das gedacht, dass der Handelskonflikt so schnell vorbei sein kann und sich nicht noch Jahre zieht?

Noch ist natürlich nichts vorbei. Und die Strafzölle Richtung EU stehen auch schon in den Startlöchern. Aber egal. Die Börse jubelt, also hat sie Recht. Witzigerweise ging der DAX am Freitag besonders durch die Decke im Vergleich zu den US-Werten. Da war der prozentuale Kursgewinn teilweise doppelt so groß als beim S&P 500. Da können Sie einmal sehen, wie wichtig die Strafzölle zwischen China und den USA, sowie das Anleihekaufprogramm der FED für die deutschen Unternehmen sind.

Aber ernsthaft: Vermutlich war es die Euphorie/Theorie, dass es auch keine Strafzölle für deutsche Exporteure insbesondere Autobauer gibt, die den DAX nach oben gezogen hat. SAP hatte außerdem einen sehr guten Tag. Als Schwergewicht im DAX hilft das natürlich auch.

Fazit

Der DAX liebäugelt schon wieder mit der 12.500. Und wieder versagt die Marke ihm ein Date – schon zum vierten Mal! Ob das langfristig gut geht? Vielleicht sucht sich der DAX bald eine andere 500 – z.B. die 11.500, wenn die 12.500 ihn nicht sehen will.

Aktuell brauchen wir aber aus Bären-Sicht nichts schönreden. Der DAX hat wichtige Widerstände durchbrochen und ist nach oben gesprintet. Der Abstand zum Bärenlager ist groß. Unter 12.050 oder 11.970 liegen aktuell erst die Chancen der Verkäufer. Bis dahin sind es rund 500 Punkte Distanz. Da braucht der DAX schon zwei richtig rote Tage, um dort zu landen.

Liebe Bären, nicht aufgeben. Wir haben ja noch den Brexit in der Schublade. Der bietet auch noch Zündstoff.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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