Das Beste aus zwei Welten

Johnson & Johnson stellt Medikamente und Hygieneartikel her. Das Geschäft läuft gut. Anleger können sich über Wachstum freuen. (Foto: Raihana Asral / Shutterstock.com)

Basiskonsumgüter leben oft von starken Marken. Doch bei Artikeln mit geringem Preis, müssen die Absatzzahlen stimmen. Bei Medikamenten ist das schon anders: Spezialisierte Produkte rechnen sich auch in geringen Stückzahlen. Der US-Konzern Johnson & Johnson kombiniert beide Produktgattungen  und ist damit erfolgreich. Unsere Analyse zeigt, wie es um die Aktie derzeit steht. Johnson & Johnson (J&J) gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Gesundheitsprodukten.

Die Angebotspalette umfasst Medikamente, Hygiene- und Pflegeartikel sowie medizintechnische Instrumente. Bekannte Marken sind Penaten, bebe und o.b. Mit diversen Übernahmen hat sich Johnson & Johnson zudem ein Standbein im wachstumsstarken Biotechnologie- Sektor geschaffen. Die Produkte werden in mehr als 175 Ländern verkauft.

Gute Prognose für das laufende Jahr

J&J hatte einen überzeugenden Jahresstart. Positive Währungseffekte und die ActelionÜbernahme trieben den Umsatz um 12,6% nach oben. Der Gewinn pro Aktie ging dagegen aufgrund einiger Sondereffekte leicht zurück, übertraf aber auf bereinigter Basis mit 2,06 $ den Vorjahreswert um 12,6%. Der Konzern hat sowohl im Inland als auch im Ausland mehr umgesetzt.

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Das Auslandsgeschäft wuchs sogar um 19,9% auf 10,1 Mrd $. Auch alle Sparten haben besser abgeschnitten. Wachstumstreiber Nummer 1 war die Pharma- Sparte. Dort stieg der Umsatz um 19,4% auf 9,8 Mrd $. Geholfen haben die starke Nachfrage nach Krebsmedikamenten, deren Umsätze um 45% auf 2,3 Mrd $ nach oben sprangen, sowie die Actelion-Produkte, auf die 585 Mio $ entfielen.

Das Hauptmedikament Remicade gegen Rheuma gerät dagegen nach dem Patentverlust immer stärker unter Druck. Angesichts der guten Geschäfte mit den Krebsmedikamenten hat das Management die Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht auf 81 bis 81,8 Mrd $ angehoben. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll unverändert um 9,6 bis 12,3% auf 8,00 bis 8,20 $ steigen. Der tatsächliche Gewinn wird wegen etlicher Sondereffekte deutlich geringer ausfallen.

Pharma bringt Rendite

Die Prognose berücksichtigt nicht einen möglichen Verkaufserlös. Die Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity hat 2,1 Mrd $ für die Tochter LifeScan (Umsatz 2017: 1,5 Mrd $) geboten, die Blutzuckermessgeräte herstellt. Langfristig hohes Wachstum versprechen die Bereiche Immunologie und Onkologie. Schon jetzt wachsen neue Medikamente wie Stelara, Xarelto, Imbruvica und Darzalex zweistellig. Vor allem das Pharma-Geschäft überzeugt. Die Dividende ist mit 2,7% ebenfalls solide. Das Unternehmen hat langfristig Wachstum zu bieten. Für uns ein Kauf!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.