Das bittere Ende des Baubooms in Spanien

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Hunderttausende Häuser und Wohungen in Spanien stehen leer - wie geht es jetzt weiter damit? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Liebe Leser,

über Jahre hinweg sorgte der spanische Immobilienboom für viele Schlagzeilen. Ob auf den beliebten Balearen-Inseln wie Mallorca oder Ibiza oder auch auf dem spanischen Festland: Die Preise kannten nur eine Richtung – nach oben.

Ähnlich wie in den USA wurde der Markt mit billigem Geld durch niedrige Zinsen geflutet. Auch bei der Kreditvergabe drückte so manche Bank ein Auge zu – man wollte bei dem Boom auf jeden Fall mit dabei sein.

Nun ist der Katzenjammer in Spanien groß und die Krise auf dem Immobiliemarkt wird noch einige Jahre dauern.

Laut aktueller Regierungszahlen stehen derzeit in Spanien rund 700.000 neugebaute Wohnungen und Häuser leer. Diese Zahl hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.

Und trotz einer leichten Erholung im zweiten Halbjahr 2010 ist die Nachfrage bei Neubauten in den vergangenen Monaten auch wieder deutlich gesunken.

Ein Beispiel dafür sind auch die Kanaren. So sind dort im ersten Quartal 2001 die Immobilientransaktionen im Vergleich zum Vorjahr um 18,5 Prozent zurückgegangen. Ein Hauptgrund liegt wohl in der Abschaffung von Steuererleichterungen für den Immobilienerwerb.

Fakt ist: Der spanische Immobilienmarkt ist in einem extrem schlechten Zustand. Die Preise kommen nicht auf die Beine und Makler suchen händeringend nach Käufern – doch die warten ab.

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Diese Krise kam ohne Frage mit Ansage – so viel steht fest. Zum Höhepunkt des Baubooms entstanden in Spanien jährlich fast 700.000 neue Wohnungen und Häuser. Das war so viel neuer Bestand, wie in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Beim Stöbern durch Immobilienangebote für Spanien sind mir einige interessante Formulierungen aufgefallen: „Jetzt noch mal um 100.000 Euro reduziert“ hieß es da in einer Anzeige für ein exklusives Haus auf Ibiza.

Der Preis lag nun nur noch bei 750.000 Euro. Es wäre jetzt tatsächlich spannend zu erfahren, was diese Immobilie beim Bau tatsächlich gekostet hat.

Dennoch halten sich die Preise auf Spitzenmärkten wie Ibiza weiterhin auf einem extrem hohen Niveau. Selbst einfache Ferienwohnungen mit 65 qm nicht direkt am Meer kosten noch 220.000 Euro und mehr.

Sehr viel billiger ist es da in Griechenland. Dort gibt es eine Schwemme an Ferienhäusern auf dem Markt. Und selbst auf bekannten Inseln wie Kreta oder Rhodos sind schon viele Häuser für unter 100.000 Euro zu haben.

Anders als in Spanien ist aber auch die Nachfrage groß. Wie sich die Lage im Detail darstellt, werde ich Ihnen in der kommenden Woche an dieser Stelle präsentieren.

Herzlichst Ihr

Günter Hannich


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.