Das bringt 2019 für den Ölpreis

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In den letzten Tagen zeigte sich der Ölpreis höchst volatil – nach einem heftigen Absturz im Schlussquartal. Wie geht es 2019 weiter? (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Der Ölpreis hat im vergangenen Jahr einige Turbulenzen durchlitten. Auf einen steilen Anstieg auf bis zu 86 Dollar je Barrel der Sorte Brent Anfang Oktober folgte ein noch steilerer Absturz auf nur noch knapp über 50 Dollar kurz vor den Feiertagen.

Am ersten Handelstag nach Weihnachten schoss der Preis dann um satte 9 Prozent in die Höhe – der größte Tagesgewinn seit zwei Jahren. Doch kurz darauf ging es schon wieder bergab. Die Märkte sind nervös, das lässt sich auch anderswo beobachten, etwa bei den Aktien. Doch wohin wird sich der Ölpreis im neuen Jahr entwickeln? Bleibt die Kurve volatil, setzt sich der Absturz fort oder folgt schon bald die Kehrtwende?

Die meisten Experten sagen für 2019 einen moderaten Anstieg des Ölpreises voraus. Im Schnitt rechnen sie mit einem Ölpreis von im Mittel knapp 70 Dollar. Doch zahlreiche Unsicherheitsfaktoren könnten erneut für Ausschläge in die eine oder andere Richtung sorgen.

Schafft die Opec die Preisstabilisierung?

Für einen steigenden Ölpreis spricht eine Verknappung des Angebots. Diese kann durch verschiedene Einflüsse erfolgen. Zunächst einmal ist hier die Organisation Öl exportierender Staaten (Opec) zu nennen, die sich gemeinsam mit ihren Verbündeten, darunter Russland, bereits im Dezember darauf verständigt hat, die Förderung erneut zu drosseln.

Mit einem solchen Schritt hatte das Bündnis bereits vor zwei Jahren dem Preissturz Einhalt geboten und für eine Stabilisierung gesorgt. Allerdings ist unklar, wie lange diese Absprachen Bestand haben werden – denn während Saudi Arabien ein Preisniveau von 80 Dollar je Barrel anstrebt, würden Russland auch schon gut 50 Dollar reichen. Im Falle einer moderaten Preissteigerung könnte also hart nachverhandelt werden.

Der Trump-Faktor

Für einen steigenden Ölpreis könnte auch die Außenpolitik der Trump-Administration sorgen. Der US-Präsident hatte Sanktionen gegen den Iran verhängt, die unter anderem vorsahen, dass das Land kein Öl exportieren darf. In letzter Sekunde gab es Ausnahmeregelungen, die jedoch zeitlich befristet sind. Was im Anschluss geschehen wird, ist – wie so vieles bei Trump – kaum vorhersehbar. Werden die Sanktionen verschärft und somit das Angebot erneut verknappt, könnte das den Ölpreis stützen.

Geopolitische Risiken in einigen Krisenregionen, in denen Öl produziert wird, könnten ebenfalls kurzfristig zu Förderausfällen führen und die Preisentwicklung antreiben. Zu denken wäre hier etwa an Venezuela oder Nigeria.

Schwächelnde Weltwirtschaft als Risikofaktor

Nicht zuletzt könnte auch das derzeit niedrige Preisniveau selbst zu einem bald anziehenden Ölpreis führen – denn dadurch geraten zahlreiche Fracking-Firmen in den USA wieder unter wirtschaftlichen Druck. Je mehr von ihnen ihr Geschäft auf Eis legen müssen, desto weniger Schieferöl wird der derzeit größte Ölproduzent der Welt fördern können – die sich daraus ergebende Angebotsverknappung könnte einen Preisanstieg bewirken.

Für einen weiteren Preisrückgang oder zumindest als Gegengewicht zu den zuvor genannten Faktoren könnte eine nachlassende Nachfrage führen: Die meisten Experten erwarten für 2019 ein langsameres globales Wirtschaftswachstum. Sollte die Nachfrage etwa aus China oder den Schwellenländern spürbar zurückgehen, könnte das den Ölpreis drücken.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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