Das Euro-Experiment steht vor seiner größten Zerreißprobe

Jetzt kommt es so, wie ich es schon seit Jahren immer wieder sage: Der Euro verliert massiv an Wert.

Vor allem gegenüber dem US-Dollar sackt der Euro immer weiter ab. Mit einem Wechselkurs im Bereich um 1,15 Dollar bewegen wir uns auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als zehn Jahren.

Im Grunde vollzieht sich jetzt nur das, was im Zuge der Euro-Krise schon notwendig gewesen wäre. Doch damals hielt sich der Euro noch relativ gut. Der Europäischen Zentralbank (EZB) gelang es, die Finanzmärkte davon zu überzeugen, dass die Rettungsprogramme tatsächlich effektiv sind.

Mittlerweile setzt sich die Ansicht am Markt durch, dass dies nicht so ist. Drastisches Beispiel ist jetzt einmal mehr Griechenland. Dort nahm die Euro-Krise nicht nur ihren Anfang. Dort ist sie auch immer noch aktiv.

Die nun bevorstehenden Wahlen könnten das noch einmal verstärken. Die linke Syriza-Partei hat schon Änderungen bei der Euro-Rettung angekündigt. Doch ich sehe bei diesem Thema einen ganz anderen Aspekt als entscheidend an.

Zum ersten Mal hat jetzt die Bundesregierung durchblicken lassen, dass ein Euro auch ohne Griechenland denkbar wäre. Dies ist eine völlig neue Sichtweise. Hier entwickelt sich gerade eine komplett neue Denkrichtung, die massive Folgen haben wird.

Austritt Griechenlands kann der Anfang vom Ende des Euros sein

Sollte Griechenland tatsächlich den Euro verlassen, wäre das ein Signal für andere Euro-Krisenländer. Das könnte dann der Anfang vom Ende des Euros sein. Und selbst wenn Griechenland nicht aus dem Euro ausscheren sollte, zeigt uns die aktuelle Lage ganz klar die massiven Probleme der Gemeinschaftswährung.

Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind massiv. Sie haben sich in den vergangenen Jahren sogar noch verstärkt. Das Experiment Euro wird die erste massive Krise wohl nicht unbeschadet überstehen – so viel steht für mich fest.

Daher rate ich Ihnen auch weiterhin mit einer breiten Streuung Ihres Vermögens auf die Turbulenzen in der Euro-Krise zu reagieren. Zur breiten Streuung gehören auf jeden Fall auch Positionen verschiedener Fremdwährungen.

Schon seit Jahren sehe ich den Schweizer Franken als wichtige Fremdwährung an. Die vergangenen Tage haben ganz klar gezeigt, wie richtig ich mit dieser Einschätzung gelegen habe. Aber auch die norwegische Krone bietet gute Chancen in einem schwachen Euro-Umfeld.

20. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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