Das finde ich nicht gut

„Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich deutlich verbessert.“

Diese positive Meldung des „ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.“ konnten Sie am Montag dieser Woche lesen.

Der DAX 30 notierte am letzten Handelstag davor (Freitag voriger Woche) im Hoch mit 10.675 Punkten.

Die überaus positive Meldung des ifo Instituts hätte ihn prima auf 11.000 Punkte hieven können. Es fehlten nur 3% bis dahin.

Stattdessen verlor der DAX 30 bis zu seinem Tief von 10.266 Punkten am gestrigen Tag 409 Punkte, entsprechend 3,8%.

Die Meldung des ifo Instituts

Der ifo Geschäftsklimaindex ist von 106,3 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im August auf 109,5 Punkte im September gestiegen. Dies ist der höchste Stand seit Mai 2014.

Die Unternehmer blicken merklich optimistischer auf die kommenden Monate. Zudem waren sie zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Die deutsche Wirtschaft erwartet einen goldenen Herbst.

3 weitere Abschnitte der Meldung wurden jeweils mit diesen Worten eingeleitet:

  1. Im verarbeitenden Gewerbe ist der Index gestiegen.
  1. Sowohl im Groß- als auch Einzelhandel ist der Index gestiegen.
  1. Das Bauhauptgewerbe setzt seinen Höhenflug fort.

Und dann der positive Schluss der Meldung:

Der Geschäftsklima-Index erreichte ein neues Rekord-Niveau. Die Einschätzungen der aktuellen Lage waren noch nie so gut. Für die kommenden Monate rechnen die Unternehmen sogar mit einer weiteren Verbesserung.

Keine gute Entwicklung: Die Börse hat sich von Wirtschaftsdaten abgekoppelt

Der DAX 30 verlor die genannten 3,8% an Wert. Die Lage war noch nie so besch….. – sorry: bescheiden –, meinten wohl die Anleger.

Aber: „Die Einschätzungen der aktuellen Lage waren noch nie so gut“, schrieb Ihnen das ifo Institut – ein krasser Widerspruch zur Entwicklung des DAX 30.

In der guten alten Zeit (Himmel, jetzt schreibe ich schon so, wie unsere Omas und Opas sprachen, die früher alles besser fanden…) – also, ich fange den Satz nochmals neu an:

Sie kennen sicher auch noch die Zeit, als die Börse eng an Wirtschafts-Daten gekoppelt war – und das fand ich gut und richtig, so sollte es sein. Aber:

Glücksspiel Börse

Besser als mit den gegenläufigen Entwicklungen des ifo Geschäftsklima-Indizes und des DAX 30 lässt sich nicht belegen, dass kurzfristige Kursbewegungen von Aktien und Indizes nichts mit der Wirtschaft zu tun haben.

Schade! Das macht den kurzfristigen Handel zum Glücksspiel.

Was kann ich tun?

Ich kann den DAX kaufen – komplett: alle Aktien, alle 30 Werte. Und wenn das ifo Institut wieder gute Nachrichten liefert, verkaufe ich nicht – keine Aktie. Dann fällt der DAX 30 zumindest nicht – ist doch gut.

Das Problem: Der Marktwert aller DAX-Aktien liegt etwas über 1 Bio. €. Alleine schaffe ich das nicht ganz. Da müssen Sie etwas zutun. Das kann ich nicht verlangen. Also eine neue Lösung – und eine ernsthafte:

Das können Sie tun: Money-Management

Ich wurde gerade von Lynx-Broker interviewt. Auf meine Erfolgs-Formel angesprochen, habe ich geantwortet:

„Disziplin und Money-Management sind wichtig. Hinzu kommt, dass ich immer nur so hoch (oder niedrig) investiert bin, dass ich ruhig bleibe. Außerdem trade ich nur mit Absicherung meines Depots.“

Das ist es, was ich Ihnen empfehle: Investieren Sie nie so kurzfristig und so hoch, dass Ihnen verrückte Marktbewegungen nachhaltig schaden können.

Wenn Sie zusätzlich noch abgesichert investiert sind, dann wird die Abkopplung der Börse von Wirtschafts-Daten zwar nicht schöner, aber Sie müssen einfach nicht hinschauen. Und das ist doch auch schon etwas.

Zum guten Schluss: Am 28.09.1905, also heute vor 111 Jahren, kam Max Schmeling, der spätere Boxweltmeister im Schwergewicht und einer der populärsten Sportler Deutschlands, zur Welt.

Sein Motto: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Für uns Börsianer leite ich daraus ab:

Wer handelt, kann verlieren. Wer nicht handelt, hat keine Chance auf Gewinne.

Ich wünsche Ihnen Gewinne und eine sonnige Woche!

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

28. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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