Das Geschäft mit der Schönheit

Die Geschichte des Konzerns L‘Oréal geht auf das Jahr 1909 zurück, in dem der Chemiker Eugène Schueller das Unternehmen gründete. L’Oréal ist mit einem Jahresumsatz von 19,5 Mrd € und 66.600 Mitarbeitern das weltweit führende Unternehmen der Kosmetikbranche. Das operative Geschäft unterteilt sich in fünf Segmente:

  • Haut- und Haarpflegemittel
  • Make-up
  • Haar-Colorationen
  • Parfums
  • Dermatologische Produkte

Seit dem Kauf von „The Body Shop“ im Jahr 2006 verfügt der Konzern auch über eine eigene Filialkette.

Nach einer Erhebung der Firma Interbrand gehört L’Oréal zu den 50 wertvollsten Marken der Welt. Bekannte Marken sind Garnier, Maybelline Jade, Lancôme, Vichy und Sanoflore. Die Produkte werden in 130 Ländern rund um den Globus vertrieben. 34% des Umsatzes erwirtschaftet L’Oréal in Wachstumsmärkten wie Asien-Pazifik, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa. Auf Westeuropa entfallen knapp 37% des Umsatzes, auf Nordamerika 22%.

L’Oréal dominiert den Kosmetikmarkt

Während der Kosmetikmarkt 2010 um 4% zulegte, steigerte L’Oréal den Umsatz um 12%. Damit konnte die Marktposition weiter ausgebaut werden. Das Unternehmen wächst nahezu jedes Jahr schneller als der Markt und ist mit einem Marktanteil von 16% die unangefochtene Nummer 1 im globalen Kosmetikmarkt.

Geballte Marketingmacht und hohe Innovationskraft…

Grundlage des Wachstums sind 23 globale Marken, die von einer gewaltigen Marketingmaschinerie angetrieben werden. Knapp 6 Mrd € fließen pro Jahr in das Marketing – ein Budget, mit dem L’Oréal der Konkurrenz weit voraus ist. Die 30 Forschungs- und Entwicklungsstätten stellen laufende Innovationen sicher. 2010 meldete das Unternehmen 612 Patente an. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind mit 665 Mio € extrem hoch.

…treiben die Marken an

Dank dieser Investitionen kann L’Oréal erfolgreich in neue Produktbereiche vordringen. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Markteintritt für Pflege- und Kosmetikartikel  für Männer. Die Wachstumsraten von „Garnier Men“ und „Men Expert by L’Oréal Paris“ sind laut CEO Jean-Paul Agon „spektakulär“. Agon nutzt die Vertriebsplattform dazu, das Wachstum mit der Akquisition von Marken zu ergänzen. Seit 2006 wurde das Markenportfolio um 7 Marken erweitert.

Intakte Wachstumsstory

Die Wachstumsstory ist noch lange nicht vorbei. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Verbraucher in der für L’Oréal relevanten Zielgruppe um 50% ansteigen. Treiber des Wachstums sind der weltweite Bevölkerungsanstieg und vor allem die rapide wachsende Mittelschicht in Schwellenländern.

L’Oréal hat sich durch die frühe Expansion eine starke Marktstellung in den schnell wachsenden Märkten gesichert und kann daher überdurchschnittlich von diesem Trend profitieren. 2010 wurden bereits 37% des Umsatzes in Regionen wie Asien-Pazifik, Lateinamerika, Osteuropa und Afrika erwirtschaftet. China ist mit einem Jahresumsatz von über 1 Mrd € zum drittgrößten Absatzmarkt von L’Oréal aufgestiegen. Bis 2020 werden nach Schätzungen des Unternehmens 50 bis 60% des Umsatzes aus diesen Wachstumsregionen stammen.

Lukratives Geschäftsmodell

Das Geschäft mit der Eitelkeit zahlt sich aus. L’Oréal ist mit einer Umsatzrendite von 11,5% hochprofitabel. Die Gewinnmarge war in den letzten 8 Jahren immer zweistellig, auch im Krisenjahr 2009. Das Wachstum kann problemlos aus dem eigenen Cashflow finanziert werden, sodass L’Oréal fast ohne Schulden auskommt. Die Zinsaufwendungen betragen weniger als 1% des operativen Gewinns.

Die Cashflowmarge wurde seit 2005 deutlich gesteigert und erreichte 2010 einen Wert von rund 17%. Gleichzeitig konnte der Anteil der Sachinvestitionen am Cashflow reduziert werden, was sich in einem Anstieg des freien Cashflows von 1,4 Mrd € in 2005 auf 2,6 Mrd € in 2010 niedergeschlagen hat.

Aktie nicht zu teuer

Angesichts der hohen Finanzkraft sind L’Oréal-Aktien mit einem KGV von 19,5 nicht zu teuer. L’Oréal’s Aktienpaket von 9% am Pharmakonzern Sanofi-Aventis deckt mit einem Marktwert von 6,3 Mrd € rund 13% der Marktkapitalisierung ab. Das Kosmetikgeschäft von L’Oréal wird demnach mit 43,9 Mrd € bewertet, was nur dem 12,5-fachen des für 2011 prognostizierten Cashflows entspricht. Die Sicherheitsmarge beträgt rund 50% und signalisiert damit ein Kaufempfehlung.

Prognose der Kursrendite beträgt 16%

Für unsere Berechnungen der zu erwartenden Aktienrendite haben wir konservative Annahmen getroffen und kommen so auf eine durchschnittliche jährliche Kursrendite von 14%. Zusammen mit der Dividendenrendite rechnen wir mit einer Gesamtrendite bis zu 16% jährlich.

Fazit:

Die Aktie ist im historischen Vergleich günstig bewertet, zudem überzeugt L’Oreal fundamental. Mit einer Rendite von bis zu 16% jährlich würden Sie Ihr Kapital in weniger als 5 Jahren verdoppeln. Angesichts der guten Wachstumsperspektiven sowie der hervorragenden Marktstellung empfehlen wir Ihnen die Aktien von L’Oréal zum Kauf.

9. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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