Das Geschäft mit Papier bleibt schwierig

Das schwache Geschäft bei Papierendanwendungen spiegelt sich in den Bilanzen der Unternehmen wider. Ausnahme: Stora Enso (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Strukturelle Veränderungen bei Papierendanwendungen führten zu einem weiteren Nachfragerückgang von grafischen Papieren.

Das schwache Geschäft spiegelt sich auch in den Ergebnissen der meisten Produzenten wider. Bei Stora Enso war die Nachfrage nach papierbasierten Medien weiter rückläufig. Der Absatz mit Zeitungspapieren ging um 8,3% zurück. Der Schwenk, weg von den Zeitungspapieren mit niedrigen Margen und hin zu den profitableren Lebensmittelverpackungen, entfaltet offensichtlich seine positive Wirkung.

Mit über 10 Mrd. € hat Stora Enso im Geschäftsjahr 2017 den Umsatz um 2,5% gesteigert und den Gewinn um 51% deutlich erhöht. Bei Int’l Paper ging der Absatz von Industrieverpackungen erneut leicht zurück. Den Druck auf die Margen spürte der Konzern vor allem bei den Druckpapieren. Der Umsatzanstieg um 11,5% gegenüber dem Vorjahr war vor allem auf das Zellstoffgeschäft zurückzuführen, das Int’l Paper Ende 2016 von Weyerhaeuser übernommen hatte.

Dank stringenter Kostenkontrolle blieb das operative Ergebnis auf dem Vorjahresniveau. Obwohl der Absatz zurückging, hat Sappi den Umsatz im 1. Quartal 2018 leicht gesteigert. Geholfen hat die Fokussierung auf Spezialpapiere. Niedrige Papierpreise wurden teilweise durch eine Reihe von Kosten und Effizienzverbesserungen ausgeglichen.

Dank günstiger Marktbedingungen, rechtzeitiger Wachstumsinvestitionen und einer erfolgreichen Reduzierung der Kosten war 2017 für UPM ein Rekordjahr. Das vergleichbare operative Ergebnis stieg um 13%. UPM konnte die Preise erhöhen und die Liefermengen erhöhen. Die Sparte Biorefining profitierte von höheren Zellstoffpreisen und einem höheren Absatz.

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Konsumartikel werden immer gebraucht

Konsumartikel werden zwar immer gebraucht, aber für BIC wird das wirtschaftliche Umfeld immer schwieriger. Auf vergleichbarer Basis ist der Umsatz nur um 1,4% gestiegen. Unterm Strich hat BIC zwar 15,5% mehr verdient, das lag allerdings an einer niedrigeren Steuerquote und dem Verkauf der Sparte Graphic. Seinen Marktanteil konnte BIC in den meisten Regionen verteidigen. Europa und die Emerging Markets wuchsen um 4,9 bzw. 2,2%. In Nordamerika ging der Umsatz um 1,7% zurück. Die Aktie von BIC steht nach einem trüben Ausblick weiter unter Druck.

Wettbewerbsvorteile durch Innovation

Da im Massengeschäft für Verpackungen der Preis- und Kostendruck unvermindert bestehen bleiben wird, müssen sich die Unternehmen mit hoher Innovationskraft auf neue, auch demografisch bedingte Konsumprofile einstellen. Innovation ist ein entscheidender Faktor, da es sich bei Verpackungen um hoch flexible Produkte handelt, die schnell und direkt an Kundenwünsche angepasst werden müssen.

Int’l Paper hat Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität weiter zu verbessern. Dazu gehört ein noch stärkerer Fokus auf die Kundenbedürfnisse. Die Sparte Packaging von Mayr-Melnhof hat die Findung kreativer Innovationen sogar in die Hände eines eigenen internationalen Teams gelegt, um innovative Projekte auf schnellstem Weg zur erfolgreichen Umsetzung zu bringen.

Mit der Akquisition eines Verpackungsstandortes für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte in Polen, setzte Packaging die Erweiterung des Portfolios im hochwertigen Produktbereich fort.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.