Das Geschäft mit Papier ist und bleibt schwierig

Strukturelle Veränderungen bei Papier-Endanwendungen sorgen für Nachfrage-Rückgänge bei grafischen Papieren. Die Lage bleibt schwierig. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Verstärkt durch strukturelle Veränderungen bei Papier-Endanwendungen kam es zu einem weiteren Nachfrage-Rückgang von grafischen Papieren.

Das schwache Geschäft spiegelt sich in den Ergebnissen der meisten Produzenten wider:

So steht es aktuell um einige der großen Papier-Produzenten

Bei Int’l Paper ging der Absatz von Industrie-Verpackungen erneut leicht zurück. Den Druck auf die Margen spürte der Konzern v. a. bei den Druckpapieren.

Durch den Verkauf von Bereichen, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, ging der Konzern-Umsatz 2016 zurück.

Trotz stringenter Kosten-Kontrolle blieb auch der Gewinn hinter dem Vorjahres-Ergebnis zurück.

Bei UPM wurden die Geschäfte durch Absatz-Rückgänge bei Papier und im Bereich Zellstoff belastet.

Stora Ensos Schwenk, weg von den traditionellen Zeitungs-Papieren mit niedrigen Margen und hin zu den profitableren Lebensmittel-Verpackungen, konnte seine positive Wirkung noch nicht entfalten.

Der Umsatz war das fünfte Jahr in Folge rückläufig. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führte zu weiterem Druck auf die Margen.

Nach der langen Phase der Transformation des Papier-Bereichs ist die Cham Paper Group zum Wachstum zurückgekehrt. Auch bei der Profitabilität wurden Fortschritte erzielt.

Der Hygienepapier-Spezialist SCA ist durch seine Ausrichtung auf Konsum-Produkte zwar weniger von den Werbe-Aktivitäten der Wirtschaft abhängig.

Dennoch belasteten Restrukturierungs-Kosten und geringere Auslieferungs-Zahlen bei Papier und Kraftliner das Ergebnis.

Konsum-Artikel werden immer gebraucht

BIC zeichnet sich durch solides Umsatz- und Gewinn-Wachstum aus. Erfreulicherweise haben alle Kernsparten zum Umsatz-Wachstum beigetragen.

Besonders gut lief das Geschäft mit Rasierern, die den höchsten Zuwachs erreichten und in allen Regionen den Absatz steigerten.

In Südamerika verkaufen sich die Rasierer von BIC besonders gut. Deshalb wurde in Brasilien eine 3. Fabrik errichtet, die sich hauptsächlich auf die Fertigung von Rasierern konzentriert.

Nach den USA ist Brasilien der zweitwichtigste Markt für das Unternehmen. Trotz solider Zahlen hat der Kurs seit Anfang des Jahres spürbar nachgegeben.

Der Büroartikel-Einzelhändler Staples leidet nach wie vor unter der Konkurrenz aus dem Internet und hat weitere Filialen geschlossen. Und die, die noch geöffnet haben, glänzen auch nicht gerade.

Dem Einzelhändler dürfte es sehr schwer fallen die Wende nachhaltig zu schaffen.

Der Aktienkurs spiegelt das Dilemma wider: Seit 2007 ging es vom Allzeithoch bei 27 $ mit dem Kurs um 2/3 auf 9 $ bergab.

Mayr-Melnhof hat den verschärften Wettbewerb im Griff

Für Mayr-Melnhof waren 2016 die Marktsättigung und die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit auf dem europäischen Konsumgüter-Markt herausfordernd.

iele Konsumgüter-Produzenten setzten Optimierungen im Produkt-Portfolio fort.

Entsprechend war die Lage auf dem europäischen Faltschachtel-Markt durch verschärften Wettbewerb und sinkende Preise gekennzeichnet.

Insgesamt gelang es MM Packaging, den langfristigen Wachstumskurs bei Umsatz und Ergebnis fortzusetzen.

Wesentlicher Wachstumstreiber war die erstmals ganzjährige Einbeziehung eines führenden französischen Faltschachtel-Produzenten in den Bereichen Pharma- und Luxusgüter-Verpackungen, der Ende 2015 erworben wurde.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.