Das geschieht mit Gold und Öl: Rohstoffe in der Analyse

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Wenn sich die Aktienmärkte heute einmal besonders ruhig verhalten, schauen wir uns Gold und Öl im Jahres-Chart an: (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Wenn sich die Aktienmärkte heute einmal besonders ruhig verhalten, schauen wir uns Gold und Öl im Jahres-Chart an.

Der DAX liegt momentan bei einem Plus von 0,25% und der Dow Jones sogar nur bei Plus 0,13%. Der NASDAQ ist komplett unverändert.

Gold kämpft mit der 200-Tageslinie

Nach dem Abverkauf im Anschluss an die Präsidentschaftswahl in den USA hat Gold zum Jahresende 2016 die Kehrtwende vollzogen.

Bei etwa 1.125 US-Dollar pro Feinunze drehten die Kurse nach oben und laufen seit Januar sehr stabil auf einer Aufwärts-Trendlinie.

Entscheidend wird dabei aber sein, ob sich die Kurse langfristig über der im Chart eingezeichneten gelben 200-Tage-Linie halten können.

In den vergangenen Wochen wurde diese immer wieder durchbrochen.

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Bald wird die Durchschnitts-Linie auf die Aufwärts-Trendlinie treffen. Vermutlich fällt davor bereits die Entscheidung:

Entweder gibt es einen Kurswechsel und Gold marschiert durch die Trendlinie nach unten oder die Kurse laufen wieder Richtung 1.350 US-Dollar, wie im Sommer 2016.

Dass die 200-Tage-Linie aktuell so umkämpft wird, zeigt wie unsicher die zukünftige Richtung ist, auch wenn die Tendenz eher steigende Kurse vermuten lässt.

Gold ist immer für eine Überraschung gut.

Rohöl in der breiten Seitwärts-Phase

Wer kurzfristig tradet, hatte im vergangenen Jahr vermutlich viel Spaß an Brent Crude. Die Kurse schwankten in den letzten 250 Handelstagen zwischen 42 und 58 US-Dollar.

Es gab zwischendurch heftige Kursbewegungen. Letztlich haben sich die Kurse aber immer wieder auf der 200-Tage-Linie eingefunden.

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Unterm Strich ist Öl innerhalb eines Jahres, wenn wir das heutige Datum nehmen, von etwa 49 US-Dollar auf 53 US-Dollar gestiegen – so gesehen viel Lärm um nichts.

Zwischendurch wurde Donald Trump Präsident, der Islamische Staat hat Öl-Quellen erkämpft und wieder verloren und die OPEC hat eine Förderbremse aktiviert.

Eigentlich ist viel geschehen, aber letztlich hat es den Ölpreis nicht wirklich interessiert.

Die Öl-Förderbremse soll übrigens verlängert werden. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum einige Analysten Rohöl zukünftig bei 70 US-Dollar sehen wollen.

Wenn wir jedoch die vergangenen 12 Monate anschauen, könnte Öl im Sommer 2018 auch erst bei 58 US-Dollar stehen.

Wobei dann wiederum nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Öl zwischendurch einmal auf dem Weg Richtung 70 US-Dollar macht.

Im Gegensatz zu Gold ist Brent Crude der deutlich stabilere Rohstoff – besonders, weil der Ölpreis mehr an der Tankstelle schwankt, als auf dem Rohöl-Markt.

Optionen-Kennzahl Theta

Das ist einer der berühmten Griechen bei den Optionen. Diese gelten für verschiedene Kennzahlen, mit denen sich die Analyse der Kontrakte leichter gestaltet.

Theta bezieht sich dabei auf die restliche Laufzeit der Option.

Der Wert besagt nicht, wie lange die Option noch läuft, sondern wie sehr sich ihr Wert verändert, wenn die Restlaufzeit um einen Tag abnimmt.

Handeln Sie einen Spread, bei dem die Kontrakte unterschiedlich lang laufen, gilt es speziell darauf zu achten, wie sich Theta verändert.

Zur Erinnerung: Wir haben immer ein Auge auf den Zeitwert – dieser ist am letzten Tag der Option Null. Davor fällt er stark ab.

Je länger eine Option noch läuft, desto weniger ändert sich ihr Kurs.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.