Das große Risiko durch Social Media

Facebook zerstört die Gesellschaft. Warum das so ist, erfahren Sie hier. (Foto: Ink Drop / shutterstock.com)

80 % der Kinder im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren nutzen soziale Medien.

Diese wurden längst schon zu einem Raum, in dem wir Beziehungen bilden, unsere Identität formen und uns selbst verwirklichen.

Social Media ist eng mit unserer Psyche verbunden. Und mit der Ihres Nachwuchses.

Sie wissen jetzt, dass Facebook einen neuen Dienst für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren anbietet: Den Messenger Kids. Darin sollen die Kleinen in einer geschützten Umgebung untereinander sowie mit Familienmitgliedern kommunizieren.

Kinderärzte schlagen Alarm

Kaum hat Facebook die Ankündigung seiner neuen App öffentlich gemacht, hagelt es von allen Seiten Kritik. Vor allem US-amerikanische Kinderärzte schlagen Alarm. Sie warnen vor erheblichen Gesundheitsgefahren.

Und zwar deswegen: Jüngere Kinder seien nicht bereit, Social Media Accounts zu führen.

Insbesondere seien sie nicht alt genug, um die Komplexität der Online-Beziehung zu bewältigenSo könne die Nutzung sozialer Netzwerke das psychische Wohlbefinden der Kinder beeinträchtigen.

Social Media macht süchtig

Andere Experten warnen davor, dass Messenger Kids süchtig macht. Genauso wie andere Apps, Chats und Social Media-Funktionen.

Es ist wohl ein offenes Geheimnis, dass Produktdesigner daran arbeiten, diese mit einem solchen Suchtpotenzial auszustatten, um die Kinder abhängig davon zu machen.

Vielleicht sehen Sie es ja auch so.

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Authentisches Bekenntnis

Wissen Sie, was Ende November 2017 Chamath Palihapitiya, der Vize-Präsident von Facebook (bis 2011) gesagt hat? Schnallen Sie sich gut an, bevor Sie seine nachfolgende Aussage lesen:

„Ich fühle mich ungeheuer schuldig, da wir im Hintergrund, in den Tiefen unseres Geistes, wussten, dass etwas Schlimmes passieren wird! Die kurzfristigen, Dopamin gesteuerten Rückkopplungsschleifen, die wir geschaffen haben, zerstören die Funktionsweise der Gesellschaft. Kein ziviler Diskurs. Keine Kooperation. Fehlinformationen. Unwahrheiten. Und es ist kein amerikanisches Problem.“

Doch das ist nicht alles.

Ex-Facebook-Chef gibt Programmierung von Nutzern zu

 Chamath Palihapitiya sagt etwas, das eigentlich ungeheuerlich ist. Lesen Sie selbst weiter:

„Hier geht es nicht um russischen Einfluss auf den Wahlkampf in den USA. Das ist ein echtes, ein globales Problem. Ich denke, wir sind hier in einer wirklich schlechten Verfassung.“

Und dann fügt er noch unheilvoll hinzu: „Ihr werdet programmiert!“ Programmiert, verstehen Sie?

Ehrlich und authentisch

Diese Worte machen mehr als nachdenklich.

Wenngleich sie auch noch von dem ehemaligen zweiten Chef des größten sozialen Netzwerks der Welt ausgesprochen wurden und gerade deshalb absolut authentisch und ehrlich klingen.

Vielleicht ist es das erste Mal, dass eine hochrangige Person zugibt, dass Social Media (in diesem Fall Facebook) uns programmiert.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.