Das IPO-Comeback in Deutschland

Der deutsche Leitindex DAX eröffnete heute schwach, konnte sich aber am Nachmittag in die Gewinnzone vorkämpfen und gewann am Ende ein paar Punkte.

Robuste Konjunkturdaten reichten schon für das kleine Kursplus. Die allgemein verbesserte Stimmung wollen gleich mehrere Unternehmen nutzen, um den Sprung an die Börse zu schaffen.

Börsengänge (IPOs) stehen auf der Tagesordnung

Einige Investoren hatten das IPO-Jahr 2013 sicherlich schon so gut wie abgeschrieben. Doch kaum startet das wettermäßige Sommerhoch, bahnt sich im Bereich der Börsengänge (IPOs) in Deutschland ebenfalls ein Sommerhoch an.

Für Ende Juni und Anfang Juli planen einige Schwergewichte in Deutschland den Gang an die Börse. So zum Beispiel der Wissenschaftsverlag Springer, der sich gegen einen Verkauf und für einen Gang an die Börse entschieden hat.

Zudem hat zu Beginn dieser Woche der Gabelstaplerhersteller Kion seine Werbetour zum geplanten IPO begonnen. Bereits für Ende Juni plant der Maschinenbaukonzern den Börsengang.

Am 8. Juli soll die Lichttochter Osram von Siemens getrennt und eigenständig an die Börse gebracht werden. Ebenfalls Anfang Juli dürfte der Wohnimmobilienriese Deutsche Annington an der Börse debütieren.

Die konkreten Zahlen der geplanten Börsengänge

Rund 1 Milliarde Euro frisches Eigenkapital will der Gabelstaplerhersteller Kion durch den Börsengang einsammeln.

Bei einer geplanten Emissionsmenge von 34,95 Millionen Aktien und einem Mittelwert der angegeben Preisspanne von 24 bis 30 Euro ergibt sich eine Summe von rund 950 Millionen Euro.

Der Wissenschaftsverlag Springer plant mit einer Erhöhung des Eigenkapitals um mindestens 760 Millionen Euro. Nachdem Verhandlungen über einen Verkauf kürzlich endgültig scheiterten, plant Springer nun die Erstnotiz an der Börse für Anfang Juli.

Beim Immobilienspezialisten Annington ist eine Emission im Bereich von 1,2 Milliarden Euro geplant. Ein Großteil dessen wird wohl auf eine Umplatzierung des bisherigen Eigentümers Terra Firma entfallen.

IPO-Saison 2013 kann ein Volltreffer werden

Zusammengerechnet ergeben die gerade genannten Zahlen (und die, der beiden in diesem Jahr bereits erfolgten Börsengänge der RTL Group und LEG Immobilien) in etwa 7,1 Milliarden Euro.

Sollte der geplante Börsengang des Armaturenherstellers Grohe im Herbst noch dazu kommen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Marke von 7,5 Milliarden aus dem Jahre 2007 übertroffen werden.

Bemerkenswert: Alle genannten Unternehmen sind potenzielle MDax-Kandidaten. Dies trifft auch auf die RTL Group und LEG Immobilien zu.

Die letztgenannten Unternehmen haben ihren Börsengang bereits hinter sich und warten nun auf eine Einstufung in die 2. oder 3. Börsenliga, in die sie dann am 24. Juni einziehen werden.

Im MDax (dort landen die Aufsteiger) und SDax (dort landen die Absteiger) beginnt als schon bald das große Stühlerücken.

18. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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