Das ist das größte Problem bei den Minenwerten

Auch in der neuen Woche bleiben die Schwierigkeiten am Rohstoffmarkt bestehen. Einige große Minenwerte haben sich etwas erholt – mehr ist aber noch nicht passiert.

Die Verunsicherung vieler Investoren zeigt sich heute bei den Standardaktien. Da geht es wieder deutlich nach unten.

Gleichzeitig liegt der Goldpreis wieder etwas zu und überwindet erneut die 1.140-Dollar-Marke.

Es bleibt grundsätzlich dabei: Minenaktien sind aktuell nicht im Trend. Gute und schlechte Unternehmen werden zusammengeschmissen.

Nun werden Sie sich fragen: Wer setzt die Kategorie fest? Welche Unternehmen sind gerade gut und welche schlecht?

Ein guter Maßstab ist sicherlich immer die Verschuldung. In angespannten Marktlagen können Firmen mit einer geringen Verschuldung deutlich entspannter agieren als die Konkurrenz.

Daher ist es wichtig, zunächst richtig auf die aktuelle Situation der Unternehmen zu schauen.

Hier ist festzustellen, dass viele Minenwerte extrem hohe Kredite aufgenommen haben. Die müssen jetzt zurückgezahlt werden – obwohl die Preise am Rohstoffmarkt deutlich zurückgekommen sind.

Hier sehen Sie, wie stark der Druck auf die Unternehmen ist.

Kinross Gold leidet unter den hohen Schulden –das zeigt auch der niedrige Aktienkurs

Das spiegelt sich auch beim Aktienkurs wieder. Beispielhaft nehme ich hier Kinross Gold. Heute gehört der Goldproduzent mit einer Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd. € noch immer zu den großen Goldproduzenten der Welt.

Doch diese Zahl war im Jahr 2010 noch sehr viel größer. Aktuell kostet die Aktie nur noch 1,60 €. In der Spitze stand die Aktie damals aber bei mehr als 14 €.

Kinross Gold nutzte damals die gute Stimmung aus und nahm hohe Kredite auf. Das Ziel dahinter war einfach: Kinross Gold wollte sich lukrative Projekte für die Zukunft sichern. Diese Strategie ging jedoch nicht auf.

Das größte Fiasko erlebt Kinross Gold mit Frute del Norte Projekt in Ecuador. Der Kaufpreis für dieses Goldprojekt lag bei 1,2 Mrd. Dollar.

Im vergangenen Jahr war Kinross Gold gezwungen, dieses Projekt zu verkaufen. Der erzielte Preis lag nur noch bei 240 Mio. Dollar.

Aus der gesunden Bilanz mit einer Fremdkapitalquote von 18 % der 2010 wurde eine Bilanz in Schieflage mit einer Fremdkapitalquote von fast 50 % im vergangenen Jahr.

Die massiv einbrechenden Rohstoffpreise haben auch bei den großen Minenkonzernen wie Kinross Gold die finanzielle Basis angegriffen.

Ohne eine deutliche Erholung der Preise werden diese Goldproduzenten auch nicht in ein ruhigeres Fahrwasser gelangen – dafür sind die Schulden noch immer viel zu hoch.

1. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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