Rohstoffe: Das ist 2017 der bislang größte Gewinner

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Nicht Gold oder Silber – und schon gar nicht Öl! – haben in diesem Jahr die Nase vorn am Rohstoffmarkt. Der Gewinner ist bislang Palladium. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Jetzt liegt das 1. Halbjahr 2017 hinter uns. Zeit für eine Bilanz der Rohstoffmärkte.

Klar ist dabei: Etliche Rohstoffe haben deutlich schwächer abgeschlossen als große Börsen-Indizes.

Doch gerade zum Ende des Halbjahres hat sich die Wertentwicklung der beiden Anlageklassen wieder angeglichen.

Eine Fortsetzung genau dieses Trends erwarte ich auch für das 2. Halbjahr 2017.

Technologiewerte-Bewertungen außer Kontrolle

In etlichen Bereichen sind die Bewertungen an den Standard-Aktienmärkten aus dem Ruder gelaufen. Das gilt insbesondere für viele Technologiewerte.

Jüngstes Beispiel: Erst am vergangenen Freitag startete mit Delivery Hero ein Lieferdienst für Essen an der Börse.

Das Geschäftsmodell ist einfach zu kopieren und wird jetzt mit 4,6 Mrd. € an der Börse bewertet.

Da schau ich doch lieber auf die wahren Substanzwerte die ihnen die Rohstoffe immer noch bieten.

Und gerade die Edelmetalle haben in den ersten 6 Monaten 2017 einmal mehr eine spannende Wertentwicklung hingelegt – mit einem überraschenden Gewinner.

Preisanstieg von knapp 20% beim Palladium

Es ist Palladium. Das nicht so im Fokus stehende Edelmetall hat seit Anfang des Jahres knapp 20% an Wert gewonnen.

Das ist deutlich besser als beispielsweise Gold mit einem Zuwachs von knapp 8% oder Silber mit einem Zuwachs von nur 4,5%.

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Platin schaffte sogar nur einen Zuwachs von 2,5% in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres.

Auf der anderen Seite der Performance-Skala stehen einmal mehr die Energiewerte.

Seit Jahresanfang gab es hier massive Abschläge beim Erdgas, Heizöl, bei der Nordsee-Sorte Brent und auch bei der Sorte WTI aus den USA.

OPEC verliert zunehmend an Einfluss

Bei dieser Preis-Entwicklung ist eine Sache klar zu sehen: Die von der OPEC seit Anfang des Jahres in Kraft gesetzten Förderkürzungen haben beim Öl nicht viel bewirkt.

Das mag auch daran liegen, dass die Vereinigen Staaten diese Lücke mit einer erhöhten eigenen Förderung geschlossen haben.

Es gelingt einfach nicht mehr, auf dem Markt eine Knappheit zu erzeugen, die dann positiv für die Preise wirkt; die Macht des Ölkartells OPEC lässt immer weiter nach.

Einen Gewinner hat diese aktuelle Entwicklung auf jeden Fall: Und das sind wir alle als Autofahrer und Ölverbraucher.

Die großen Unterschiede zwischen den Edelmetallen und den Energie-Rohstoffen sind schon erstaunlich.

Das zeigt Ihnen aber auch, dass Edelmetalle immer noch als Absicherung funktionieren.

Das gilt auch, obwohl der Goldpreis zu Beginn der neuen Woche nur noch bei rund 1.230 Dollar notiert – und damit so niedrig wie zuletzt Mitte Mai.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.