Das ist die angekündigte Bewegung! DAX mit einem Volltreffer

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Gestoppt wurde der Abverkauf übrigens exakt und unheimlich präzise am 61,8er Fibonacci Retracement der letzten Aufwärtsbewegung. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Am Mittwoch schrieb ich Ihnen noch, dass eine große Bewegung vor der Tür steht. Am Donnerstag ging es für den DAX prompt 500 Punkte intraday herunter. Das war schon sportlich und hatten wir lange nicht mehr! Schön zu sehen, dass der DAX es immer noch drauf hat.

Gestoppt wurde der Abverkauf übrigens exakt und unheimlich präzise am 61,8er Fibonacci Retracement der letzten Aufwärtsbewegung. Das war schon beeindruckend!

DAX mit Punktlandung

Viel besser hätte ich es mir auch nicht wünschen können. Die klassische 62er Bewegung wurde gestern bereits abgearbeitet. Damit hat der DAX das übliche Ziel für eine Konsolidierung auch schon abgehakt. Aber sind wir schon fertig?

Heute geht es wieder bergauf. Das ist durchaus nicht ganz unwichtig. Schließlich ist nicht nur Freitag, sondern wir haben zusätzlich auch Monatsschluss. Die Kurse heute Abend sind also von besonderer Bedeutung für die Monatskerze – und die Wochenkerze natürlich auch.

Wenn wir also über dem 50er Retracement schließen, d.h. über 12.455 Punkten, wäre das ein kleiner Achtungserfolg der Bullen. In den meisten Fällen erholt sich der DAX jetzt wieder etwas – im Extremfall sogar Richtung 12.910 Punkte. 12.800 sind eher machbar oder einfach nur bis etwa 12.660 bevor es dann eine zweite Strecke nach unten gibt. Diese hätte ein mögliches Ziel um die goldene 12.000er Marke.

Wie Sie im obigen Tageschart sehen, liegt bei 11.965 Punkten auch noch das 78,6er Retracement. Das ist somit quasi in Reichweite, wenn wir auf die 12.000 abstürzen. Aber gehen Sie einmal davon aus, dass wir nicht noch einmal eine solche Punktlandung am Retracement hinlegen werden. Dafür ist eher das 62er Retracement bekannt.

DAX im Sommer 2020

Wohin wird uns der DAX diesen Sommer begleiten? Dass wir jetzt schon vor Ende Juli aus dem Aufwärtstrend herausgefallen sind, ist ein gutes Zeichen für die Bären. Zur Zeit werden viele Zahlen bei den Analysten herumgeworfen, nur extrem tief sieht den DAX keiner.

10.500 ist dabei oft schon das höchste der Gefühle, was einige Profis für machbar halten. Die Prognosen von 7.000 Punkten treten nur von Privatanlegern auf Social Media auf und haben insofern keine Aussagekraft – im Gegenteil. Dass wir aber noch einmal Richtung Süden marschieren können, ist wohl aktuell wahrscheinlich.

Die Nachrichten titeln schon vorsichtig mit „2. Welle“ und stimmen uns auf den Herbst ein. Jetzt kommen erst einmal die ersten Urlauber aus den Ferien zurück, die bereits reisen konnten. Im Süden der Nation geht es jetzt erst los, da gibt es Rückkehrer aus Risikogebieten noch nicht sofort.

Und wenn denn die Faktoren A und B sich treffen, haben wir nicht nur viele gefährdete und positiv getestete Rückkehrer, sondern auch offiziell die 2. Welle von Corona und nicht nur in Ausbeutungsbetrieben.

Was fast noch spannender ist: die Insolvenzen in Deutschland. Noch haben diese Schonzeit. Bis Ende September gilt die Spielregel, dass niemand offiziell Insolvenz beantragen muss. Corona und so. Ab Oktober müssen die Betriebe dann aber sagen, was Sache ist. Zumindest ist das der aktuelle Stand. Vielleicht gibt ja noch eine Verlängerung aufgrund der großen Nachfrage.

Letztlich wird es aber früher oder später auch in diesem Bereich der News knallen. Denn nur weil jetzt die Betriebe noch weiter versuchen können sich über Wasser zu halten, werden diese nicht plötzlich im Herbst wesentlich mehr verdienen. Die Wirtschaft im Mittelstand hat entsprechend gelitten durch die Pandemie, aber auch zahlreiche Kleinunternehmer sind kurz davor, von der fiskalischen Klippe zu springen.

Wenn wir das alles miteinkalkulieren, könnte der DAX jetzt im Sommer Richtung 11.000 Punkte plus minus 1.000 Punkte laufen. Ab Herbst kommt dann die übliche Rallye, obwohl dann das ganze Ausmaß des Schadens noch nicht einmal feststeht. So war es im März auch: Die USA hatten gerade erst angefangen mit ihren Fallzahlen und die Börse sah den Tiefpunkt schon im Rückspiegel. Denken Sie also immer daran: Börse hat nichts mit der Wirtschaft zu tun – wenigstens nicht mit der Wirtschaft des Mittelstands oder von kleineren Selbständigen.

Der Rausschmeißer zum Wochenende: Es gibt ein Ratio zwischen DAX und NASDAQ – das steht aktuell auf einem Rekordwert. Noch nie gab es so viel DAX für so wenig NASDAQ. Passend dazu auch der gestrige Tag. Die großen Jungs legen die Zahlen vor, der NASDAQ steigt deutlich an während der DAX mehrere Prozent abgibt.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.