Pharma-Geschäft: Mein Favorit trotz Donald Trump

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Präsident Trump will mit tiefgreifende Einschnitten steigenden Preisen den Kampf ansagen und das Gesundheits-System reformieren. (Foto: Raihana Asral / Shutterstock.com)

Pharma-Konzerne gelten als konjunkturresistent, erwirtschaften hohe Renditen und beteiligen ihre Aktionäre großzügig am Geschäfts-Erfolg.

Besonders lukrativ sind die USA. Dort gibt es kaum staatliche Preisregulierungen.

Obergrenzen oder Zwangsrabatte sind dem US-Gesundheitssystem fremd. Die Konzerne handeln die Preise für Medikamente direkt mit den Versicherungen aus.

Donald Trump und das Gesundheitswesen

Das könnte sich unter der neuen Regierung aber bald ändern. Präsident Trump hat steigenden Preisen den Kampf angesagt und will das System reformieren.

Geplant sind tiefgreifende Einschnitte beim Medicaid-Programm. Damit soll der Staatshaushalt in den nächsten 10 Jahren um bis zu 800 Mrd. $ entlastet werden.

Gleichzeitig würden rund 24 Mio. Amerikaner ihren Versicherungsschutz verlieren. Wenn aber keine Staatsgelder an bedürftige Versicherte mehr fließen, muss ein anderer die Kosten tragen.

Trump hat die Pharma-Industrie aufgefordert die Medikamenten-Preise zu senken und im Gegenzug Steuer-Erleichterungen und beschleunigte Zulassungsverfahren in Aussicht gestellt.

Aber auch ohne staatlichen Druck könnten die Preise sinken. Denn in Bereichen, in denen es bereits Generika oder Biosimilars gibt, fordern die Versicherer schon jetzt Rabatte.

Nur bei Innovationen, die einen echten medizinischen Fortschritt darstellen, werden die Pharma-Konzerne auch in Zukunft ihre Preismacht ausspielen können.

Dazu gehören vor allen Dingen Immuntherapien, die der neue Trend in der Krebsbekämpfung sind.

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Wer keine Innovationen im Angebot oder in Aussicht hat, muss zukaufen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Schon jetzt lässt das Wachstum nach

Die Branchen-Konsolidierung wird sich daher in den kommenden Jahren fortsetzen – aber auch deshalb, weil Wachstum ein grundsätzliches Problem geworden ist.

Zwar stieg der Umsatz der weltweit 20 größten Pharma-Konzerne im vergangenen Jahr wechselkursbereinigt um 3% auf 500 Mrd. $.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Wachstum aber erneut abgeschwächt.

Den Großen gelingt es nicht genug neue Medikamente auf den Markt zu bringen, die für eine Wachstums-Beschleunigung sorgen können.

Fresenius bleibt Favorit Nr. 1

Wachstums-Probleme sind für Fresenius ein Fremdwort. Der Konzern wächst seit Jahren profitabel; nicht nur durch Übernahmen, sondern auch aus eigener Kraft – im 1. Quartal sogar um 7%!

Weitere Favoriten sind Johnson & Johnson sowie die immer noch historisch günstig bewertete Novo Nordisk.

Nach der Übernahme durch Johnson & Johnson verschwindet Actelion vom Kurszettel.

Auch STADA und Biotest könnten bald vom Kurszettel verschwinden; noch sind die Übernahmen nicht in trockenen Tüchern…


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.