Das läuft falsch bei der US-Wirtschaft

Die Meldungen über positive Entwicklungen in der Wirtschaft reißen nicht ab.

In China ist so der Handels-Überschuss auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Auch in der Eurozone hat es zuletzt einige positive Überraschung gegeben.

Gleichzeitig sinkt in den Vereinigten Staaten die Arbeitslosenquote deutlich ab. Zudem notieren die Ölpreise immer noch auf einem extrem niedrigen Niveau.

Im Grunde ist doch alles bestens, oder? – Wie Sie vielleicht wissen, schaue ich auch gerne etwas genauer hin. Und bei einer aktuellen Analyse bin ich auf schockierende Zahlen aus den USA gestoßen…

Wenn doch alles so rund läuft in der Wirtschaft müssten doch eigentlich auch die neuen Aufträge massiv steigen? Doch dem ist nicht so.

Auftragseingänge so niedrig wie seit 2002 nicht mehr: Wie kann dabei die Wirtschaft wachsen?

Derzeit haben die neuen Auftrags-Eingänge bei den Konsumgütern den niedrigsten Stand seit 2002 erreicht.

Das hat ganz aktuell die US-Statistikbehörde veröffentlicht. Gerade neue Aufträge sind aber ein guter Maßstab für den Zustand der Wirtschaft.

Die neuen Aufträge von heute sind die Umsätze von morgen im Einzelhandel. Wenn hier aber die Aufträge massiv sinken, wird das auch zu Umsatz-Rückgängen im Einzelhandel führen.

Dies ist aber nur eine Seite der Medaille. Sehr wichtig ist auch der Blick auf die Entwicklung der realen Haushalts-Einkommen.

So sieht es tatsächlich aus

Im Grunde ist die Überlegung dahinter ganz einfach: Ohne ein höheres Haushalts-Einkommen müssen viele Haushalte schlicht und einfach Kredit aufnehmen, um auch mehr konsumieren zu können.

Doch genau das passiert aktuell nicht in den USA. Ausgehend vom Jahr 2000 ist das reale Haushalts-Einkommen um 33 % gestiegen. Das sagt aber extrem wenig aus; wichtig ist der nominale Zuwachs.

Hier werden Schlüsselfaktoren wie die Kosten für Gesundheit, Bildung und auch die Inflation mit eingerechnet.

Auf dieser Basis liegt das aktuelle durchschnittliche Haushalts-Einkommen in den USA sogar noch knapp 4% unterhalb des Wertes von vor 15 Jahren.

Zudem geben solche Durchschnitts-Betrachtungen keinerlei Hinweise auf die Entwicklung in den einzelnen Einkommens-Schichten.

Es ist daher sogar sehr wahrscheinlich, dass die oberen 10% der Einkommen in den USA deutlich gestiegen sind, während die restlichen 90% eine Stagnation oder sogar einen Rückgang erlebt haben.

Ausblick

Diese Beispiele zeigen Ihnen ganz klar: Es lohnt sich immer wieder etwas genauer hinzuschauen.

Dann wird auch klar, welche Probleme unter der Oberfläche schon vorhanden sind, die aber von der breiten Masse gar nicht erkannt werden.

Hier können Sie sich auf mich verlassen, denn ich werde auch weiterhin ganz genau hinschauen und auch unbequeme Wahrheiten weiterhin veröffentlichen.

13. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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