Das Leiden der Automobilzulieferer

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Gemeinsam mit den Automobilherstellern leiden auch die Zulieferer, dennoch sind die automobilen Megatrends nach wie vor intakt. (Foto: Gubin Yury / shutterstock.com)

Die Autozulieferer haben wie auch die Automobilhersteller derzeit mit der Abkühlung in der Autoindustrie zu kämpfen. Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China sorgen für ein abflauendes Geschäft im wichtigen chinesischen Markt, in Europa verursachen die Produktionsverzögerungen infolge der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP Probleme.

Im Oktober belasteten die Verschärfung der EU-Abgasgrenzwerte ab 2030 sowie abermals Gewinnwarnungen von Herstellern und Zulieferern die Werte des europäischen Automobilsektors. Der EURO STOXX Automobiles & Parts, in dem Hersteller wie Zulieferer enthalten sind, verlor im 3. Quartal nochmals 2,3%. Für die ersten 9 Monate ergab sich insgesamt ein Kursrückgang von 13,8% auf 511 Punkte. Auch unsere Zulieferer blieben davon nicht verschont und verzeichneten weitere Kursverluste.

Die automobilen Megatrends sind intakt

Die automobilen Megatrends sind aber nach wie vor intakt. Herauskristallisiert haben sich vier große Bereiche: Sicherheit, Umwelt, Information und kostengünstige Fahrzeuge. Um diesen Trends gerecht zu werden, stellt sich Continental für die Mobilität der Zukunft neu auf. Unter der Dachmarke Continental Group wird eine Holding-Struktur gebildet. Sie wird von drei Säulen getragen. Dazu zählen Continental Rubber, Continental Automotive und Powertrain. Die Berichtsstruktur wird ab 2020 angewendet. Außerdem werden bis Anfang 2020 die Sparten Chassis & Safety und Interior neu formiert.

Aus ihnen werden zwei Geschäftsfelder unter den neuen Bezeichnungen Autonomous Driving Technologies und Vehicle Networking Technologies hervorgehen. Unterstützt werden beide durch eine neu geschaffene, zentrale Forschung und Entwicklung „Automotive“. Wegen schwächerer Geschäfte und höherer Kosten hatte Continental im August zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose für 2018 gesenkt. Der Konzern wird seine Probleme lösen und nach der Umstrukturierung zu gewohnter Profitabilität zurückfinden.

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Diese zwei Zulieferer können überzeugen

Die Geschäfte von Magna brummen. Sowohl im 3. Quartal als auch in den ersten 9 Monaten legten Umsatz und Gewinn deutlich zu. Im Werk in Graz, wo Magna die einzige Produktion betreibt, in der ganze Fahrzeuge zusammengebaut werden, verdoppelte sich in den ersten 9 Monaten der Umsatz. Die Zahl der gebauten Fahrzeuge hat sich auf 107.900 mehr als verdoppelt. Das starke Plus liegt an dem Start des Jaguar E- und I-Pace- Programms und der BMW 5er-Serie.

Magna ist in vielen Bereichen Marktführer, und wie der Großteil seiner Wettbewerber bereitet sich der Zulieferer derzeit intensiv auf die zunehmende Rolle der Elektromobilität vor. Der Konzern will sich dabei nicht allein auf den Antrieb konzentrieren. Im Fokus stehen zukünftig auch verstärkt das autonome Fahren sowie Mobilität als Service.

SAF-HOLLAND steigerte im 3. Quartal den Umsatz um 22,9%. Der Umsatz im Erstausrüstungsgeschäft legte in allen Regionen spürbar zu und stieg um 24%. Die Region APAC/China konnte den Umsatz mehr als verdoppeln. Mit Nachdruck arbeitet das Unternehmen an Lösungen für den smarten Trailer, an Beiträgen im Umfeld des autonomen Fahrens sowie an zahlreichen Digitalisierungsprojekten.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.