Das müssen Sie über die Überflieger-Aktie wissen

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Billigflieger boomen – nicht nur in Europa. Wie es um die Aktie von Alaska Air steht. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Waren Sie schon mal in Alaska? Der US-Bundesstaat bietet allen, die es ruhig und naturnah mögen sicherlich einen wundervollen Urlaub. Ein echter Exportschlager des Staats ist die eigene Airline. Alaska Air ist in den USA längst an vielen Flughäfen zu Hause und gilt als preisgünstige Alternative. Wenn Sie in den USA sind und günstige Flüge suchen, kommen Sie um Alaska Air fast nicht herum.

Dass sich dies auch für Anleger auszahlen kann, zeigt unsere Analyse. Doch der Reihe nach. Die Alaska Air Group ist die Holding für die Billigfluggesellschaften Alaska Airlines, Virgin America und Horizon Air. Es werden rund 115 Ziele in den USA, Kanada, Mexiko, Cuba und Costa Rica angeflogen. 2017 wurden 44 Mio Passagiere transportiert. Durch die Übernahme von Virgin America ist Alaska Air zur fünftgrößten Fluggesellschaft der USA aufgestiegen.

Mehr Dividende für Aktionäre

Die Übernahme von Virgin hat Alaska zu einem Umsatzplus von 33,8% verholfen. Laut CEO Tilden wurde 2017 die Basis für eine gute zukünftige Entwicklung gelegt. Die Flotte wurde vergrößert, das Netzwerk um 44 Routen erweitert, die Mitgliederzahl beim Bonusprogramm erhöht und die Integration von Virgin vorangetrieben. Im Frühjahr soll die Integration Virgins größtenteils abgeschlossen sein. Die Dividendenauszahlung wurde um 7% angehoben.

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Wer bietet Ihnen sonst noch bequeme 5% Rendite?Nicht nur bei den großen Konzernen können sie kräftig Dividenden abschöpfen. Auch ein Blick in die zweite oder dritte Reihe kann lukrativ sein. › mehr lesen

Seit 2013 hat der Konzern seine Dividende um 220% erhöht. Die 7%ige Anhebung ist hingegen nicht durch eine Verbesserung der Ertragskraft gerechtfertigt. Diese hat von der Übernahme bis jetzt nicht profitieren können. Zwar ist der Überschuss um 27,0% geklettert, aber unter Ausklammerung positiver Steuereffekte sowie der Kerosin- und einmaligen Integrationskosten, ist der Jahresgewinn um 9,7% zurückgegangen.

Insbesondere die höheren Lohn- (+39%) und Kerosinkosten (+74%) verhinderten ein besseres Ergebnis. Skaleneffekte führten dazu, dass die Stückkosten (Ex-Kerosin) vorerst konstant gehalten werden konnten. Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit wird die weitere Vereinheitlichung der beiden Airlines sein. Dazu zählen ein einheitliches Reservierungssystem, eine Website und ein gemeinsames Fluginventar.

Aktuell läuft‘s nicht ganz so gut – was tun?

Die Ertragskraft wird dieses Jahr weiter unter Druck stehen. Folgende Faktoren werden belasten: steigende Kerosinpreise, höhere Wartungsgebühren und Tarifverträge für die Piloten sowie Integrationskosten. Für das 1. Quartal erwartet das Management sogar einen Verlust. Für das Gesamtjahr erwarten wir daher einen rückläufigen Gewinn. Die Airline ist gut positioniert und die Kunden mögen Alaska Air. Aktuell sollten Anleger aber besser noch ein wenig abwarten.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.