Das müssen Sie zur Auswahl von Rohstofffirmen wissen

Immer wieder werde ich gefragt, wie man tatsächlich aussichtsreiche Rohstofffirmen findet? Das ist eine einfache Frage, auf die es allerdings keine einfache Antwort gibt. Wenn Sie sich für das Rohstoffsegment an der Börse interessieren, müssen Sie eine Sache auf jeden Fall mitbringen: Geduld.

Wenn Sie auf schnelle Gewinne hoffen, ohne viel Zeit investieren zu müssen, sind Sie im Segment der Rohstoffaktien falsch. In diesem Segment gelten ganz andere Regeln als in vielen anderen Börsensegmenten.

So habe ich im Laufe der Jahre immer wieder festgestellt, dass der entscheidende Erfolgsfaktor für viele Unternehmen immer wieder das Management war. Und genau das sollte auch ihre Herangehensweise bei einem Rohstoffunternehmen sein.

Der Hintergedanke dabei ist ganz einfach. Beim Management-Team mit einer erfolgreichen Historie ist es durchaus wahrscheinlicher, dass auch beim nächsten Projekt wieder ein Erfolg gelingt. Gerade jetzt in den anspruchsvollen Zeiten in denen es schwer fällt neues Kapital aufzunehmen, spielt der Managementfaktor eine ganz entscheidende Rolle.

Mir haben die Gespräche mit den Unternehmensvertreter immer sehr viel gebracht. Meine Herangehensweise dabei ist eigentlich ganz einfach. Ich suche bei den kleinen Rohstofffirmen nach der „Leiche im Keller“.

Entschuldigen Sie hier meine direkte Sprache, doch so ist es nun mal in der Realität. Gerade bei vielen kleinen Rohstofffirmen sehen viele Dinge erst einmal hervorragend aus. Doch sie können fast sicher sein dass diese Firmen eben viel zitierte Leiche im Keller haben.

Viele Risikofaktoren können diese Branche negativ belasten

Bei der Analyse eines Rohstoffunternehmens muss es dann darum gehen, zunächst den einen oder die verschiedenen Risikofaktoren zu identifizieren und auch die weiteren Auswirkungen auf die Unternehmensentwicklung richtig abschätzen zu können. Ein ganz wichtiger Faktor bei den Rohstofffirmen war zuletzt die Lage des Vorkommens. Hier geht es vor allem um die Länder, in denen sich die Vorkommen befinden. Daraus ergibt sich naturgemäß ein politisches Risiko oder eben nicht.

Ein Goldvorkommen in Kanada ist deutlich risikoloser zu betreiben als das gleiche Vorkommen in westafrikanischen Burkina Faso. Allerdings können gerade die westafrikanischen Projekte oft mit herausragenden Kennzahlen glänzen. So befinden sich viele Vorkommen in der Nähe der Oberfläche und können kostengünstig entwickelt werden.

Doch was nützt ein solches Vorkommen, wenn es zu politischen Unruhen in dem Land kommt und beispielsweise schon bestehende Minenlizenzen wieder infrage gestellt werden.

Allein an diesem einen Aspekt erkennen Sie sehr schnell, wie ein Risikofaktor bei einem Rohstoffunternehmen quasi über Nacht in den Vordergrund treten kann. Welche weiteren Punkte bei der Analyse von Rohstoffunternehmen für mich immer schon wichtig waren, werde ich Ihnen in weiteren Ausgaben hier an dieser Stelle erläutern.

3. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Heiko Böhmer. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt