Das passiert morgen an der Börse

Am Mittwoch wird der BrExit offiziell; Großbritannien tritt dann aus der EU aus. Zumindest machen die Briten dann den 1. Schritt auf dem Weg zum Austritt.

Dieser Spießrutenlauf wird laut Plan immerhin 2 Jahre dauern. Dann soll sich das Vereinigte Königreich komplett von der EU losgelöst haben.

Dabei sehen wir deutlich, wie komplex der ganze EU-Apparat ineinander verschachtelt ist, wenn solch ein Prozess über 24 Monate angesetzt wird.

Hoffen wir, dass der Zeitplan eingehalten wird und nicht ähnlich gut organisiert ist, wie der Bau des neuen Berliner Flughafens.

Dieser liegt dem deutschen Steuerzahler übrigens bereits mit 5,1 Mrd. € auf der Tasche.

Laut einer Internetseite, die sich mit der Kosten-Übersicht von BER beschäftigt, hätte der Flughafen Berlin-Tegel dafür 51 Jahre weiterbetrieben werden können.

Die Folge des BrExits an den Märkten

Laut einer Sonderauswertung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wird der BrExit gewaltige Auswirkungen haben – und zwar für deutschen Firmen in Großbritannien.

Der Umfrage zufolge stufen viele die aktuelle Lage zwar noch als „halbwegs solide“ ein. In den nächsten Monaten wird sich dieses Bild aber wandeln.

Denn rund 40% der Unternehmen gehen von zukünftig schlechteren Geschäften aus. Lediglich 9% der deutschen Firmen wollen ihre Investitionen verlagern – in 1. Linie in die Heimat.

Doch können die deutschen Kunden das schwächelnde UK-Geschäft wirklich auffangen? Behalten alle Mitarbeiten an deutschen Standorten ihre Jobs?

Vom BrExit sind wir sicherlich auch betroffen; ich welchem Ausmaß, das wird sich zeigen.

Jedoch gibt es keinerlei Grund „europhorisch“ zu sein; selbst für denjenigen, der kein Fan von Brüssel und den „Eurokraten“ ist.

Deutschland wird vom BrExit kaum profitieren. Das sollte sich auch in den Aktien widerspiegeln.

Schottland hat dies auch verstanden und will seinen Kopf aus der BrExit-Schlinge ziehen. Heute Abend will das Parlament über ein neues Referendum abstimmen.

Es wird erwartet, dass es danach zu einer neuen Volksabstimmung kommt und die Schotten ihre Stimme für einen Verbleib in der EU  abgeben werden.

Reich werden mit Spagat

Nein, Sie können sitzen bleiben – es geht hier nicht um Yoga!

Vielmehr schauen wir an dieser Stelle auf die unterschiedlichen Zeitwerte von Optionen bei der Time-Spread-Strategie.

Die Zeitwerte von Optionen haben am Verfalls-Termin einen Wert von 0. Je näher Sie diesem Termin kommen, desto schneller fällt der Zeitwert.

Sie können das etwa mit der Kurve vergleichen, die ein geworfener Stein abbildet.

Stellen Sie sich alternativ Astronauten vor, wenn diese wieder in die Erdatmosphäre eintreten:

Dabei fliegt die Kapsel zu Beginn möglichst parallel zur Erde. Erst am Ende bewegt sie sich direkt vertikal nach unten.

Genauso ist es mit den Zeitwerten:

Diese nehmen täglich minimal ab, wenn der Verfalls-Termin noch weit in der Zukunft ist. Je näher sie dem Ende kommen, desto steiler wird der Winkel.

Wie profitieren Sie als Anleger davon?

Sie kaufen beim Time-Spread 2 Kontrakte mit unterschiedlich langer Laufzeit. Sie werfen also 2 Steine im zeitlichen Abstand.

Die kürzer laufende Option verliert schneller an Wert – der 1. Stein landet zuerst auf dem Boden.

Betrachten Sie jetzt die jeweilige Höhe der beiden Steine, so werden die Unterschied immer größer.

Während die lang laufende Option kaum an Wert verliert, fällt die kürzer laufende immer schneller.

Die Differenz der Zeitwerte nimmt also so lange zu, bis die 1. Option abgerechnet wurde.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Unterschied der Zeitwerte am größten. Und genau dann verkaufen wir oft die länger laufende Option.

Zu Beginn des Trades zahlen wir einen geringfügigen Aufpreis für den Kontrakt, der später abgerechnet wird.

Doch diesen holen wir meist mehrfach wieder herein, indem wir an den hohen Unterschieden der Zeitwerte partizipieren.

Wenn Ihr Verdienst der Abstand von beiden geworfenen Steinen ist, steigt Ihr Profit, je länger sie warten.

Wann kann die Strategie erfolgreich umgesetzt werden? – I. d. R. immer, insbesondere aber bei Seitwärts-Phasen, wie wir sie gerade erleben.

28. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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