Das sind die Börsen-Prognosen für 2019!

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Silvester 2019 und die Börsen-Prognosen gehen wieder einmal in alle Richtungen? Auf eines ist Verlass: Keiner hat Recht und am Ende des Jahr gibt es eine Überraschung. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Bevor wir Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen, befassen wir uns heute noch einmal kurz mit den Märkten. Klar, der DAX hat schon Feierabend für dieses Jahr – hier passiert nichts mehr. Aber die US-Börsen sind heute noch aktiv und natürlich auch die Rohstoffe samt Gold. Der Dow Jones konnte um 1 Prozent zulegen. NASDAQ und S&P500 stiegen um 0,75 Prozent. Gold steht inzwischen schon bei 1.280 US-Dollar!

Was haben der heutige DAX und die Prognosen für 2019 gemeinsam?

Sie gehen weit auseinander. Heute wird kein Xetra-Handel betrieben, deshalb gibt es auch keine offiziellen DAX-Kurse. Das hindert aber andere Spieler nicht daran, ihre eigene Berechnung für den DAX aufzustellen – auch wenn die Börse eigentlich geschlossen hat. So sagt die Citi-Bank, dass der DAX heute bei 10.558 Punkten steht und hängt sich damit an den letzten Xetra-Wert.

Forex Capital Markets schätzt, der DAX steht heute Nachmittag bei 10.582 Punkten. Lang & Schwarz taxiert ihn auf 10.572 Punkte – der letzte außerbörsliche Kurs vom 28.12. Die Deutsche Bank indexiert den DAX heute sogar auf 10.670 Punkte! Sie merken schon, es können nicht alle Recht haben und vermutlich hat sogar keiner Recht.

Das bringt uns zu den Prognosen von 2019. Die Bayern LB tippt, dass der DAX Ende nächsten Jahres bei 11.500 Punkten steht, also quasi unverändert. Die Deutsche Bank sagt 12.300, die Commerzbank 12.500 Punkte. Die Postbank sichert sich die runde 13.000 und die DZ Bank peilt sogar die 13.300 Punkte an. Wir haben also von den deutschen Finanzinstituten eine Prognose, dass wir Ende des Jahres 2019 zwischen 11.500 und 13.300 Punkten stehen werden.

Zur Erinnerung: Die Bayern LB und die Commerzbank hatten vor einem Jahr getippt, dass wir heute bei 14.000 stehen; ebenso die Postbank und die DZ Bank. Die Deutsche Bank wollte sogar 14.100 sehen. Das Gegenteil war der Fall. Jetzt sehen die Institute auch wieder steigende Kurse im Schnitt für das kommende Jahr. Wo genau wir in 365 Tagen stehen werden, weiß niemand. Und genauso sollten Sie diese Prognosen auch ansehen. Langzeitwetten auf den großen Unbekannten sind kein Grund auch nur einen Euro darauf zu wetten.

Planen Sie kurzfristig, um langfristig zu verdienen

Die Börsen sind wieder turbulenter geworden! Nach rund 2 Jahren Schlafwagen sind wir jetzt umgestiegen in die Achterbahn. Zeiten mit hoher Volatilität halten im Regelfall zwei bis acht Jahre an. Deshalb gehen Sie davon aus, dass es weiterhin holprig bleibt. Das bietet mehr Chancen, aber natürlich auch mehr Risiken. Doch dafür ist die Börse ja eigentlich gemacht: Wir tauschen dort Risiko gegen Geld. Sonst hätten Sie Ihr Geld auf der Bank liegen. Maximal 100.000 Euro pro Kreditinstitut – wegen der maximalen Einlagensicherung.

Die positiven Aussichten für 2019

Erinnern Sie sich an das „Plunge Protection Team“? Das wird in den USA aktiviert, wenn die Märkte zu viel fallen. Dann wird der Markt künstlich gehalten und neue Käufer nutzen die Chance. Offenbar gab es schon erste Gespräche, das Team soll reaktiviert werden. Dann können wir direkt wieder steigen: Wenn jeder Marktteilnehmer weiß, dass die Kurse nicht weiter fallen können, wird wieder voll investiert.

Der DAX ist davon aber nicht betroffen. Er kann den Sinkflug beibehalten. Das Plunge Protection Team arbeitet nur für die US-Märkte.

Der Brexit wird gecancelt. Noch so eine Theorie. Vielleicht haben die Bürokraten in Großbritannien lange genug verzögert und wir Erleben einen Rückzug vom Rückzug. Fällt der Brexit aus und GB bleibt in der EU, wird das auch den DAX beflügeln. Dann stehen wir unter Umständen schnell wieder über der 12.000.

Der Handelstreit der USA mit China findet eine glimpfliche Lösung. Auch hier sollten die Märkte feiern, schließlich ging es seit Beginn des Handelskriegs fleißig bergab.

Treten all diese Fälle in Kombination ein, steigt der DAX über 15.000 Punkte! Diese Prognose ist sehr sportlich oder auf einfach übertrieben. Dass der DAX in einem Jahr 3.500 Punkte steigen kann, ist sicherlich machbar. Doch haben wir aktuell solch ein Umfeld? Lassen wir uns überraschen!

Die negativen Aussichten für 2019

Es wird alles noch schlimmer. Die US-Notenbank erhöht weiterhin den Leitzins (mindestens zweimal wurde es uns noch für 2019 versprochen) und der Markt übertreibt erneut in dessen Folge und stürzt ab. Es wird noch mehr Geld aus dem Aktienmarkt gezogen. Wichtige Unterstützungen fallen bei den US-Indizes und den großen Playern wie Apple, Amazon sowie Facebook. Wir nehmen noch mehr Fahrt nach unten auf. Chancen auf neue Allzeithochs werden verpulvert.

Wir sehen Kurse beim DAX unter 9.000 Punkten. Auch das ist eine Prognose für 2019. Ob diese wahrscheinlicher ist, als das Gegenteil: über 13.000 Punkte, muss jeder Anleger selbst entscheiden. Beide Ziele sind nur 2.500 Punkte entfernt.

Der Markt beginnt die neue Situation zu akzeptieren, aber er steigt nicht. Zumindest nicht langfristig. Hohe Volatilität bleibt uns erhalten, aber in einer Seitwärtsphase. Gerade beim DAX ist dies ein mögliches Szenario. Stellen Sie sich vor, wir pendeln über Jahre zwischen 8.000 und 12.000 Punkte hin und her, aber langfristig geht nichts vorwärts. Jeder Aufschwung wird wieder abverkauft, jedes Tief wird wieder nach oben gezogen. Für Buy-and-Hold-Anleger sind solche Phasen verlorene Zeit.

Die sicheren Prognosen für 2019

Auch nächstes Jahr wird die Politik eine große Rolle spielen. Sei es ein Tweet von Trump, neue Aussagen der FED und EZB oder News in puncto Brexit – alles wird die Märkte bewegen. Vermutlich wird es auch noch neue Themen geben, die wir bislang nicht auf dem Schirm haben.

Was die Märkte dagegen weniger bewegen wird, sind Wirtschaftsdaten. Für rationale Börsen haben wir aktuell keine Zeit. Alles ist emotional, alles ist dramatisch.

Deshalb ist eine sichere Prognose für 2019, dass sich viele Teilnehmer die Finger verbrennen werden. FOMO kostet jedem Depot Geld. Sie kennen FOMO noch nicht? Das steht für „Fear Of Missing Out“ – also die Angst, etwas zu verpassen. In unserem Fall sind das natürlich große Kurssprünge, oder einfach nur der Boden nach dem derzeitigen Crash.

Halten Sie sich also etwas zurück. Traden Sie nach dem Motto: Morgen ist auch noch ein Tag. Niemand wird über Nacht Millionär an der Börse – außer er war Milliardär. Deshalb werde ich persönlich ganz bewusst 2019 erst einmal besonders ruhige Kugeln schieben und nur kurzfristig investieren. Denn etwas anderes gibt der Markt im Moment noch nicht her. Sollte sich das ändern, erfahren Sie es hier selbstverständlich zuerst!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.