Das verschwiegene Scheitern der europäischen Geldpolitik

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Donald Trumps America-First-Agenda hat direkt mit Ihrer Vermögensvernichtung zu tun. Was, das zeigen wir Ihnen hier auf. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Sie wissen: Die EZB wird den Leitzins nicht anheben und auch den Strafzins (beim Einlagezinssatz) für Banken belassen. Denn die Konjunktur würde schlechter laufen als erwartet.

Kurzum: Die bisherige unsägliche Geldpolitik wird weitergeführt. Und das zu Ihren Lasten.

Ein kurzes Wort zum Leitzins

Durch den Leitzins wollen Währungshüter auf wirtschaftliche Gegebenheiten reagieren, um die Inflation einzudämmen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Die Höhe des Leitzinses beeinflusst natürlich auch den Geldmarkt und wirkt sich somit auf die gesamte Volkswirtschaft aus.

Donald Trumps America First ist Mitschuld an Ihren Vermögensverlusten

Kein Politiker wird es Ihnen sagen, aber letztlich ist es so: Die America-First-Agenda von US-Präsident Donald Trump beeinflusst selbst die Verluste Ihres Vermögens.

Warum? Ganz einfach – weil die EZB dadurch den Leitzins im Keller lässt. Denn angesichts des eskalierenden Handelsstreits zwischen der EU und den USA wird eine deutliche Abschwächung der Konjunktur erwartet.

Das Jammern des Mario Draghi

So jammerte EZB-Chef Maria Draghi bereits, dass es im Falle einer Anhebung der Handelszölle der USA auf Stahl- und Aluminium-Importe und Gegenmaßnahmen der EU sowie der Zunahme des Protektionismus direkte Auswirkungen geben würde.

Gemeint ist damit ein Abflauen des Wirtschaftswachstums. Davon betroffen können vor allem China und Deutschland sein. Das tatsächliche Ausmaß steht allerdings noch in den sprichwörtlichen Sternen.

Leitzinserhöhung und die Freude der Sparer

Letztlich gilt: Einem gesunden Wirtschaftskreislauf braucht nur wenig neues Geld zugeführt werden. Verhindert wird dies normalerweise durch hohe Kreditzinsen.

Darüber wiederum können Sie sich als Sparer natürlich freuen, weil Ihre Sparanlagen natürlich höher verzinst werden.

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Doch im Euroland geschieht genau das Gegenteil – zu Ihren Lasten.

Leitzinssenkung bedeutet für Sie negative Auswirkungen auf Ihr Vermögen

Für Sie als Sparer hat eine Leitzinssenkung bzw. ein Belassen auf diesem Null-Niveau natürlich negative Auswirkungen. Warum, werden Sie jetzt vielleicht fragen?

Ganz einfach: Weil dadurch ebenfalls auch die Guthabenzinsen (z.B. Sparkonten oder Tagesgeld) gesenkt werden, bzw. es fast keine mehr gibt.

Beispiel gefällig? Bitte schön: Das Leitzinsplus Tageskonto von Barclays ist nach Abschluss für ein Jahr direkt an die Höhe der Leitzinsen gebunden. Auch neue Festgeldkonten werden niedriger verzinst. Alles klar?

Die blauäugigen Deutschen vertrauen den Falschen

Ein niedriger Leitzins bedeutet also auch ein niedriger Sparzins.

Noch könnten Sie als Sparer reagieren und Ihr Geld von Sparbüchern und Tagesgeldkonten vom Zugriff der Banken retten. Und stattdessen lieber in krisensichere Aktien und Fonds, Immobilien, Edelmetalle und andere Sachverwerte investieren.

Aber die Deutschen tun es nicht, sind stattdessen Sparweltmeister und vertrauen wieder einmal der Geldpolitik. Was für ein fataler Fehler.

Die bisherige Geldpolitik vernichtete Hunderte Milliarden von Ihrem Vermögen

Denn durch die Niedrigzinspolitik sind in den letzten Jahren hunderte Milliarden an Sparvermögen vernichtet worden. Verstehen Sie: Vernichtet.

Und die EZB und die Bundesregierung sind mit ihrer EU-angepassten Politik des Stillhaltens mit eine Ursache dieser Entwicklung.

Aber das erzählt Ihnen garantiert keiner der Volksvertreter, die täglich freundlich in die Kamera lächeln.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.