Das Wachstum des Spielemarktes setzt sich fort

Electronic Arts FIFA18_Switch_handheld_WM RED – Electronic Arts

Die beiden Computer- und Online-Spielehersteller Electronic Arts und Activision Blizzard profitieren von einem steigenden Spielemarkt. (Foto: Electronic Arts)

Electronic Arts profitiert von der starken Nachfrage nach neuen Produkten und einer zunehmenden Digitalisierung des Geschäftsmodells.

Weniger als ein Drittel des Umsatzes stammen heute noch aus physisch verkauften Produkten. Vor allem Downloads, Online-Spiele und Mobilfunk-Dienste tragen zusammen mit der nicht abreißen wollenden Produktoffensive zu dem anhaltenden Wachstum bei.

Electronic Arts brachte neue Top-Spiele auf den Markt

Mit FIFA 18, Madden NFL 18, NBA Live 18 und NHL 18 brachte Electronic Arts 4 neue Spiele auf den Markt. Das neue Spielformat Longshot von Madden NFL 18 wurde im 2. Quartal von über 50% der Spieler gespielt. Unterdessen erreichte die Spielerbasis von FIFA Mobile mit 113 Mio. einen neuen Rekord, während The Battlefield 1 von mehr als 23 Mio. Nutzern gespielt wurde. Die Zahl der Spieler von The Sims 4 legte um 40% und von Madden Ultimate Team um 25% zu. Die hohe Nachfrage machte sich positiv im Zahlenwerk bemerkbar.

Im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres setzte Electronic Arts rund 11% mehr um. Der Gewinn lag mit 622 Mio. $ deutlich über dem Vorjahreswert von 402 Mio. $. Mit StarWars Battlefront II, Need for Speed Payback, The Sims 4 und UFC 3 kündigte das Unternehmen 4 weitere Produktneuerungen für das 2. Halbjahr an. So will Electronic Arts an das gute Vorjahresergebnis anknüpfen und neue Rekordzahlen bei Umsatz, Gewinn und Cashflow erzielen.

Ich habe meine Schätzungen erhöht. Ein Schnäppchen ist die Aktie zwar nicht mehr. Angesichts der überzeugenden Fundamentaldaten und der intakten Wachstumsstory bietet die Aktie jedoch weiteres Potenzial.

Unternehmensporträt

Die 1982 gegründete Electronic Arts (EA) ist der weltweit führende Anbieter von interaktiver Spiele-Software für den PC (wie EA Sports oder Harry Potter) und für Videospiel-Konsolen (PlayStation, Xbox und Nintendo GameCube). Daneben betreibt der Konzern die Online- und E-Commerce-Division EA.com und bezieht Abonnementgebühren.

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Activision Blizzard hat Rekordergebnisse abgeliefert

Der Umsatz stieg in den ersten 9 Monaten um 8,3% auf 5,0 Mrd. $. Während der Anteil direkter Produktverkäufe immer weiter abnimmt, steigen Lizenz- und Abogebühren. Computerspiele werden zunehmend online gespielt. Der durchschnittliche Kunde verbringt 50 Minuten pro Tag auf den verschiedenen Plattformen des Unternehmens.

Activision Blizzard hat die Kosten im Griff

Der Gewinn konnte überproportional um 20,3% auf 858 Mio. $ gesteigert werden. Dabei profitiert das Unternehmen von der großen Kundentreue. 384 Mio. Kunden sind mindestens einmal im Monat aktiv und spülen regelmäßig Geld in die Kasse. Die Cashflows sind sehr gut planbar. Mit Destiny 2 hat Activision das erfolgreichste Konsolenspiel des Jahres in den USA herausgebracht. Der Egoshooter Call of Duty ist das meistverkaufte Spiel der Welt und erreichte mit Veröffentlichung der neuen Version ebenfalls Rekorde bei den Nutzerzahlen.

Allerdings ist das Spiel auch für Rechtsstreitigkeiten mit dem Militärfahrzeughersteller Humvee verantwortlich. Demnach wurden die Fahrzeuge ohne Rücksprache mit dem Produzenten ins Spiel eingebaut. Humvee verlangt jetzt vor einem Bezirksgericht Ausgleichszahlungen und Bußgelder. Eine mögliche Strafe würde aber wohl aus der Portokasse bezahlt werden können.

Das Wachstum des Spielemarktes wird sich fortsetzen. Allerdings ist die Aktie nicht mehr preiswert.

Unternehmensporträt

Activision Blizzard ist ein Video- und Computerspieleentwickler aus den USA. Das Unternehmen entstand 2008 aus der Fusion von Activision mit der Videospieltochter des französischen Medienkonzerns Vivendi. 2016 wurde King Digital Entertainment übernommen. Activision Blizzard ist in den Bereichen Action, Adventure, Sport, Rollen- und Strategiespielen tätig. Das Portfolio umfasst Spieleklassiker wie Call of Duty, World of Warcraft, StarCraft und CandyCrush.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.