Das war der beste Rohstoff 2017

Das abgelaufene Rohstoffjahr hat einen überraschenden Gewinner gebracht – mehr dazu im heutigen Rückblick. Aber auch Kupfer hat 2017 deutlich zugelegt. (Foto: Tchoupis / Shutterstock.com)

In der ersten Ausgabe des neuen Jahres möchte ich noch einmal auf das vergangene Rohstoffjahr 2017 zurückblicken. Insgesamt gaben die Rohstoffe ein gemischtes Bild ab. Dabei hat es einen überraschenden Gewinner gegeben, der alle anderen Rohstoffe doch in den Schatten gestellt hat.

Welcher das ist, wird Ihnen die Analyse meines Kollegen Oliver Groß erläutern, der aber auch andere Rohstoffe noch einmal genauer unter die Lupe genommen hat. Dort werden Sie schon erkennen, dass im abgelaufenen Jahr 2017 die Rohstoffe wieder einige lukrative Gewinnmöglichkeiten gebracht haben. Lesen Sie hier den Rückblick von Oliver Groß:

Rückblick 2017: Kobalt auf dem Spitzenplatz im Rohstoffsektor

Bei den Rohstoffen ergab sich im spannenden Jahr 2017 ein uneinheitliches Bild. So legte der Goldpreis um ca. 12% zu (Bezug USD, Stand 26.12), während Silber auf ein Plus von 3% kam und Platin um knapp 2,5% anstieg. Der ganz große Gewinner bei den Edelmetallen ist Palladium mit einem eindrucksvollen Gewinn von 52%. Palladium profitierte erheblich von einem Angebotsdefizit und dem Diesel-Skandal.

Eine sehr starke Figur gaben im Rohstoffsegment in 2017 die großen Industrie bzw. Basismetalle ab. Nickel verteuerte sich um 20%, Blei um 24% und Zink um 26%. Noch stärker zeigte sich Aluminium mit einem Plus von 29%. Am stärksten präsentierte sich jedoch Kupfer. Der König der Industriemetalle verzeichnete einen satten Jahresgewinn von 31%.

Wesentliche Gründe für die starke Kupfer-Performance waren Streiks in der größten Fördernation Chile, die solide Entwicklung der Weltwirtschaft, eine stärkere Nachfrage aus China, Sorgen um ein zukünftiges Angebotsdefizit und der Boom im Elektromobilitätssektor. Doch es gab auch bei den Industriemetallen nicht nur Gewinner. So gab der Eisenerzpreis in 2017 unter hohen Schwankungen um mehr als 15% nach, nachdem die Erzpreise in 2016 extrem stark angestiegen waren.

Aufgrund einer Aufholjagd im 2. Halbjahr kam der Ölpreis noch auf einen Jahresgewinn von rund 10%. Erdgas hingegen schnitt das Jahr mit minus 28% sehr schwach ab. Doch Gas war nicht der einzige große Verlierer in 2017 am Rohstoffmarkt. So kamen bspw. auch die Zuckerpreise sehr stark unter Druck (> 25% Minus). Die Agrarrohstoffe zeigten sich in diesem Jahr generell nicht von ihrer starken Seite. Insgesamt schloss der breit diversifizierte CRB Rohstoff-Index (19 verschiedene Rohstoffe mit regem Handel am Terminmarkt = Benchmark Rohstoffmarkt) das Jahr nahezu unverändert ab.

Die ganz großen Gewinner und die ultimativen Top-Stories in 2017 am Rohstoffmarkt fanden jedoch in kleineren Segmenten statt. Hierbei standen erneut die sogenannten „Batteriemetalle“ im Rampenlicht, nachdem sich die Megatrends Elektromobilität und moderne Energiespeicherung in diesem Jahr beschleunigten. So setzte sich der große Bullenmarkt im Lithiumsektor weiter eindrucksvoll fort. Mit den Lithiumpreisen ging es in 2017 rund um den Globus um weitere 25% aufwärts. Doch kein Rohstoff konnte in 2017 mit der Performance von Kobalt mithalten. Der Kobaltpreis verteuerte sich auf Jahressicht um extreme 115%!“

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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