Daten-Krake und Top-Tipp

Facebook ist ein umstrittenes Unternehmen. Gar nicht umstritten ist der Erfolg der Gesellschaft. (Foto: Anikei / Shutterstock.com)

Gerade im Zuge der jüngsten Diskussionen über Flüchtlinge und die Grenzen der Meinungsäußerung im Netz ist Facebook wieder ins Gespräch gekommen.

Der US-Konzern, der lieber gegen etwas zu viel nackte Haut vorgeht, als Volksverhetzern Einhalt zu gebieten, ist dabei auch in die Kritik geraten.

Dennoch ist es schwer, die Rechtslage in jedem Land zu berücksichtigen und Kommentare in verschiedenen Sprachen effektiv zu überwachen.

Trotz der jüngsten Querelen ist Facebook noch immer sehr erfolgreich und lohnt sich auch für Anleger, die sonst wenig von sozialen Netzwerken halten.

Facebook wurde 2004 als erstes soziales Netzwerk gegründet und sollte anfangs nur die Studenten der Harvard University vernetzen.

Inzwischen sind über 1 Mrd. Nutzer registriert. Facebook finanziert sich ausschließlich über Werbe-Einnahmen und Bezahldienste.

Mittlerweile gehört Facebook zu den meist besuchten Websites weltweit. Mit den Übernahmen von WhatsApp und dem Fotodienst Instagram wurde das eigene Produkt-Portfolio zudem ordentlich aufgewertet.

Was unternimmt Facebook mit unseren Daten?

Facebook ist eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt. Das war auch im 1. Halbjahr so:

Der Umsatz stieg um 40,2% auf 7,6 Mrd $. Zudem hat das soziale Netzwerk den Internetriesen Google vom Thron gestoßen. Es ging um den Platz als wichtigster Traffic-Lieferant für US-Medien.

Google hat fast seit Beginn des Internets diese Liste angeführt. Jetzt hat Facebook die Suchmaschine überholt. Und es geht immer weiter. Eine Verlangsamung des Wachstums ist nicht in Sicht.

Dabei setzt Facebook auf organisches Wachstum. Deshalb kann sich auch der Gewinn sehen lassen. Dieser stieg um 16,5% auf 0,92 $ pro Aktie.

Trotz gravierender Bedenken in Sachen Datenschutz nimmt die weltweite Nutzerzahl von sozialen Netzwerken immer weiter zu. Facebook führt diesen Nischen-Markt praktisch ohne ernstzunehmende Konkurrenz an.

Dabei kann Facebook dem Markt seine eigenen Regeln diktieren – völlig gleichgültig, ob es dabei um Werbung oder um Datenschutz geht. Die Einnahmen aus Werbung sind die wichtigste Einnahme-Quelle des Konzerns.

Über das Geschäft mit Daten ist wenig bekannt. Der Konzern hält sich zu dem Thema sehr bedeckt.

Es ist nur bekannt, dass Facebook die Daten nutzt, um seine eigenen Geschäfts-Aktivitäten zu verbessern. Dabei steht Wachstum immer an erster Stelle.

Das Wachstum entscheidet

Durch Zukäufe verschiedener kleiner App-Anbieter für Smartphones und Tablets wächst Facebook immer weiter. Weitere Markt-Potenziale warten in den Schwellenländern.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung. Eine Dividende gibt es bei Facebook zwar nicht, doch kommt es Anlegern bei dieser Aktie darauf auch nicht an; Wachstum zählt.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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