Datenanalysefirma Palantir mit erfolgreichem Börsendebut

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Der Datenanalysespezialist Palantir knackt beim Börsengang die 20 Milliarden-Dollar-Marke - starkem Wachstum stehen jedoch hohe Verluste gegenüber. (Foto: Michael Vi / shutterstock.com)

Der Markt für Börsengänge kommt momentan richtig in Schwung. Immer populärer wird dabei der Sprung aufs Parkett über eine Direktplatzierung. Das Besondere daran: Die begleitenden Investmentbanken haben dabei nicht die Möglichkeit, durch ein vorheriges Preisbildungsverfahren das Interesse der Anleger zu testen. Der Startpreis wird also von der Börse direkt festgelegt.

Ein solches Verfahren gilt deshalb als riskant, auch wenn es im Vergleich zu herkömmlichen Börsengängen kostengünstiger ist. Nach dem Musikdienst Spotify und der Softwarefirma Slack kamen nun auch die Papiere der Datenanalysefirma Palantir über diesen Weg auf den Markt.

Börsenwert knackt 20 Milliarden Dollar-Marke

Den von der US-Börse NYSE festgelegten Referenzpreis von 7,25 Dollar ließen die Papiere von Palantir schnell hinter sich und kletterten im Hoch bis auf über 11 Dollar. Beim Schlusskurs von 9,50 Dollar am ersten Handelstag kam die Technologiefirma immer noch auf einen Börsenwert von 20,6 Milliarden Dollar. Das entspricht in etwa der Bewertung, die in vorbörslichen Finanzierungsrunden vor einigen Jahren bei Palantir gezahlt wurde.

Analyse großer Datenmengen im Fokus

Palantir mit Sitz in Denver ist vor allem bekannt für die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst CIA und weiteren Sicherheitskräften und Behörden. Dabei hat der Konzern aber auch ganz normale Kunden aus zahlreichen Industriebereichen. Das Unternehmen analysiert mit einem zweiten Softwaresystem nämlich auch große Datenmengen für private Auftraggeber wie Banken oder Energiekonzerne. Zu den Kunden zählen unter anderem das Pentagon, die US-Grenzbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) und in Deutschland die hessische Polizei.

Börsengang bringt mehr Transparenz

Bisher scheute das 2003 von dem in Deutschland geborenen Finanzinvestor und Donald-Trump-Unterstützer Peter Thiel mitgegründete Unternehmen stärkere öffentliche Transparenz. Peter Thiel und seine Mitgründer Firmenboss Alex Karp und Aufsichtsratschef Stephen Cohen üben übrigens weiterhin die Kontrolle über die Stimmrechtsmehrheit aus.

Gewinne noch Fehlanzeige

Durch den Börsenprospekt durften die Anleger zumindest erfahren, dass der Konzern seit seiner Gründung vor 17 Jahren noch nie Gewinne erwirtschaftet hat. In 2019 verbrannte Palantir immerhin 590 Millionen Dollar. Ob sich das künftig ändern wird, ist ungewiss.  Starkes Wachstum kann Palantir hingegen schon vorweisen. Im laufenden Geschäftsjahr will der Datenspezialist seine Umsätze um mehr als 40% steigern. Am Ende könnten also zwischen 1,05 und 1,06 Milliarden Dollar an Umsatz durch die Bücher gehen. Das operative Ergebnis soll bis zu 126 Millionen Dollar erreichen.

Geschäftsmodell nur begrenzt skalierbar

Während die Palantir-Befürworter auf den nahezu grenzenlos adressierbaren Markt verweisen, stellen Kritiker die fehlende Skalierbarkeit in den Mittelpunkt. Zwar gilt die Software als leicht bedienbar, muss aber für jeden Kunden und die verschiedenen Datenquellen personalintensiv und individuell angepasst werden. Daher ähnelt das Geschäft eher einer personalintensiven Beratertätigkeit als einem hochskalierbaren Softwaremodell.

50% Wachstum im ersten Quartal

Es dürfte also weiter spannend bleiben: In den ersten sechs Monaten steigerte Palantir seine Umsätze um 50% auf 481,2 Millionen Dollar. Zeitgleich ging der Verlust von 280,5 auf 164,7 Millionen Dollar zurück. Das Unternehmen hatte Ende Juni 1,5 Milliarden Dollar in bar in den Büchern und Schulden in Höhe von 297,6 Millionen Dollar. Die nächsten Wochen werden zeigen, auf welches Ufer sich die Anleger schlagen. Schwankungsstark dürfte die erste Zeit aber in jedem Fall bleiben.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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