Datenlage spitzt sich zu: Schwache Inflationsdaten aus China

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Derzeit dominiert Syrien die mediale Berichterstattung. Nachrichten zur Weltwirtschaft geraten zusehends in den Hintergrund. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Aktuell steht ja die geopolitische Lage im Fokus der Medien. Die dramatische Zuspitzung des Stellvertreter-Konflikts der Großmächte in Syrien überschattet derzeit alles. Allein das zeigt schon – abseits möglicher weiterer Handelskonflikte – wie kritisch in diesen Tagen die Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft sind. Der Außenminister der Russischen Föderation warnte die Welt vor den möglichen Folgen einer weiteren Eskalation der Lage. Wörtlich wird er wie folgt von den Agenturen zitiert:

“Gott bewahre, dass nach den Erfahrungen in Libyen und im Irak in Syrien nicht etwas Abenteuerliches passiert”, mahnte Sergej Lawrow. Selbst kleinste Fehleinschätzungen in Syrien könnten neue Migrationswellen auslösen.

Schwache Inflationsdaten aus China

Inmitten dieser bedrohlichen Nachrichten kamen in der vergangenen Woche höchst interessante und brisante Daten aus dem Reich der Mitte, aus China. China wird ja nach wie vor als der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft erachtet. Kein Wunder also, dass insbesondere Meldungen von der chinesischen Inflationsfront mit Argusaugen betrachtet werden.

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Am vergangenen Mittwoch meldete jedenfalls das Statistikamt des Riesenreichs der Mitte, dass die Verbraucherpreise im März im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 2,1 Prozent gestiegen seien. Der Preisauftrieb habe sich massiv im Vergleich zum Februar (hier lag der Anstieg bei 2,9 Prozent) abgeschwächt. Und damit wurden die Erwartungen der Experten deutlich verfehlt. Von der Agentur Bloomberg befragte Experten hatten im März nur mit einem Rückgang auf 2,6 Prozent gerechnet.

Relativ schwache Entwicklung bei den Erzeugerpreisen

Auch bei den Erzeugerpreisen fiel der Anstieg im März deutlich schwächer als im Vormonat aus. Hier betrug das Plus nur 3,1 Prozent; zum Vergleich, im Februar meldeten die Statistiker noch einen Anstieg in Höhe von 3,7 Prozent. Seit 17 Monaten hat es keinen derart niedrigen Wert mehr gegeben. Und der lag auch noch tiefer als die Konsensschätzung der Ökonomen. Diese hatten nur einen Rückgang auf 3,3 Prozent erwartet.

Ja, liebe Leser, nichts deutet darauf hin, dass China Inflation in die Welt exportiert. Im Gegenteil. Reuters schrieb, dass die Inflationsdaten ganz klar auf eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums hinweisen würden. Anders formuliert, die Wachstumsbäume scheinen auch in China nicht wirklich immerzu in den Himmel zu wachsen. Wir werden jedenfalls nicht nur die brisante geopolitische Lage weiter genau beobachten, sondern auch die harten Wirtschaftsdaten im Blick haben. Und hier kann klar gesagt werden, dass die von vielen herbeigeredete Gefahr der galoppierenden Inflation alles andere als real ist.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.