Dave & Buster’s Entertainment-Aktie: Aufsichtsrate deckt sich nach Kurssturz mit Aktien ein

Neue Prognose lässt Aktie in den Keller rauschen. Aufsichtsräte nutzen Kursschwäche zum Einstieg, denn Analysten sehen Gewinnpotenzial. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie die Attraktivität einer Aktie beurteilen können. Neben den fundamentalen Kennzahlen eines Unternehmens und der technischen Verfassung (Chartbild) können Ihnen auch die Aktientransaktionen von Firmeninsidern interessante Informationen liefern. Denn wer könnte besser über die zukünftige Entwicklung einer Firma Bescheid wissen als die Personen, die das Unternehmen führen oder im Aufsichtsrat sitzen?

Daher möchte ich die kommenden Wochen auch verstärkt dazu nutzen, Ihnen Unternehmen vorzustellen, bei denen es auffällige Insidertransaktionen, sogenannte Directors Dealings, gibt. Ein interessantes Muster zeigt sich momentan bei dem US-Unternehmen Dave & Buster’s Entertainment. Nach einem starken Kursverfall zeigten sich gleich zwei Aufsichtsräte zuversichtlich und bauten ihre Aktienpositionen deutlich aus.

Dave & Buster’s Entertainment im Porträt

Das US-amerikanische Unternehmen Dave & Buster’s betreibt Entertainment-Restaurants in den USA und Kanada. In den Restaurants werden Speisen und Getränke in Kombination mit einer Auswahl an Unterhaltungsattraktionen wie Videospielen, Simulatoren und Sport-orientierten Spieleautomaten angeboten. Der Konzern wurde 1982 in Dallas gegründet und betreibt heute 104 Entertainment-Restaurants.

Wachstum durch Übernahmen und Neueröffnungen

Die vergangenen Jahre waren durch ein starkes Wachstum geprägt. Seit 2010 kletterten die Umsätze von 521 Millionen Dollar auf 1 Milliarde Dollar im vergangenen Geschäftsjahr. Zugleich drehte Dave & Busters kleinen Jahresverlust in einen Gewinn von 91 Millionen Dollar. Mit einer Gewinnmarge von 9,03% im letzten Geschäftsjahr erreichte das Unternehmen die höchste Profitabilität seit Jahren.

Reduzierte Prognose lässt Aktie in den Keller stürzen

Im Oktober 2014 wagte der Restaurantbetreiber den Sprung auf das Parkett und erfreute sich zunächst großer Beliebtheit. Der Emissionskurs von 16 Dollar war schnell passé. Bis zum Sommer 2017 kletterten die Papiere um beeindruckende 325% nach oben und markierten bei gut 68 Dollar ihren vorläufigen Höchstkurs. Doch seither stockt es im Getriebe. Den jüngsten Ausverkauf der Aktie von über 20% bis auf zwischenzeitlich 43 Dollar ging auf das Konto der reduzierten Jahresprognose.

Wachstum verlangsamt sich – Investoren reagieren geschockt

Die jüngsten Zahlen und die nach unten angepasste Prognose sorgten bei den Anlegern für Ernüchterung. Bis zum 6. Januar 2018 war der vergleichbare Filialumsatz um 5,1% rückläufig. Basierend auf der schwachen Entwicklung erwartet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2017 nun einen Gesamtumsatz zwischen 1,13 und 1,14 Milliarden US-Dollar.

Für Sie zum Vergleich:  Bislang war die Gesellschaft noch von Erlösen in Höhe von 1,148 bis 1,155 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Der Nettogewinn für das Geschäftsjahr 2017 wird nun voraussichtlich im Bereich von 108 bis 110 Millionen US-Dollar liegen, im Vergleich zu früheren Prognosen von 110 bis 112 Millionen US-Dollar.

Aufsichtsrat deckt sich nach Kurssturz mit Aktien ein

Auf den ersten Blick scheint der initiale Kursrückgang im Verhältnis zu den korrigierten Prognosen recht stark auszufallen. Dies sehen offenbar auch die beiden Aufsichtsräte Michael J. Griffith und Kevin M. Sheehan so. Beide schlugen bei Kursen um 45 Dollar zu und erwarben insgesamt Aktien im Gegenwert von 677.000 Dollar. Während Griffith seine Aktienposition um 92% ausbaute, erhöhte Sheehan sein Engagement um 18%. Beide traten in den vergangenen Quartalen noch als Verkäufer in den Papieren auf.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Auf Basis der neuen Gewinnschätzungen handelt die Aktie momentan mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16. Das schätzen offenbar  auch die Analysten als zu günstig ein. Insgesamt beschäftigen sich 10 Experten mit der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel der Banker liegt bei 67,33 Dollar und damit gut 43% über dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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