Davon hängt die Entwicklung des Ölpreises ab

Der Ölpreis liegt in Lauerstellung für den Angriff auf die entscheidende Widerstandszone um 100 USD/Barrel.

Wenn dieser Marke geknackt wird, beginnt eine neue Rallye-Stufe.

Aber der Auslöser für den Durchbruch findet sich nicht in der Iran-Krise oder der Weltwirtschaft.

Der Ölpreis (US-Sorte West Texas Intermediate) befindet sich seit Mitte November in einer Seitwärtsbewegung. Denn die Ölbullen schaffen es nicht, den Preis über die entscheidende Widerstandszone von 100 USD bis 103 USD/Barrel zu heben.

Wie ich Ihnen schon schrieb, kommen die Iran-Krise und die Entwicklung der Weltwirtschaft als treibende Kräfte nicht in Frage, so lange es bei diesen Faktoren keine massiven Veränderungen gibt – bei der Iran-Krise zum Negativen und bei der Weltwirtschaft zum Positiven.

Das aktuelle geopolitische und ökonomische Niveau und die Stimmungslage der Märkte zu diesen beiden Bereichen sind im Ölpreis bereits eingepreist. Damit wird klar: Um die Entwicklung des Ölpreises richtig einzuordnen bedarf es einer Intermarket-Analyse des US-Dollar.

Die Masse der Anleger verbindet mit dem Thema „Währungssicherung durch Rohstoffe“ vor allem Gold (und teilweise auch Silber). Das ist natürlich richtig. Gold ist de facto eine Währung.

Aber auch Öl wird zur Währungssicherung eingesetzt. Das wissen viele Anleger nur nicht. Große institutionelle Adressen, wie amerikanische Pensionsfonds, nutzen den Ölpreis als Absicherung gegen einen Verfall des US-Dollar.

Denn der Ölmarkt ist einer der wenigen Rohstoffmärkte, die immer groß und liquide genug für deren Milliardensummen sind.

Achten Sie auf den US-Dollar

Ein schwacher US-Dollar treibt Börsianer in den Ölpreis. In den vergangenen zwei Monaten hat der US-Dollar gegenüber dem Euro, dem britischen Pfund und sogar dem Schweizer Franken jedoch aufgrund seiner Funktion als Krisenwährung an Wert gewonnen.

Gegenüber dem japanischen Yen und dem australischen Dollar notiert die amerikanische Währung in den letzten Monaten per saldo seitwärts. Diese Entwicklungen decken sich mit dem Bild des Ölpreises.

Erst wenn der US-Dollar wieder an Stärke verliert, wird beim Ölpreis der Bremsklotz gelöst. Den Startschuss dafür wird eine Lösung der Schuldenkrise in Europa geben. Denn wie Sie oben gesehen haben, kommt die Stärke des US-Dollar vor allem gegen die europäischen Währungen.

Seit zwei Wochen zeigen die europäische Einheitswährung und auch die anderen Währungen des alten Kontinents schon wieder einige Stärke gegenüber dem US-Dollar. Der Grund: Es zeichneten sich weitere Schritte bei der Lösung der Griechenland-Krise ab.

Wenn sich eine nachhaltige Trendwende beim US-Dollar abzeichnet (Schwäche im US-Dollar), sollten Anleger ihren Blick sofort auf den Ölpreis lenken. Denn wenn der entscheidende Widerstand beim Öl gebrochen wird, entsteht ein starkes mittelfristiges Kaufsignal.

1. Februar 2012

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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