DAX: 2 Jahre ohne Gewinne! Jetzt neu orientieren…

Der DAX-Index steckt inmitten einer Konsolidierung. Das kommt auch nicht sonderlich überraschend, denn er hatte am 3. April sein Allzeithoch aus 2015 erreichen können.

Seit dem Erreichen der 12.400er-Marke ist der deutsche Leitindex in eine Konsolidierung übergegangen, die bis heute anhält.

Das bedeutet aber auch, seit 2 Jahren hat der DAX-Index keine Gewinne für DAX-Anleger erzielt.

Wird sich das jetzt endlich ändern?

Klar ist, um neue Gewinne zu generieren, muss das Allzeithoch nicht nur angetastet, sondern signifikant überwunden werden. Dazu bedarf es i. d. R. neuer Impulse.

Diese könnten beispielsweise durch schwindende Sorgen entstehen. Denn zurzeit geht in Europa das Wahlgespenst um.

Die Volatilitäten, gemessen durch den VSTOXX-Index, sind im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich auf überdurchschnittlich hohe Werte angeschwollen.

Es wäre also nicht verwunderlich, wenn sich diese Unsicherheit (Befürchtungen, Le Pen gewinnt die Wahl und Europa spaltet sich mehr und mehr auf) nach der Wahl wieder deutlich abschwächt.

Zumal die Waage bei einer 2. Stichwahl eindeutig gegen Le Pen ausschlagen dürfte.

So gesehen hat der DAX-Index diese Phase sinnvoll genutzt und mit seiner Konsolidierung Kraft gesammelt für neue Angriffe auf das Allzeithoch.

Wie die Sachlage charttechnisch aussieht, analysieren wir zunächst imkurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 190417 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Mustergültige Konsolidierung

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index ist sehr schön zu erkennen, wie der Index nach Erreichen seines Allzeithochs von vor 2 Jahren von diesem abgeprallt ist.

Anschließend entwickelte er einen fast mustergültigen kurzfristigen Abwärts-Trendkanal (roter Trendkanal).

Innerhalb des Trendkanals wurde die Ober- und auch Unterseite mehrfach getestet (rote Ellipsen). Zuletzt ist er an der 12.000-Punkte-Unterstützung angelangt.

Diese Marke hat einen 3-fach-Unterstützungs-Charakter.

Sie stellt einen Kreuzpunkt aus der horizontalen Unterstützung (mittlere grüne Horizontale) und der unteren Begrenzung des Abwärts-Trendkanals (untere rote Trendlinie) dar.

Zusätzlich wirkt die runde 12.000 als psychologische Marke.

Sollte der Index dennoch darunter abtauchen, dann wäre das zunächst keineswegs ein Beinbruch. Denn mit der 11.925er-Marke wartet schon der nächste Kreuzpunkt auf den Index.

Fazit kurzfristig:

Konsolidierung im roten Trendkanal. Um einen erneuten Anlauf auf das Allzeithoch zu unternehmen, muss dieser nach oben verlassen werden. Dazu sind aktuell DAX-Stände von über 12.125 Punkten notwendig.

Eine Beschleunigung des Abwärtstrends ist zurzeit noch nicht zu erwarten. Sie tritt erst bei unterschreiten der 11.925 Punkte in Erscheinung. Merken Sie sich diese beiden Marken.

Die Betrachtung des mittelfristigen 1-Jahres-Chartbildes vom DAX-Index:

DAX 190417 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Aufwärtstrend nach wie vor intakt

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index ist zunächst der bestimmende Aufwärts-Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal) zu erkennen.

Innerhalb dieses Trends hangelt sich der Index aktuell im oberen Drittel weiter nach oben.

Dabei werden immer mal wieder Atempausen eingelegt. Diese führen den Index in einer kleinen und durchaus sehr gesunden Konsolidierung an die untere Begrenzung des schmalen Aufwärtsbandes heran.

Auch zuletzt konnte diese Unterstützungslinie dem Index Einhalt gebieten und ihm die Chance auf eine Wende eröffnen (hellblaue Ellipsen).

Eingetrübt wird die Lage erst, wenn diese Marken nach unten gebrochen werden.

Das bedeutet keinesfalls, dass der übergeordnete mittelfristige Aufwärtstrend damit gefährdet ist, aber Sie müssen dann mit einer ausgedehnteren Konsolidierung rechnen.

Diese sollte den Index dann zügig an die untere Begrenzung des blauen Aufwärtstrends führen.

Noch sind aber die Konsolidierungs-Stützen vorhanden und stabil (hellblaue Ellipsen).

Fazit mittelfristig:

Im schmalen Trend stückchenweise nach oben.

Zurzeit entscheidet sich an der Ellipse, ob dem Index die Wende auch dieses Mal gelingt und ein neuer Anlauf in Richtung Allzeithoch unternommen wird (grüner Pfeil), oder eine tiefere Konsolidierungs-Phase eingeleitet wird (roter Pfeil).

Achten Sie auf die hellblaue Linie. Wird sie gebrochen, dann ausgeweitete Konsolidierung. Aber erst unterhalb der 11.500 gehen die Ampeln auf Rot.

Abschließend noch die Betrachtung des langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX 190417 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Stand von vor 2 Jahren erreicht: 12.400 der Dreh- und Angelpunkt

Im langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index (blauer primärer Trend) besteht keinerlei Zweifel daran, dass er uns noch eine lange Zeit erhalten bleibt.

Nach unten besteht sehr viel Luft, selbst ein harter Crash würde hier den Trend noch nicht gefährden.

Nach oben steht der DAX-Index vor dem Überwinden seines Allzeithochs von vor 2 Jahren.

Der innere leicht steiler ansteigende Trendkanal (grüner Trendkanal) kreuzt zurzeit das Allzeithoch.

Das bedeutet, hier sollte der DAX-Index aus charttechnischer Sicht zunächst nicht so einfach durchstarten und vorher etwas Luft holen.

Ob die kurze Phase der Konsolidierung seit dem 3. April dafür ausreicht, bleibt zunächst noch fraglich. Aber der innere Trend setzt seine Reise nach oben fort und verweilt nicht bei 12.400 Punkten.

Somit könnte dem DAX-Index ein neues Allzeithoch gelingen, ohne den kräftigeren Doppelwiderstand aushebeln zu müssen.

Nach dem Motto „2 kleinere Hürden sind leichter als 1 große Hürde“ steigen die Chancen für eine weiterhin gute Börse.

Fazit

Ich bin davon überzeugt, dass wir in 2017 neue Höchststände im DAX-Index markieren, bevor eine größere Korrektur kommt. Behalten Sie dennoch die 11.500er-Marke fest im Auge!

19. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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