DAX 30: Diese Charttechnik stimmt optimistisch!

Haben Sie sich gestern erschrocken, als der DAX 30 plötzlich gut -3% verlor?

Es war immerhin die erste heftigere Abwärtsbewegung seit dem 7. Februar. An jenem Montag tauchte der DAX erstmals signifikant unter die Marke von 9.330 Punkten ab. 3 Tage später markierte er mit 8.699 Zählern sein bisheriges Jahrestief.

Danach hatte sich der deutsche Leitindex erstaunlich stark gezeigt: Die Bullen trieben den DAX 30 innerhalb von 7 Handelstagen bis auf 9.581 Punkte.

Wer schnell klettert, muss auch mal verschnaufen!

Das war ein Anstieg um +882 Zähler oder +10,1%. Dass ein solcher Sturmlauf nicht ohne Korrektur bleiben konnte, sollte jedem Charttechniker klar sein.

Und tatsächlich war der gestrige Rücksetzer ein völlig normaler Vorgang, wie Sie gleich sehen werden. Gut: Der Kursrückgang hätte auch aufgeteilt auf 2 oder 3 Handelstage abgearbeitet werden können. Aber mal ehrlich:

Mir ist ein schneller, heftiger Rückgang lieber, als ein zermürbender Rückzug über mehrere Tage. So weiß man wenigstens recht fix, woran man ist!

Völlig normaler Pull-Back!

Und so präsentiert sich die aktuelle charttechnische Lage im deutschen Leitindex:

dax 30 mit 50-tage-momentum-25-02-2016

DAX 30 mit 50-Tage-Momentum: Normaler Rücksetzer an den Abwärtstrend

Der grüne Kreis markiert den gestrigen Rücksetzer: Er reicht exakt bis an die zuvor nach oben verlassene Abwärtstrend-Linie. In der Charttechnik nennen wir das einen „klassischen Pull-Back“.

Erfreulich ist auch der Verlauf im 50-Tage-Momentum zu beurteilen: Von der Heftigkeit des DAX-Rücksetzers ist im Indikator für die Kursdynamik nicht viel zu sehen. Und das Kaufsignal durch den Bruch des Abwärtstrends bleibt natürlich erhalten.

Wichtig ist nun, dass der DAX-Ausflug unter die Unterstützung um 9.330 Punkte (pinkfarbene Linie) möglichst schnell wieder ausgebügelt wird.

Baut der DAX jetzt eine Umkehr-Formation?

Schauen wir uns aber noch einen weiteren Chart an:

dax 30 mit umsatz-25-02-2016

DAX 30: Bildet sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Boden-Formation aus?

Die violetten Bögen und die Linie kennzeichnen die Möglichkeit, dass im DAX in diesen Tagen eine Umkehr-Formation heranreift. Genauer gesagt handelt es sich um eine potenzielle Schulter-Kopf-Schulter-Boden-Formation.

Ihre Bezeichnung bezieht dieses Kursmuster aus den 3 abgerundeten Abwärtsbewegungen: Sie erscheinen wie die Umrisse einer auf den Kopf gestellten Büste.

Wie die Bezeichnung Umkehr-Formation andeutet, könnte sich hier also eine Trend-Wende nach oben ausbilden. Ich benutze bewusst Worte wie „könnte“, „möglich“ oder „potenziell“. Denn:

Entscheidend sind die Umsätze!

Eine Schulter-Kopf-Schulter-Boden-Formation ist erst dann komplett, wenn sie „aktiviert“ wird. Dies geschieht dann, wenn der Kurs die Verbindungslinie der Zwischenhochs – Nackenlinie genannt – übersteigt.

Die Nackenlinie verläuft in den meisten Fällen waagerecht. Eine Schräglage, wie hier im DAX zu sehen, ändert jedoch nichts an der (möglichen) Gültigkeit der Chart-Formation.

Der professionelle Charttechniker schaut jedoch auf ein weiteres, untrennbar mit einer Umkehr-Formation verbundenes Element: Die begleitenden Umsätze.

Vereinfacht ausgedrückt, müssen sich die Umsätze in den 3 Abwärtsbewegungen von links nach rechts verringern. Das ist hier der Fall, wie die schwarzen Linien belegen.

Auf dem Weg nach oben, den der DAX in Kürze nehmen sollte, müssen nun die Umsätze signifikant anziehen. Bei der Aktivierung der Formation sollte der Umsatz über dem Durchschnitt der vergangenen 50 Tage liegen (blaue Linie).

Fazit

Ich hoffe, Sie haben sich von dem gestrigen, heftigen Kursrücksetzer nicht aus der Fassung bringen lassen. Eigentlich läuft aus charttechnischer Sicht alles „nach Plan“:

Der kurzfristige Abwärtstrend wurde nach oben durchbrochen. Der darauf folgende Pull-Back ist nun auch abgearbeitet. Und das Momentum zeigt weiterhin einen DAX im Kaufsignal an.

Obendrein zeichnet sich nun noch die Chance auf eine Trend-Wende ab: Die Basis dafür wird durch eine potenzielle Schulter-Kopf-Schulter-Boden-Formation gelegt. Bislang stimmt bei dieser Umkehr-Formation alles. Naja, fast alles:

Das bislang einzige Manko, das ich entdeckt habe: Die Umsätze bei der Aufwärtsbewegung vom Tief des Kopfes blieben hinter denen während des Anstiegs von der linken Schulter (LS) zurück. Hier sollte eigentlich ein höheres Umsatz-Niveau zu sehen sein.

25. Februar 2016

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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