DAX 30 fällt unter 11.000 Punkte – kein Grund zur Panik

Im April 2015 notierte der DAX 30 Index mit 12.390 Punkten. Das war gleichzeitig sein Allzeithoch. Seitdem hat er rund 1.500 Punkte verloren. Damit sehen Sie den DAX 30 Index bis zu 12% tiefer.

Ein deutlicher Verlust. Der Verlust wirft die Frage auf, wie es weiter geht und ob das der Start zu einem Abwärtstrend oder gar einem Crash sein kann.

Gleich vorweg, ich rate Ihnen Ruhe zu bewahren und investiert zu bleiben. Um das zu belegen, hilft Ihnen der Blick auf die US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500, denn die haben die Leitfunktion für den DAX 30 Index und andere wichtige Aktienindizes der Welt.

Dow Jones mit mäßigen Verlusten

Der Weltleitindex Dow Jones notiert nur rund 5% unter seinem Allzeithoch. Der S&P 500 notiert sogar nur weniger als 2% unter seinem Allzeithoch. Da sieht es richtig gut aus. Auch im DAX 30 Index bewerte ich die jüngsten Kursverluste nur als Korrektur und nicht als Trendwende.

DAX 30 Index: mittelfristige Einschätzung

Da kurzfristige Kursausschläge keinen Trend brechen, lohnt ein Blick auf die mittelfristige Entwicklung des DAX 30 Index.

Der DAX 30 Index notierte noch im Januar dieses Jahres im Tief mit 9.382 Punkten. Mit den derzeitigen Notierungen um 10.900 bis 11.000 Punkte liegt er immer noch gut 1.500 Punkte über seinem Jahrestief. Das ist positiv.

Gute Unternehmenszahlen stützen die Indizes

Es gibt sicher nach wie vor berechtigte Sorgen um die Krisen in Griechenland, der Ukraine und ansatzweise in China. Auf der anderen Seite melden die meisten Unternehmen gute Quartalszahlen. Ebenfalls ein positives Signal.

Charttechnische Signale führen zu Verkäufen

Weitere Nachrichten, die den DAX 30 Index abwärts drücken, gibt es nicht.

Der DAX 30 Index hat allerdings den Charttechnikern Verkaufssignale geliefert: Denn er hat die psychologisch wichtige Marke bei glatt 11.000 Punkten nach unten durchbrochen. Charttechnik kann den Markt kurzfristig lenken, aber keine anhaltende Trends auslösen.

Denn so schnell die nur an der Charttechnik orientierten Trader aussteigen, so schnell kommen sie auch zurück. Wer aus charttechnischen Gründen verkauft hat, lauert jetzt auf den Einstieg. Es kann deshalb sein, dass wir aktuell schon das Tief gesehen haben. Es mag auch noch ein paar Punkte runtergehen. Der DAX 30 Index könnte sogar die 10.000 Punkte nochmals testen.

Aber selbst das wäre dann immer noch eine Konsolidierung im Aufwärtstrend, der seit dem Ende des Crashs im Jahr 2009 läuft. Selbst mit 10.000 Punkten würde der DAX 30 Index immer noch fast 3-mal so hoch wie im Tief beim Crash im März 2009 notieren.

Wiederholt sich die Geschichte vom Vorjahr?

Im Vorjahr verlor der DAX 30 Index von Juni (10.051 Punkte) bis Oktober (8.355 Punkte) 16,9% seines Wertes. Kurze Zeit später hatte der die Kursverluste aufgeholt und explodierte nach oben. Die Rally stoppte erst bei über 12.000 Punkten.

… und wenn es doch anders kommt?

Ich weiß, dass Prognosen nie sicher sein können. Das gilt natürlich auch für meine Prognosen.

Deshalb empfehle ich Ihnen an dieser Stelle und im Optionen-Profi regelmäßig, dass Sie für je 3.000 Euro, die Sie in Call-Optionen investieren, für 1.000 Euro Put-Optionen kaufen. Ich nenne das die 3:1-Strategie Call-Optionen zu Put-Optionen.

Dass diese Strategie funktioniert, hat der bereits erwähnte Crash im Jahr 2008 gezeigt. Der Crashmonat Oktober 2008 wurde für die Leser des Optionen-Profi zum goldenen Oktober. Im Optionen-Profi haben wir das Jahr 2008 mit einem deutlichen Gewinn beendet, obwohl der DAX 30 Index hohe Verluste verbuchen musste.

So wird die aktuelle Marktlage nicht schöner, sie lässt sich aber besser aushalten.

Zum guten Schluss: Heute, am 19.08.2015, jährt sich der Todestag von Blaise Pascal, dem französischen Mathematiker und Philosoph zum 353sten Mal. Pascal schrieb:

„Es gibt Größe, die auf menschlicher Konvention beruht, und natürliche Größe.“

Ich wünsche Ihnen natürliche Größe

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

19. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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