DAX-30 hui! K+S pfui?

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Hochstimmung am deutschen Aktienmarkt – Katerstimmung unter den K+S-Aktionären. (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Hochstimmung am deutschen Aktienmarkt – Katerstimmung unter den K+S-Aktionären. Während der deutsche Leitindex DAX-30 heute bis in den Nachmittag um über 2,5 Prozent zulegte, brach der Aktienkurs des Kasseler Salz- und Düngemittelherstellers regelrecht zusammen: Das Minus betrug zwischenzeitlich über 25 Prozent.

Grund ist der abgeblasene Übernahmeversuch des Düngemittelherstellers Potash. Angesichts der zuletzt stark eingetrübten Marktlage und des Widerstands der K+S-Führungsriege zog das kanadische Unternehmen am Montagmorgen einen Schlussstrich unter seine Bemühungen, den Kasseler Rivalen zu übernehmen.

Im Mai hatte Potash der K+S-Spitze ein Gebot von über 41 Euro je Aktie avisiert, das das Management des deutschen Konzerns aber direkt ausschlug. Auch lehnte es Gespräche über die rund 8 Mrd. Euro schwere Übernahme vor allem deshalb ab, weil es die Potash-Offerte für zu niedrig hielt und das Angebot wegen vieler Ausnahmeregelungen als nicht verlässlich betrachte.

Außer der immer wieder einmal erneuerten Absichtserklärung kam von Potash in den vergangenen Monaten – zumindest öffentlich – auch kein konkreteres Angebot.

Vom Jahreshoch rund 63 Prozent entfernt

Nach anfänglicher Börseneuphorie gab der K+S-Aktienkurs entsprechend schnell wieder deutlich nach. Zunächst hatte die Aktie in den Juli hinein einen satten Sprung um über 35 Prozent nach oben gemacht.

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K+S: Mit Dünger und Salz an die WeltspitzeMit Salz und Dünger lässt sich gut Geld verdienen. Wohl kaum ein Unternehmen weiß das besser als die im DAX gelistete K+S Gruppe. Trotz Umsatzrückgang machte das Value-Unternehmen im ersten Quartal mehr Gewinn. K+S ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Branche. K+S - Ein Unternehmensportrait. › mehr lesen

Anschließend gab sie aber vom Jahreshoch bei 38,80 Euro sukzessive auf 30 Euro nach – heute steht sie bei 23,60 Euro und ist damit rund 63 Prozent vom Jahreshoch entfernt.

Während Potash-Chef Jochen Tilk nun aus eigener Kraft wachsen will, verteidigte das K+S-Management seine Blockadehaltung. „Dieser Schritt schafft Klarheit. Wir sind überzeugt davon, dass wir unser Unternehmen mit der konsequenten Umsetzung unserer Zwei-Säulen-Strategie langfristig erfolgreich weiterentwickeln können“, sagte K+S-Vorstandschef Norbert Steiner.

Analysten sprechen hingegen von einer verpassten Chance für die Aktionäre von K+S. Die Zielmarke von 41 Euro pro Aktie wäre nun zunächst vollkommen außerhalb der Sichtweite. Zumal die gefallenen Preise auf dem Kalimarkt nur wenig Gutes für die Aktie verhießen. Tatsächlich belastet auch der jüngste Preisrutsch in Brasilien die gesamte Branche.

„Weiter spürbares Wachstum“

Diesen Pessimismus teilt K+S-Chef Steiner jedoch nicht. Trotz der aktuellen Schwäche der Kalimärkte erwartet er für das laufende Jahr „unverändert eine deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung“. Auch mittelfristig rechnen die Kasseler im Zuge der Inbetriebnahme einer neuen Kalimine in Kanada im Sommer 2016 mit „weiter spürbarem Wachstum“.

Hält K+S seine Prognose ein – und dagegen spricht im Moment kaum etwas – bietet die Aktie nun ein attraktives Einstiegsniveau. Nach dem dramatischen Kurssturz liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei niedrigen 8, das Kurs-Cashflow-Verhältnis bei lediglich 5. Und auch die Dividendenrendite von 4,89 Prozent macht aus der K+S-Aktie derzeit eine attraktive Langfristanlage.


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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.