DAX 30 Index: Die hoffentlich nicht perfekte Analyse

Ein Wunsch nach Fehler gleich im Titel? Sie haben trotzdem reingeklickt? Prima! Sie wollen wissen, was hinter dem scheinbar unsinnigen Titel steckt? Die Auflösung finden Sie ganz am Ende, im „guten Schluss“. Vorher aber meine Meinung zum Markt:

Die einfache Börse

Was hat der DAX 30 Index seit Ende des Crashs im Jahr 2009 gemacht? Er ist gestiegen, Kursrücksetzer dienten immer nur der Konsolidierung und wurden von Kursgewinnen gefolgt.

Womit konnten Sie seit 2009 die höchsten Gewinne erzielen? Indem Sie auf steigende Märkte gesetzt haben, z.B. mit Call-Optionen.

So einfach war das – rückwirkend. Aber rückwirkend ist alles ganz einfach. Ein kurzer Blick zurück:

DAX 30 Index verdoppelt sich in der Krise

Seit rund 5 Jahren ist die Griechenland-Krise eines der großen Themen in der EU und an den Finanzmärkten. Vor 5 Jahren gab es Crashpropheten, die vor dem baldigen Absturz des DAX 30 Index und vor dem bevorstehende Aus des Euro warnten.

Vor 5 Jahren, also im Jahr 2010, kletterte der DAX 30 Index von rund 6.000 auf etwa 7.000 Punkten. Wenn Sie der Einfachheit bei etwa 6.150 Punkte anfangen zu rechnen, hatte sich der DAX 30 Index seitdem verdoppelt, bevor er jetzt konsolidierte.

Mir gefiel die Griechenland-Krise damals nicht und sie gefällt mir heute nicht. Im Jahr 2010 habe ich Ihnen aber geschrieben (Zitat):

Trade, was Du siehst

Eine kleine Börsenweisheit sagt. „Trade, was Du siehst.“ Und die Kurse steigen. Also gilt es, dieses mit Call Optionen zu nutzen. Ich werde aber meine Depots nicht eine Sekunde ohne Absicherung durch Put Optionen lassen. Und genau das ist meine Empfehlung: Setzen Sie auf steigende Kurse. Sichern Sie Ihre Investitionen aber dringend ab.

5 Jahre Krisen – 5 Jahre Kursgewinne

In den 5 Jahren war die Euro-Schulden-Problematik ein Dauerthema. Griechenland war schon in den Titeln der Wirtschaftsnachrichten. Es gab die kurze Zahlungsunfähigkeit der USA (Haushaltsstopp).

Russland annektierte die Krim und das artete in die Russland-/Ukraine-Krise aus. Der Euro fiel zum US-$ von rund 1,40 auf unter 1,10 US-$ je €. Die USA kauften „grenzenlos“ Staatsanleihen, nun macht es die EZB.

Das sind nur einige markante Ereignisse, die die Märkte bewegt haben. Und der DAX 30 Index hat sich in der Zeit in etwa verdoppelt. Die US-Indizes Dow Jones, S&P 500 und sogar die Nasdaq haben kürzlich neue Allzeithochs erreicht.

Die genannten Krisen haben die Aktienkurse in den letzten 5 Jahre nicht nachhaltig gestoppt. Und solange Sie auch zurückschauen, die Krisen haben die Märkte immer mal zurückgeworfen, aber nie endgültig gestoppt. So wird es auch heute wieder sein.

Deshalb erlauben Sie mir „copy & paste“, denn heute ist 1 zu 1 gültig, was vor 5 Jahren galt:

Trade, was Du siehst

Die Kurse steigen. Also gilt es, dieses mit Call Optionen zu nutzen. Ich werde aber meine Depots nicht eine Sekunde ohne Absicherung durch Put Optionen lassen. Und genau das ist meine Empfehlung: Setzen Sie auf steigende Kurse. Sichern Sie Ihre Investitionen aber dringend ab.

Zum guten Schluss hoffe ich, das war eine richtige, aber keine perfekte Analyse, denn …

… am 24.06.1813, also heute vor 202 Jahren, kam der amerikanische Prediger Henry Ward Beecher, auf diese Welt. Er wusste zu berichten:

„Wenn ein Mensch erklärt, er sei bereits perfekt, dann gibt es für ihn nur noch den Himmel oder die Irrenanstalt.“

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich hier gut, aber nie perfekt schreibe. Denn damit bin ich hoffentlich vorläufig nicht auf dem Weg ins erste von Beecher genannte Ziel und hoffentlich nie auf dem Weg in zweite Ziel.

Ich sende Ihnen beste Grüße und wünsche Ihnen in Beechers Sinne keinen Perfektionismus.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

24. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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