DAX 30: Mit vereinten Kräften geht’s einfach besser!

Im September des vergangenen Jahres bat ich Sie, sich einmal vorzustellen, wie 30 Menschen einen liegengebliebenen, etwa 9 Tonnen wiegenden, Omnibus anschieben:

„Sollten alle 30 Personen an einem Strang ziehen, dürfte es kein Problem sein, das schwere Fahrzeug zu bewegen. Mit nur 23 Personen, also 75% der Teilnehmer, wird es wohl auch noch gelingen, wenngleich es schon deutlich schwieriger und vermutlich langsamer voran gehen dürfte. Doch was glauben Sie, geschieht, wenn sich lediglich 7 Personen an dem Anschiebe-Versuch beteiligen?“

Vielleicht erinnern Sie sich noch an mein Beispiel. Falls nicht, ahnen Sie jedoch vermutlich bereits, dass es hier um die 30 im deutschen Aktienindex enthaltenen Titel geht.

In meinem September-Beitrag hatte ich festgestellt, dass sich zu jener Zeit lediglich 7 Mitglieder bemühten, den DAX „anzuschieben“. Das war selbstverständlich schlichtweg zu wenig.

MACD: Wir nähern uns dem Thema an

Um heraus zu finden, welche Aktien den DAX 30 unterstützen und welche nicht, bietet uns die Charttechnik einen feinen Indikator: Den MACD. Was steckt dahinter?

MACD ist natürlich eine Abkürzung und steht für die englische Bezeichnung Moving Average Convergence Divergence. Das bedeutet so viel wie Konvergenz (sich annähern) bzw. Divergenz (sich voneinander entfernen) Gleitender Durchschnitte.

Um es simpel zu halten: Zur Berechnung dieses Indikators wird die Differenz zwischen zwei exponentiellen Gleitenden Durchschnitten ermittelt. Der MACD besitzt indes eine Eigenschaft, die ich ganz besonders an ihm schätze:

MACD: Der Signale-Indikator

Dieser Indikator zeigt nämlich an, ob sich ein Markt in einem Kaufsignal oder in einem Verkaufssignal befindet. Und das permanent. Das heißt: Der MACD wechselt stetig zwischen diesen beiden Zuständen hin und her.

Diese Eigenschaft bildete vor einigen Jahren die Grundlage für meine Entwicklung eines eigenen Indikators: Die MACD-Kaufsignale.

Dafür ermittle ich börsentäglich die Zahl der DAX-Aktien, die sich in einem MACD-Kaufsignal befinden. Anschließend wird das Ergebnis ins Verhältnis zu den 30 Mitgliedern gesetzt. Die so berechneten Prozentzahlen werden in einem Chart abgebildet.

Das Erfolgsgeheimnis erfahrener Charttechniker

Erfahrene Charttechniker kennen diesen Kniff bereits: Wenn Sie aufgrund Ihrer Analysen in Aktien investieren, dann sollten Sie stets auch die Zeitebene untersuchen, die über der steht, in der Sie handeln. Das bedeutet:

Wenn Sie auf Tagesebene agieren, sollten Sie den Wochen-Chart oder den Monats-Chart checken. Wenn Sie auf Wochenebene handeln, analysieren Sie den Monats-Chart oder den Jahres-Chart. Der Hintergrund ist:

Wenn sich ein Markt auf der übergeordneten Zeitebene in einem Kaufsignal bewegt, dann ist die Wahrscheinlichkeit für einen Kursgewinn weit höher, wenn auch der Tages-Chart in ein Kaufsignal wechselt. Anders ausgedrückt:

Sie nutzen die übergeordnete Zeitebene zur Trend-Bestimmung und Ihre Handelsebene zum Timing von Ein- und Ausstieg.

Die langfristigen MACD-Kaufsignale für den DAX 30

Ich zeige Ihnen heute die langfristige Perspektive. Denn:

In der vergangenen Woche hatte ich für Sie eine recht hohe Wahrscheinlichkeit dafür ermittelt, dass der DAX 30 nach dem Sturmlauf der letzten Wochen nun erst einmal verschnaufen könnte.

Die Frage, die sich daher stellt, lautet: Macht es nach einem Kursanstieg von beinahe 2.500 Punkten bzw. gut +29% seit Oktober 2014 überhaupt noch Sinn, in den deutschen Leitindex bzw. in DAX 30-Titel einzusteigen? Um es vorwegzunehmen:

Die Antwort lautet: „Auf jeden Fall!“ Die Begründung dafür liefert Ihnen mein MACD-Kaufsignale-Indikator auf Monats-Basis – also auf einer langfristigen Zeitebene – im nachfolgenden Chart:

dax 30 und seine macd-kaufsignale auf monats-basis-02-02-2015

DAX 30 und seine MACD-Kaufsignale: Langfristiger Aufwärtstrend hat gerade erst begonnen

Die Lage ist eindeutig: Mein Indikator hat gerade erst Mitte Januar seinen seit genau 12 Monaten bestehenden Abwärtstrend (blaue Linie) nach oben durchbrochen und damit ein langfristiges Kaufsignal generiert.

Die gestrichelten Linien geben Ihnen zudem eine Vorstellung davon, in welchen Sphären sich mein Indikator in einem intakten Aufwärtstrend normalerweise bewegt: Mindestens zwischen 67% und 87%.

Während des Aufwärtstrends von 2009 bis 2011 notierten die MACD-Kaufsignale sogar weitgehend oberhalb von 87%. Noch einmal: Aktuell notiert der Indikator bei 63,3%. Das heißt: 19 der 30 DAX-Titel bewegen sich derzeit in einem Kaufsignal.

Das ist inzwischen schon beinahe die dreifache Zahl der Aktien, die den „Omnibus“ DAX 30 Anfang September 2014 „anzuschieben“ versucht hatten.

Mit vereinten Kräften geht’s eben einfach besser!

2. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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