DAX-30-Prognose: Jahres-Endstand bei 13.519 Punkten

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Was Sie aufgrund der Statistik des DAX 30 noch bis zum Jahresende 2017 erwarten dürfen, verrät Ihnen Börsen-Experte Andreas Sommer hier: (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Ich behaupte einmal frech, dass der DAX 30 das Börsenjahr 2017 am letzten Handelstag, also am 29. Dezember, bei 13.519 Punkten beenden wird.

Wenn Sie schon etwas länger Leser meiner Artikel sind, wissen Sie, dass ich solche präzisen Vorhersagen eigentlich nie gebe.

Und tatsächlich ist diese Prognose auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Nichtsdestotrotz basiert sie aber auch auf einem wahren Kern.

Wie ich zu dieser Annahme gelangt bin, werde ich Ihnen jetzt erläutern:

Mit Erfahrung und Theorie zur Prognose

Üblicherweise stützen sich meine Tipps und Analysen für Sie zu den Finanzmärkten auf Charttechnik. Hier geht es ausnahmsweise einmal um Statistik.

Wikipedia beschreibt den Begriff Statistik mit der „Möglichkeit, eine systematische Verbindung zwischen Erfahrung und Theorie herzustellen.“

Statistik wird weiterhin als „Hilfswissenschaft von allen empirischen Disziplinen und Naturwissenschaften“ bezeichnet.

Genau diese Funktion übernimmt die Statistik auch in meinem hier vorliegenden Beitrag:

Sie hilft uns dabei, aus der in meiner Datenbank gesammelten DAX-Historie seit 1960 eine Idee für die kommende Kurs-Entwicklung abzuleiten.

Ich habe Ihnen in früheren Beiträgen schon einmal etwas über die Besonderheiten meiner Datenbank erzählt.

Wenn Sie sich daran noch erinnern, dann können Sie den folgenden Abschnitt auch überspringen:

Ein kurzer Trip durch 57 Jahre DAX-Statistik

Mir liegen in meiner Datenbank alle Monats-Schlussstände des DAX seit Anfang 1960 vor.

Alle Daten vor der Einführung des deutschen Leitindex am 1. Juli 1988 basieren auf dem Index der Börsen-Zeitung, dessen Historie bis ins Jahr 1959 zurückreicht.

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Um möglichst viele unterschiedliche Auswertungen erstellen zu können, berechne ich in dieser speziellen Datenbank die prozentualen Veränderungen zum Schlusskurs des Vormonats.

Die DAX-Jahres-Performance ergibt sich in meiner Datenbank somit nicht aus der Veränderung zum Vorjahres-Schlussstand, sondern aus der Summe der Kursveränderungen aller 12 Kalenderm-Monate.

70er-Jahre waren gute DAX-Jahrgänge

Da meine Daten bis ins Jahr 1960 zurückreichen, kenne ich die DAX-Performances für inzwischen 57 Jahrgänge.

Aus diesen Ergebnissen lassen sich dann Durchschnitts-Werte für Jahrgänge mit derselben Endziffer ermitteln:

Die Jahrgänge 0 – 3 erbrachten im Durchschnitt negative Resultate, die zwischen -2,04% und -3,20% liegen.

Jahrgänge mit den Endziffern 4 – 9 erbrachten dagegen positive Ergebnisse im Bereich zwischen +3,59% (8er-Jahrgang) und +20,40% (5er-Jahrgang).

Die auf 7 endenden Jahrgänge erzielten eine mittlere Performance von +16,84%. Das ist immerhin der vierthöchste durchschnittliche Wertzuwachs aller 10 Jahrgänge.

Fazit

Nun ahnen Sie vermutlich bereits, wie ich zu meiner Eingangs-Prognose für den DAX gelangt bin:

Am 30. November schloss der deutsche Leitindex bei 13.023,98 Punkten. Das ist übrigens ein Plus von bislang +13,04%.

Um auf den statistischen Mittelwert von +16,84% zu kommen, müsste der DAX mithin bei 13.519 Zählern das Jahr 2017 beenden (entspricht +3,8% im Dezember).

Das ist natürlich eine Zahlen-Spielerei, und sehr wahrscheinlich wird meine Prognose auch nicht zu 100% eintreffen. Das ist aber auch nicht wichtig.

Viel bedeutsamer ist: Mit 13.141 Punkten – da notiert der DAX, während ich diese Zeilen verfasse – ergäbe sich, Stand heute, eine Jahres-Performance von +13,94%.

Und das ist schon verdammt nah an dem statistischen Durchschnitts-Wert von +16,84%, den meine Datenbank für die seit 1960 absolvierten 5 Jahrgänge mit der Endziffer 7 auswirft, finden Sie nicht auch?!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.