DAX 30-Rückgang und die Mär von der Griechen-Schuld

Ach ja, die Börsenmedien.

Gestern ging der DAX 30 deutlich in die Knie. Gegenüber dem Schlussstand vom vergangenen Freitag verlor der deutsche Leitindex rund -1,7%. Gemessen am Tagestief bei 10.614 war sogar ein Rückgang von -2,1% zu verzeichnen.

Und was machen die Börsenmedien daraus? Hier eine kleine, willkürliche Auswahl aus der heutigen Schlagzeilen-Galerie:

„Hellas-Krise lässt Anleger zögern“

„Furcht vor Grexit bremst den DAX“

„Sorgen um Griechenland stimmen Dax-Anleger vorsichtig“

„Leitet Griechenland den CRASH ein?“

Also laut Börsenmedien ist der Fall sonnenklar: Griechenland ist schuld an diesem „Desaster“. Eigentlich sind es doch immer wieder die Griechen, die uns Anlegern die Feierlaune verderben. (Ich hoffe, Sie bemerken meinen Sarkasmus!)

Aber ist das wirklich die Ursache für den gestrigen Kursrückgang im DAX 30? Wie Sie aus zahlreichen Chartanalyse-Trends-Beiträgen wissen, werde ich nicht müde, Ihnen zu sagen, Sie möchten bitte keinesfalls Ihre Aktien-Investments an der Berichterstattung der Börsenmedien ausrichten.

Ich habe lediglich eine Schlagzeile gefunden, welche die wahre Ursache widerspiegelt und es dabei sogar schafft, nicht „reißerisch“ daherzukommen:

„Gewinnmitnahmen drücken Dax tief ins Minus“

DAX-Rückgang kam für Sie nicht überraschend

Indes: Wenn Sie in der vergangenen Woche meine Beiträge zum deutschen Leitindex aufmerksam verfolgt haben, dann war der gestrige Kursrückgang für Sie alles andere als überraschend. Denn:

Dann war Ihnen zum einen bewusst, dass der DAX 30 heillos überkauft war: Noch einmal zur Erinnerung:

Ausgehend vom Tief bei 9.382 am 6. Januar dieses Jahres ist das Leitbarometer innerhalb von 20 Handelstagen um 1.602 Punkte gestiegen! Das sind +17,1% Zuwachs in gerade einmal 4 Kalenderwochen. Zum Vergleich:

In dem außerordentlich guten Börsenjahr 2013 hat der deutsche Leitindex +20,3% zugelegt und dafür 12 Monate benötigt!

Also: Nach einem solchen Kursfeuerwerk dürfen die investierten Anleger auch mal Gewinne mitnehmen. Und dann kommt ein DAX 30 halt unter Druck.

Zum anderen waren Sie durch meine Analysen auf eine Korrektur vorbereitet. Einen möglichen Zielbereich hatte ich noch am vergangenen Mittwoch mit Hilfe meines Indikators (Abstand zur 200-Tagelinie) auf 10.350 bis 10.400 Punkte taxiert.

Wichtiger ist: Nach der Korrektur geht es weiter aufwärts!

Noch wichtiger ist indes: Sie wissen, dass diese Korrektur – eigentlich ist es bislang eher noch eine Konsolidierung –  mit hoher Wahrscheinlichkeit nur vorübergehend ist:

Ein weiterer von mir entwickelter Indikator, die MACD-Kaufsignale auf Monatsbasis (hatte ich Ihnen am 2. Februar vorgestellt), ist inzwischen auf 66,7% geklettert. Das bedeutet: Exakt 2 Drittel der 30 DAX-Titel, und somit eine klare Mehrheit, bewegt sich aktuell in einem langfristigen Kaufsignal!

MACD-Kaufsignale auf Tagesbasis warnten frühzeitig

Übrigens haben die MACD-Kaufsignale auf Tagesbasis (kurzfristige Tendenz) ebenfalls frühzeitig vor einer anstehenden Korrektur „gewarnt“, wie der folgende Chart zeigt:

macd-kaufsignale für dax 30 auf tagesbasis-10-02-2015

MACD-Kaufsignale für DAX 30 auf Tagesbasis warnten früh vor anstehender Korrektur

Die blauen senkrechten Balken belegen, dass dieser Indikator an 3 Handelstagen in Folge (26. bis 28. Januar) bei 100% notierte. Damit wurde bereits zu diesem Zeitpunkt eine überkaufte Marktlage angezeigt.

Der grüne Balken wiederum macht sichtbar, dass das nachfolgende Hoch im DAX 30 nur noch von 25 Index-Mitgliedern (83,3%) getragen wurde. Ein klares Zeichen nachlassender Unterstützung.

Wie Sie in diesem Chart ebenfalls nachvollziehen können, liegt das Korrekturziel dieses Indikators in der Regel zwischen 0% und 13,3% (pinkfarbene Box). Anders gesagt:

Wenn nur noch 0 bis 4 DAX 30-Aktien Kaufsignale aufweisen, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Trend-Wende sehr hoch.

Ich werde das für Sie selbstverständlich im Auge behalten!

10. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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