DAX 30: Rund 12% Nachholpotenzial

Der DAX hat zu viel nachgegeben und hat jetzt Nachholpotenzial“, zeigt unser Börsenexperte Rainer Heißmann (Foto: Deutsche Börse AG)

Der DAX ist mit 10.109 Punkten (Börse Frankfurt, Freitag, 20 Uhr) ins vergangene Wochenende gegangen. Auf Basis seiner Wochenschlusskurse sehen Sie den DAX 18,2% unter seinem Allzeithoch. In derselben Betrachtungsweise notiert der Dow Jones nur 5,9% unter seinem Allzeithoch.

Sie erleben den DAX wie einen Dackel, der um sein Herrchen (Dow Jones) kreist. Mal läuft er vor, mal bleibt er zurück. Die Kreise des Dackels (DAX) sind größer als die des Herrchens (Dow Jones). Und doch kommt der Dackel zwangsläufig immer zum Herrchen zurück, denn der führt ihn an der Leine. Weg vom Dackel, hin zum DAX:

Wie eingangs geschrieben: Der DAX notiert 18,2% unter seinem Allzeithoch; der Dow Jones nur 5,9%. Das heißt: Der DAX hat ein Nachholpotenzial von 12,3 Prozentpunkten.

Im untenstehenden Chart des DAX auf Wochenschlusskursbasis können Sie sehen, dass der DAX sich derzeit oberhalb von 10.000 Punkten festigt. Eine charttechnisch gute Basis, um die rund 12% Nachholpotenzial in Angriff zu nehmen.

Rechnerisch hat der DAX erst bei gut 11.300 Punkten die Performance des Dow Jones erreicht. Um ein letztes Mal das Bild des Dackel zu bemühen: Der DAX wird die Performance des Dow Jones erreichen, denn er ist nur wie vom Dow Jones an der langen Leine geführt.

Analyse und Prognose per Wochenschlusskurs ist treffsicher

Wenn Sie die folgende Erklärung zum Chart auf Basis seiner Wochenschlusskurse kennen, lesen Sie einfach beim Chart weiter. Wenn es für Sie neu ist:

Die Analyse eines Charts auf Basis seiner Wochenschlusskurse hat einen großen Vorteil: Kursspitzen nach oben und unten, die im Laufe einer Woche entstehen, werden herausgefiltert. Auf diese Weise stellt diese Sichtweise Trends besser und ruhiger dar. Für mittelfristige Trendbestimmungen ist das eine hervorragende Charteinstellung.

Gerade in der aktuell schwankungsreichen Börsenphase, in der die Indizes innerhalb kürzester Zeit um mehrere hundert Punkte nach oben oder unten springen, ermöglicht die Betrachtung eines Charts auf Basis seiner Wochenschlusskurse eine optimale mittelfristige Analyse.

DAX 30: Unterstützung bei 10.000 Punkten hält

DAX-Index_2015_10_19

Seit 2012 bis Anfang 2015 hat sich der DAX verdoppelt. Auf dem Weg dahin hat er das ganze Jahr 2014 gebraucht, um den psychologischen Widerstand bei 10.000 Punkten (rote waagerechte Linie) zu überwinden. Dieser Kursbereich wurde danach zur Unterstützung.

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Als das geschafft war, sprintete er gleich durch bis auf 12.000 Punkte. Zuviel des Guten. Es folgte eine deutliche Konsolidierung. Die führte den DAX bis zur Unterstützung zurück. Diese wurde sogar kurzzeitig nach unten durchbrochen, erwies sich dann aber doch als belastbar. Immerhin schloss der DAX jetzt schon die zweite Woche in Folge oberhalb von 10.000 Punkten.

Wenn Sie dann noch berücksichtigen, dass der DAX deutlich weiter von seinem Allzeithoch entfernt ist als der Dow Jones, spricht das für bald deutlich steigende Kurse.

Call-Optionen haben beste Gewinn-Chancen

Ich empfehle Ihnen deshalb den Kauf von Call-Optionen mit langer Laufzeit. Wenn Sie Laufzeiten bis Dez.17 oder Jan.18 wählen, haben Sie „alle Zeit der Welt“, um Gewinne zu realisieren. Sie haben aber natürlich auch die Möglichkeit, Gewinne nach wenigen Tagen zu realisieren.

Wenn Sie die Calls dann noch mit Put-Optionen absichern, so wie ich es im Optionen-Profi empfehle, sind Sie bestens und gewinnoptimiert aufgestellt.

Zum guten Schluss: Der 19.10.1879, also genau heute vor 136 Jahren, gilt als der Tag, an dem Thomas Alva Edison die (nun per EU-Verordnung abgeschaffte) Glühbirne entwickelte. Von Edison stammt mein heutiges Zitat:

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“

Wer an der Börse zu schnell aufgibt, findet nie den Weg zum Erfolg. Ich weiß, wovon ich rede und wünsche Ihnen Erfolg (nicht nur) an der Börse

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.