DAX 30: Schafft er jetzt den Befreiungsschlag?

Der DAX tut sich schwer. Ihm fehlen mehr als 20% bis zum Allzeithoch. Dazu ist der DAX in einer Range zwischen 9.000 und 10.000 Punkten gefangen, wie Sie im untenstehenden Chart des DAX 30 sehen können.

Mit seinem aktuellen Wochenschlusskurs von 9.622 Punkten notiert er stabil über der unteren Begrenzung. Da helfen ihm die starken Notierungen der US-Indizes Dow Jones und S&P 500, die nur rund 5% unter ihren Allzeithochs notieren.

Die US-Indizes müssen aber auf neue Allzeithochs steigen, um dem DAX nachhaltig über seinen Widerstand bei 10.000 Punkten zu bringen.

DAX – diese Woche die Befreiung?

Heute Abend, nach Börsenschluss in den USA, also nach 22 Uhr unserer Zeit, berichtet der US-Aluminiumkonzern Alcoa über seine Ergebnisse des ersten Quartals 2016 und gibt seinen Ausblick auf das laufende Jahr.

In den folgenden Tagen werden dann die Quartalsberichte aller anderen börslich notierten Unternehmen in schneller Abfolge vorgelegt.

Positive Zahlen und optimistische Ausblicke können noch im April den Impuls geben, dass der DAX 30 nach oben ausbricht.

Analyse und Prognose per Wochenschlusskurs ist treffsicher

Wenn Sie die folgende Erklärung zum Chart auf Basis seiner Wochenschlusskurse kennen, lesen Sie einfach beim Chart weiter. Wenn es für Sie neu ist:

Die Analyse eines Charts auf Basis seiner Wochenschlusskurse (hier der Chart des DAX 30) hat einen großen Vorteil: Kursspitzen nach oben und unten, die im Laufe einer Woche entstehen, werden herausgefiltert. Auf diese Weise stellt diese Sichtweise Trends besser und ruhiger dar. Für mittelfristige Trendbestimmungen ist das eine hervorragende Charteinstellung.

Gerade in der aktuell schwankungsreichen Börsenphase, in der die Indizes innerhalb kürzester Zeit um mehrere hundert Punkte nach oben oder unten springen, ermöglicht die Betrachtung auf Basis der Wochenschlusskurse eine optimale mittelfristige Analyse.

DAX 30: Ausbruch über 10.000 Punkte im April?

DAX-Index_2016_04_11

Im 4. Quartal des Jahres 2013 überwand der DAX 30 die 9.000 Punkte. Danach lief er rund 1 Jahr seitwärts. Es folgte die fantastische Rally auf über 12.000 Punkte und damit auf Allzeithoch. Danach ging es aber volatil (schwankungsreich) bis auf rund 9.000 Punkte runter.

Seitdem schafft es der DAX 30 nicht mehr, nachhaltig über 10.000 Punkte zu klettern Im Wochenverlauf ist es zwar einige Male gelungen, aber per Wochenschlusskurs gelang es kein einziges Mal.

Der DAX 30 ist in die Seitwärtszone von Ende des Jahres 2013 bis Ende 2014 zurückgefallen. Das ist die im Chart grün markierte Seitwärtszone zwischen 9.000 und 10.000 Punkten.

DAX 30: Schafft er jetzt den Befreiungsschlag?

Grünes Licht gebe ich, wenn der DAX 30 über 10.000 Punkte (schwarze waagerechte Linie) steigt. Dann hat der DAX 30 den Ausbruch geschafft und es geht wieder aufwärts. Fällt der DAX 30 aber erneut unter 9.000 Punkte (unter die grün markierte Zone), sind weitere Kursverluste möglich.

Was tun?

Im Optionen-Profi setze ich verstärkt auf Calls, empfehle aber eine etwas höhere Gewichtung von Puts als in den letzten Jahren. So gewinnt das Depot, wenn es mit dem DAX 30 wieder aufwärts geht, ist aber bestens gerüstet, wenn es doch abwärts rauscht. Eine sichere und Gewinn optimierte Aufstellung des Depots, die ich auch Ihnen mit bestem Gewissen empfehlen kann.

Eine weitere Empfehlung, die ich Ihnen auf die Frage „was tun?“ geben kann, ist: Einfach mal nichts tun und auf klare Kaufsignale warten. – Sie müssen nicht in jeder Börsenlage kaufen oder verkaufen.

Zum guten Schluss: Am 11.04.1825, also heute vor 191 Jahren, kam mit Ferdinand Lassalle einer der Gründerväter der SPD zur Welt. Von ihm werden die Worte überliefert:

„Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.“

Sehe ich die weiterhin nicht ausgestandene Banken-, Finanz- und Schuldenkrise, sehe ich uns derzeit, gemessen an dem o.a. Zitat, in einer Zeit der politischen Kleingeisterei.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

11. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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