DAX 30: Was uns der MACD für 2014 prognostiziert – Teil 2

Mein Börsenklima-Indikator „MACD-Kaufsignale“ verspricht auch für 2014 glänzende Perspektiven für den DAX 30. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Im gestrigen ersten Teil meines Beitrages hatte ich Ihnen den MACD vorgestellt. Insbesondere hatte ich seine, in meinen Augen, wichtigste Eigenschaft herausgearbeitet:

Der MACD befindet sich zu jeder Zeit entweder in einem Kaufsignal oder in einem Verkaufssignal. Diese Eigenschaft nutze ich in meinem selbst entwickelten Börsenklima-Indikator „MACD-Kaufsignale für den DAX 30“.

Falls Sie im ersten Teil darüber gegrübelt haben, warum ich diese MACD-Signale auf den 3 Zeitebenen Monat, Woche und Tag betrachte, hier die Begründung:

Dazu schauen wir noch einmal auf den gestern bereits vorgestellten DAX 30-Chart mit MACD:

dax 30-24-12-2013

DAX 30 mit MACD auf den Zeitebenen Monat, Woche und Tag 

Warum die höheren Zeitebenen für Sie so wichtig sind

Wie Sie sicherlich bemerkt haben, weisen alle 3 MACDs in den verschiedenen Zeitebenen einen völlig unterschiedlichen Verlauf auf. Ebenfalls gut zu sehen: Die Schwankungen des Indikators verringern sich mit der Höhe der Zeitebene.

Der Grund dafür ist: Bei der Zeitebene Woche werden die täglichen Kursschwankungen und auf Monatsebene die täglichen und wöchentlichen Kursschwankungen herausgefiltert.

Nun werden Sie auch nachvollziehen, warum sich der MACD auf Monats-Ebene für den DAX 30 bereits seit August 2012 in einem Kaufsignal bewegt. Im Wochenchart – und noch weit mehr im Tageschart – wechselt der Indikator häufiger zwischen Kauf- und Verkaufssignal.

Das bedeutet: Wenn Sie den MACD nicht allein auf Tagesebene betrachten, dann können Sie ihn wesentlich besser für eine mittel- (Woche) und langfristige (Monat) Einschätzung eines Marktes verwenden. So bietet es sich an, für die generelle Trend-Richtung auf den Monats-MACD zu schauen und mit dem Wochen- oder Tages-MACD den Ein- und Ausstieg „fein zu justieren“.

Glänzende Aussichten für den DAX 30

Wie bereits gestern im ersten Teil beschrieben, ermittelt mein Indikator „MACD-Kaufsignale für den DAX 30“ für jeden Handelstag den Prozentsatz der 30 DAX-Titel, die sich in einem MACD-Kaufsignal befinden – und das auf den 3 Zeitebenen Monat, Woche und Tag.

Die kontinuierliche Fortschreibung dieser Berechnung für meinen Indikator auf Monatsebene sehen Sie im nachfolgenden Chart:

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macd-kaufsignale für den dax 30-24-12-2013

MACD-Kaufsignale für den DAX 30 auf Monatsebene: Traumhaftes Börsenklima 

Der senkrechte blaue Balken markiert für Sie den Zeitpunkt meiner letzten Betrachtung am 14. Januar dieses Jahres.

Wie Sie erkennen, hat sich mein Indikator seit Oktober 2012 in einer sehr engen Bandbreite zwischen 66,7% und 87% bewegt. Übersetzt bedeutet das: In diesem Zeitraum befanden sich regelmäßig 20 bis 26 der 30 DAX-Aktien in einem MACD-Kaufsignal.

Was soll der DAX 30 da anderes tun, als zu steigen, wenn die Mehrheit seiner Mitglieder Monat für Monat im Kurs zulegen?

Wenn Sie genauer hinschauen, dann stellen Sie fest, dass daran auch die DAX 30-Korrekturen im April, Juni, August und im Dezember 2013 nichts Gravierendes geändert haben. Tatsächlich ist der Indikator in der jüngsten Korrektur sogar noch von 80% auf 83,3% angestiegen.

Fazit:

Sie sehen: Es gibt aus heutiger Sicht absolut keinen Grund, im neuen Jahr 2014 etwas anderes als einen tendenziell weiter steigenden DAX 30 zu erwarten. Falls Sie daran noch immer Zweifel hegen, dann darf ich Sie auf das Verhalten des Indikators in der Zeit von Dezember 2009 bis Juli 2011 aufmerksam machen:

Damals notierte mein Indikator „MACD-Kaufsignale für den DAX 30“ fast durchgängig oberhalb von 87%. In der Spitze wurden sogar Werte von 96,7% erreicht, was bedeutet, dass sich in jener Börsenphase zeitweilig 29 der 30 DAX-Aktien in einem MACD-Kaufsignal bewegten.

Dieses Niveau haben wir derzeit also – trotz des bisherigen Anstiegs – noch nicht einmal erreicht. Daher kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt wohl auch kaum von DAX 30-„Euphorie“ die Rede sein.

Aus Sicht meines Börsenklima-Indikators mache ich mir erst dann Sorgen, wenn der Wert von 66,7% unterschritten wird.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.