DAX 30: Wenn der Kampf um die 9.000 Punkte verloren geht

„Die wichtigen Unterstützungen sind 16.000 Punkte für den Dow Jones und 9.000 Punkte für den DAX 30“, habe ich Ihnen gestern geschrieben. Und weiter: „Fallen die Indizes nachhaltig unter diese Punktestände, sind weitere Kursverluste bis hin zum Crash möglich.“

Gestern haben die 9.000 Punkte im DAX 30 nicht mehr gehalten. Der DAX 30 hat im Tagesverlauf mit der Unterstützung „gekämpft“. Er hat aber per Handelsschluss auf der elektronischen Börse Xetra unter der Marke von 9.000 Punkten geschlossen.

Gewinnen kann man, verlieren muss man!

Mit knapp 9.000 Punkten notiert der DAX 30 Index rund 27% unter seinem Allzeithoch und gut 10% unter den „magischen“ 10.000 Punkten. Da gibt es wohl kaum einen Aktionär, dessen Depot jetzt auf Allzeithoch steht. Das gilt auch für das Optionen-Depot des Optionen-Profi. Aber ich schreibe bewusst nicht von Verlusten.

Denn ein Depot, das z.B. von +685% auf +650% Gewinn zurückläuft, steht immer noch weit im Gewinn. Es ist eine Frage des Einstiegs, ob ein Anleger wirklich Verluste verbucht. Wer langfristig dabei ist kaum, wer kurzfristig dabei ist, vermutlich doch.

Ob rückläufig vom Allzeithoch oder auch mit Minus nach Einstieg an der Börse, für beide Anleger gilt, was der Spekulant André Kostolany schrieb: „Gewinnen kann man, verlieren muss man!“ Kostolany wusste, dass es keinen Börsianer gab, gibt oder geben wird, der ohne zwischenzeitliche Verluste auskommt.

Ohne Verluste nur kurzfristig möglich

Natürlich wünscht sich jeder, dass es an der Börse Gewinne ohne jeden Verlust gäbe. Das ist aber illusorisch. Das werden Sie nie erreichen. Eine Quote von deutlich über 50% aller Trades im Gewinn über einen längeren Zeitraum, ist schon überdurchschnittlich.

Vermutlich lesen Sie aber immer mal, dieser oder jener habe 80% oder auch 90% seiner Trades mit Gewinn abgeschlossen. Wenn ich das höre, frage ich: „In welcher Zeit?“ Oft wird dann ein positiv verlaufener Abschnitt genannt, der aber nie über einen längeren Zeitraum führt.

So weist ein bullisch investierender Anleger (setzt auf steigende Kurse) Anfang des Vorjahres eine Trefferquote von 80% oder auch besser auf. Im Optionen-Profi hatten wir in der Zeit nachweislich nur Gewinne, serienweise.

Ohne Verluste geht es nicht

Wenn wir die Trefferquote von Anfang 2015 nehmen, hatten wir im Optionen-Profi sogar die bestmögliche Quote von 100% Gewinntrades. Der DAX hat in dieser Zeit bis auf sein Allzeithoch zugelegt. Aber ein Stück weiter gerechnet, zum Beispiel von Anfang 2015 bis jetzt sieht es anders aus. Da hat der DAX rund 25% verloren. Also gibt es auch Verlusttrades. Auch im Optionen-Profi.

Verlusttrades gehören an der Börse zwangsläufig dazu. So wie Kostolany schon schrieb: „Gewinnen kann man, verlieren muss man!“ So habe ich auch im Optionen-Profi Trades, die daneben gehen. Letztlich müssen natürlich die Gewinner überwiegen. Und da sieht die Performance des Optionen-Profi hervorragend aus:

Seit Bestehen des Optionen-Profi im Jahr 2006 bis Ende 2015 haben wir im Basis-Depot eine Performance von +685,19%.

Seit Anfang dieses Jahres gab es zwar 100%-Gewinne mit Puts und weitere Puts im Depot verbuchen Gewinn – aber die Buchverluste der Calls überwiegen derzeit noch und führen zu einem Rückgang des Depotwertes. Den Depotwert weise ich wie seit 10 Jahren wieder am Ende des Quartals, also per 31.03.2016, aus. Mag sein, die Performance liegt dann unter den 685,19%.

3 : 1-Strategie Calls zu Puts bewährt sich erneut

Gut möglich ist aber auch, dass der Buchverlust bis dahin wieder ausgeglichen wird oder sich sogar in einen Gewinn dreht. Die 3 : 1-Strategie Calls zu Puts habe ich Ihnen an dieser Stelle regelmäßig empfohlen. Nun zeigt sie erneut ihre Stärke.

Denn wenn die Börse wieder aufwärts dreht, legen die Calls zu. Geht es aber rasant abwärts, weil der Kampf um die wichtige Unterstützungen bei 9.000 Punkten (DAX 30) und 16.000 Punkten (Dow Jones) verloren wird, können die Puts die Buchverluste mit den Calls ausgleichen und das Depot in den Gewinn führen. Das wäre wie im Crash des Jahres 2008: Die Puts haben seinerzeit im Basis-Depot des Optionen-Profi zu einem Gewinn von 30% geführt, obwohl der DAX 40% verloren hatte.

DAX 30: Der Kampf um die 9.000 Punkte

Möglicherweise werden in dieser Woche die Weichen gestellt, ob es weiter abwärts geht oder nicht. Fällt der DAX 30 nachhaltig unter 9.000 Punkte und der Dow Jones verabschiedet sich nachhaltig von den 16.000 Punkte nach unten, dann liegen die Gewinn-Chance eben bei den Puts. Gegebenenfalls gilt es, noch mehr Puts ins Depot zu legen. Das Gute:

Optionen bieten Ihnen immer Gewinn-Chancen.

Zum guten Schluss: Am 09.02.1906, also heute vor 110 Jahren, kam André Kostolany, der Altmeister der Börsen, zur Welt. Für ihn waren „Gewinne an der Börse“ und „Verlust an der Börse“ untrennbar miteinander verbunden. Deshalb schrieb er in einem seiner Bücher:

„Gewinnen kann man, verlieren muss man!“

Ich sehe das genauso: Nur wer bereit ist, auch Verluste auszuhalten, gehört langfristig zu den Gewinnern. Mit weit mehr Gewinn- als Verlusttrades bei den Empfehlungen des Optionen-Profi sende ich Ihnen beste Grüße

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

9. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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