DAX-30-Wert BASF will sparen und stärker als der Wettbewerb wachsen

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will dank eines milliardenschweren Sparprogramms stärker als der Wettbewerb wachsen. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will dank eines milliardenschweren Sparprogramms stärker als der Wettbewerb wachsen. Vorstandschef Kurt Bock unterstrich auf dem heutigen Kapitalmarkttag in Ludwigshafen, dass BASF beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) deutlich stärker als die globale Chemieproduktion zulegen will. Auch der Umsatz soll leicht schneller wachsen als die weltweite Chemieproduktion.

Davon sollen auch künftig die Aktionäre in hohem Maße profitieren. Zwischen 2010 und 2014 erzielte BASF einen freien Cashflow von mehr als 15 Mrd. Euro – 12 Mrd. davon flossen in Form von Dividenden an die Anteilseigner. Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel betonte, dass die Dividende weiterhin jährlich steigen soll.

Zu schaffen macht dem Chemieriesen das gesamtwirtschaftliche Umfeld: „Wichtige Märkte sind nicht so schnell gewachsen wie angenommen. Der Ölpreis war schwer vorherzusagen und ist stark gefallen. Die Geopolitik hat zu einer höheren Volatilität beigetragen“, erklärt Bock.

Konjunkturelle Erwartungen nach unten revidiert

Entsprechend hat BASF ihre Erwartungen für die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von 2015 bis 2020 leicht angepasst. Statt mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 3,2 Prozent rechnet Bock nun nur noch mit 3 Prozent.

Auch das Wachstum der Chemieproduktion schätzt er mit 3,9 Prozent jährlich schwächer ein als noch 2011, als er 4 Prozent pro Jahr prognostizierte.

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Die weltweiten Wachstumstreiber sieht BASF in den Emerging Markets. Asien-Pazifik sei bereits heute der größte Chemiemarkt. Auch Westeuropa werde bald wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehren – aber auf niedrigem Niveau.

Übernahmen, Investitionen, Sparprogramm

Um die eigenen Gewinnziel zu erreichen, legt BASF ein neues Sparprogramm auf. Das Programm „DrivE – Drive Efficiency“ soll zwischen 2016 und 2018 laufen und dazu führen, dass das Unternehmen ab Ende 2018 jährlich einen Beitrag in Höhe von einer Mrd. Euro einspart.

Zudem will BASF die Investitionen in den kommenden Jahren auf ein Niveau leicht oberhalb der Abschreibungen absenken. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sollen bei rund drei Prozent des Umsatzes stabil gehalten werden.

Schließlich will der Konzern auch weiterhin Übernahmen tätigen – mit ihnen sollen vor allem neue Geschäfte im Bereich Spezialitäten und Lösungen hinzugewonnen werden. Auf der anderen Seite will sich BASF aber auch von Bereichen trennen, die der Unternehmensstrategie nicht ganz entsprechen.

Die Börse reagierte auf diese Pläne nur verhalten: Während der deutsche Leitindex DAX-30 bis in den Nachmittag um gut 1,5 Prozent nachgab, verzeichnete die BASF-Aktie ein Minus von rund 2 Prozent.


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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.